Novartis hievt Schweizer Börse ins Plus

Zürich, 22. Jun (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag fester tendiert. Geschuldet ist der Anstieg vor allem Index-Schwergewicht Novartis. Sonst sei weiterhin eher Konsolidierung angesagt, erklärten Händler...
22.06.2017 10:18
Abendlicht auf der Börse in Zürich.
Abendlicht auf der Börse in Zürich.
Bild: Ana Ulin

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Zürich, 22. Jun (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag fester tendiert. Geschuldet ist der Anstieg vor allem Index-Schwergewicht Novartis. Sonst sei weiterhin eher Konsolidierung angesagt, erklärten Händler. Für eine Rückkehr zu einem Aufwärtstrend fehlen die Impulse. Ein solcher wäre wohl am ehesten eine Ölpreiserholung. "Die Anleger befürchten rund um den Globus, dass dieser Preiszerfall ein Anzeichen für einen kommenden Konjunktureinbruch sein könnte", sagte ein Börsianer. Auf Hinweise darauf dürften auch die US-Konjunkturzahlen am Nachmittag abgeklopft werden. Veröffentlicht erden unter anderem die Frühindikatoren und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Der SMI legte 0,4 Prozent auf 9019 Punkte zu. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,4 Prozent tiefer geschlossen.

Die Novartis-Aktien stiegen um 2,9 Prozent. Der Pharmakonzern wartete einmal mehr mit guten Neuigkeiten zu einem Medikament auf. ACZ885 reduzierte in einer spätklinischen Studie der Phase III das Risiko von Herzinfarkt-Patienten, erneut eine Herzattacke, einen Schlaganfall oder tödliche Herzkreislauf-Probleme zu erleiden. Analysten sprachen von unerwartet positiven Resultaten.

Der Titel von Rivale Roche zogen 0,5 Prozent an. Börsenneuling Idorsia setzte den Höhenflug fort, die Aktien der Biotech-Forschungsfirma rückten weitere 1,3 Prozent vor.

Gefragt waren auch die Aktien der Luxusgüterhersteller. Ein kräftiger Anstieg der Uhrenexporte im Mai schob Swatch um 1,1 Prozent und Richemont 0,7 Prozent hoch. Im Mai waren die Ausfuhren von Zeitmessern nominal um neun und real um 4,1 Prozent gestiegen.

Zu Abgaben kam es bei den Finanzwerten. Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS büssten 1,5 und 0,7 Prozent ein. Der Vermögensverwalter Julius Bär sowie die Versicherer Swiss Re und Swiss Life verloren rund ein halbes Prozent an Wert.

Am breiten Markt schnellten Santhera-Aktien 9,4 Prozent hoch. Ein Sonderstatus für das Medikament Raxone in Grossbritannien sorgte für Auftrieb. Raxone erhielt von der Arzneimittelbehörde MHRA eine sogenannte positive wissenschaftliche Beurteilung im Hinblick auf die Behandlung von Muskelschwund (DMD) mit abnehmender Atmungsfunktion. Damit kriegen DMD-Patienten unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu der noch nicht offiziell zugelassenen Arznei.

Die Aktien von Carlo Gavazzi stiegen um 2,4 Prozent. Die Elektronikfirma steigerte den Gewinn im Geschäftsjahr 2016/17 dank einer Zahlung aus einem Schiedsverfahren und Wechselkursgewinnen um 40 Prozent auf 13,4 Millionen Franken und will die Dividende um drei auf 15 Franken anheben. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

(Reuters)