LafargeHolcim-Hausdurchsuchung in Paris nach zwei Tagen abgeschlossen

Die am Dienstag begonnene Hausdurchsuchung in der Pariser Niederlassung des Zementkonzerns LafargeHolcim ist am Mittwochabend abgeschlossen worden. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch unter Berufung auf eine Quelle aus der französischen Justiz. LafargeHolcim steht in Zusammenhang mit den Vorgängen in einem syrischen Lafarge-Werk in den Jahren 2013 und 2014 im Visier der französischen Behörden.
15.11.2017 20:55

Neben der Durchsuchung in Paris war am Dienstag in Brüssel auch ein Büro der Groupe Bruxelles Lambert (GBL), einem ehemaligen Hauptaktionär von Lafarge, durchsucht worden. GBL befindet sich zu 50% im Besitz der Genfer Beteiligungsgesellschaft Pargesa.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht laut früheren Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft der Vorwurf der "Finanzierung von terroristischen Vorhaben" und die Gefährdung von Leben. So soll das Unternehmen etwa nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs Schutzgelder an verschiedene Gruppierungen gezahlt haben, um den Betrieb des Werks aufrecht zu erhalten. Menschenrechtsorganisationen hatten Lafarge vorgeworfen, möglicherweise zur Finanzierung der Terrormiliz Islamischer Staat beigetragen zu haben.

Zuvor hatte eine interne Untersuchung von LafargeHolcim ergeben, dass die Massnahmen zur Weiterführung des Betriebs in dem nordsyrischen Werk 2013 und 2014 nicht akzeptabel gewesen seien.

Die französische Lafarge-Gruppe hatte sich 2015 mit dem Schweizer Konzern Holcim zum grössten Zementhersteller der Welt zusammengeschlossen. Das Unternehmen hat 90'000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern.

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(AWP)