Moody's sieht Valiant besser gegen Immobilienpreiskrise gerüstet als Raiffeisen

Die US-Ratingagentur Moody's sieht die Regionalbanken Valiant und Clientis besser gegen einen möglichen Preiszerfall auf dem Schweizer Immobilienmarkt gerüstet als Raiffeisen. Die drittgrösste Schweizer Bank verfüge im Vergleich zu diesen über ein geringeres Kapitalpolster, heisst es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Dasselbe gelte zudem auch für die Absicherung des Kreditportfolios.
22.08.2018 08:50

Moody's hat in seinem dritten Bericht zum Schweizer Immobilienmarkt die massiven Preissteigerungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt zum Anlass genommen, die Widerstandsfähigkeit dreier Inlandbanken gegen Immobilienpreisschocks zu prüfen. Die Ratingagentur kommt dabei zum Schluss, dass Valiant, Clientis und Raiffeisen einen Preisschock gut überstehen können.

Bei Raiffeisen macht Moody's jedoch die geringsten Reserven aus. So verfüge Clientis und Valiant mit einen um 6,7 respektive 4,2 Prozentpunkte über den regulatorischen Kapitalanforderungen liegenden Kapitalpolster über deutlich mehr zusätzliche Sicherheit als die Bank Raiffeisen, deren Luftraum über dem regulatorischen Minimum nur 1,8 Prozentpunkte betrage.

Gleiches stellt die Ratingagentur auch beim Kreditportfolio fest. Das Anlagerisiko und der Prozentsatz der Problemkredite sei zwar bei allen drei Banken vergleichbar tief. Doch Raiffeisen verfüge auch in diesem Bereich über die geringsten Reserven, um Verluste aufzufangen.

So betrage bei Raiffeisen die Deckung von so genannt notleidenden Krediten lediglich 27 Prozent. Clientis dagegen komme bei dieser Kennzahl auf 72 Prozent, Valiant auf 51 Prozent. Der Schweizer Durchschnitt betrage 50 Prozent.

lie/ra

(AWP)