Novartis-Aktien ziehen an - Daten zu Augenmittel RTH258 ermutigend

Novartis-Aktien gehören am Montag im frühen Handel zu den grössten Gewinnern unter den Schweizer Blue Chips. Der Pharmakonzern ist bereits zum Wochenende mit einem Update zu seinem Augenmittel RTH258 in den Fokus getreten. Für den an diesem Montag stattfindenden R&D- und Investorentag hat Novartis zudem tiefere Einblicke in einige seiner Pipeline-Projekte in Aussicht gestellt, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Dazu zählt neben RTH auch das Herzmittel ACZ885.
13.11.2017 10:10

Gegen 9.50 Uhr besetzen die Novartis-Titel mit einem Kursplus von 1,1% auf 82,55 CHF einen der Top-Ränge unter den Blue Chips. Sie notieren damit in Sichtweite zu ihrem bisherigen Jahreshoch von 85,40 CHF, das sie vor knapp drei Wochen markiert hatten. Der Leitindex SMI gewinnt zeitgleich 0,51% hinzu.

Zu dem Produktkandidaten RTH258 zur Behandlung von altersbedingter neovaskulärer Makula-Degeneration (nAMD) hatte Novartis schon im Sommer erste Daten aus den beiden Phase-III-Studien HAWK und HARRIER vorgelegt. Zwar zeigten die Ergebnisse seinerzeit, dass RTH258 im direkten Vergleich mit dem Konkurrenzmittel Eylea, das von Bayer und Regeneron vertrieben wird, bei der Wirksamkeit nicht unterlegen war. Erste Analystenkommentare fielen aber eher nüchtern aus.

Wie die neuen Daten nun zeigen, liefere RTH258 nicht nur den Vorteil, dass es in grösseren Abständen verabreicht werden könne, wie es in einem Kommentar von Kepler Cheuvreux heisst. Vielmehr habe das Mittel auch bei Punkten wie Netzhautflüssigkeiten und -dicke sowie der Krankheitsaktivität eine signifikante Wirksamkeit gezeigt. Insgesamt seien dies alles Punkte, die dafür sprechen, dass RTH258 potenter sei als Eylea, schreibt Analyst David Evans. Seine Schätzung für den Spitzenumsatz im Jahr 2022 liege bei 2,5 Mrd USD und damit deutlich über dem Konsens.

Ähnlich lautet die erste Einschätzung bei Barclays. Analyst Emmanuel Papadakis bezeichnet RTH258 nach den aktuellen Daten als einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für Eylea. Zwar müsse Novartis bei der Produktion noch ein paar Faktoren glätten, mit einer möglichen Zulassung im Jahr 2019 könnte das Mittel aber den aktuellen Platzhaltern Eylea und Lucentis Marktanteile abjagen.

hr/rw

(AWP)