Novartis meldet positive Studiendaten für Zykadia bei Lungenkrebs

(Ergänzt um letzte zwei Abschnitte mit Analysten- und Börsenreaktion)
23.09.2016 11:44

Zürich (awp) - Novartis hat mit seinem Krebsmedikament Zykadia (Ceritinib) positive Phase-III-Studiendaten erzielt. In der Studie ASCEND-4 wurde das Mittel bei Patienten mit ALK-positivem, nicht kleinzelligem Lungenkrebs eingesetzt, die zuvor noch nicht behandelt worden waren, wie Novartis am Freitag mitteilt. Dabei habe die Studie ihren primären Ziele erreicht.

In der Studie sei das "progressionsfreie Überleben" (PFS) bei Patienten, die mit Zykadia behandelt worden seien, deutlich verbessert worden gegenüber jenen, die mit einer Chemotherapie behandelt worden seien, heisst es weiter. Die Studie habe auch bei den sekundären Endpunkten die Ziele erreicht - diese bestanden aus der objektiven Ansprechrate und der Dauer des Ansprechens.

Zykadia ist in der Indikation gegen diese Form von Lungenkrebs bereits in der EU, der Schweiz und auch in den USA zugelassen, allerdings für Patienten, die auf eine vorherige Behandlung nicht angesprochen haben.

ZKB-Analyst Michael Nawrath wertet die Neuigkeiten in einem Kommentar als "leicht positiv". Aufgrund der Studiendaten erwartet er nun, dass die Zulassung des Medikaments auf eine Erstlinientherapie erweitert wird. Novartis könnte damit Marktanteile von Pfizer mit dessen ALK-Inhibitor Crizotinib gewinnen, so der Experte. Allerdings habe auch Roche Anfang des Jahres ein entsprechendes Medikament auf den Markt gebracht. Für Zykadia schätzt Nawrath den Spitzenumsatz von 0,9 Mrd USD in fünf Jahren.

Eher zurückhaltender gibt sich Vontobel-Analyst Stefan Schneider in seiner Bewertung: Er weist darauf hin, dass das Novartis-Medikament nicht mit dem Pfizer-Medikament Crizotinib sondern mit einer Chemotherapie verglichen wurde. Er attestiert Zykadia in dieser Indikation ein "limitiertes Potenzial".

Am Aktienmarkt zeigen sich die Novartis-Titel am Freitagvormittag unauffällig: Gegen Mittag notieren die Aktien mit 78,85 CHF um 0,5% im Minus während der Leitindex SMI gleichzeitig 0,6% nachgibt.

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(AWP)