Novartis will Preissenkung für Krebsmittel in Kolumbien aufheben lassen

Basel/Bogota (awp) - Novartis will sich gegen eine Entscheidung der kolumbianischen Regierung zur Wehr setzen. Diese hatte den Preis für das Krebsmittel Glivec (Imatinib) von Novartis nahezu halbiert. Der Pharmakonzern will die verordnete Preissenkung durch das Gesundheitsministeriums aufheben lassen, lässt dieser in einer Stellungnahme wissen.
21.12.2016 17:24

Die kolumbianische Regierung hat den Preis für Glivec auf umgerechnet rund 27,60 USD von zuvor 49 USD gesenkt. Dieser Schritt sei im Rahmen der geplanten Ausgabenkürzungen im Gesundheitsbereich erfolgt, nachdem vorherige Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Pharmakonzern gescheitert waren, hatte die Nachrichtenagentur Reuters zuvor gemeldet.

Novartis habe sich zur Anfechtung dieses Entscheids durchgerungen, heisst es in der Stellungnahme. Man sei sich der finanziellen Herausforderungen des kolumbianischen Gesundheitssystems bewusst und habe dafür Verständnis. Der Schritt erfolge nicht aufgrund von finanziellen Gesichtspunkten, sondern aufgrund von grundlegenden Standpunkten in Bezug auf Patente und geistiges Eigentum. Die Massnahme der Regierung könnte einen Präzedenzfall für andere Medikamente und andere Länder liefern, so das Unternehmen.

Zudem gebe es in Kolumbien bereits eine Alternative in Form eines Generikums in Kolumbien und das Patent laufe 2018 aus. Rund zwei Drittel der Patienten würden bereits mit der Alternative behandelt. Der Umsatz mit Glivec in dem Land wird für 2015 auf 12,8 Mio USD beziffert.

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(AWP)