Pharmawerte haben den Boden gefunden - Analysten relativeren US-Eingriffe

Der Swiss Market Index (SMI) hat am frühen Nachmittag einen Teil der Verluste vom Vormittag wett gemacht. Aktuell notiert der Index noch 0,4 Prozent tiefer. Denn die grosskapitalisierten Pharmawerte haben ihre jüngste Schwäche abgeschüttelt.
26.10.2018 14:26

Den Aufstieg ausgelöst haben vor allem Roche. Die Titel kehrten nach deutlichen Verlusten am Morgen nach 13 Uhr in den positiven Bereich zurück. Um 14 Uhr stand er 0,3 Prozent im Plus. Novartis hat den Verlust auf -0,4 Prozent verkleinert.

Davor hatten Analysten auf die begrenzte Wirkung des Plans der US-Regierung zur Kürzung der Medikamentenvergütung im öffentlichen Gesundheitswesen hingewiesen. So bezeichnet der Analyst von SunTrust die Massnahme als moderaten Eingriff. Die US-Regierung versuche, den Markteingriff so gering wie möglich zu halten.

Auch die Credit Suisse weist in einem Marktkommentar darauf hin, dass das beabsichtigte Preissystem voraussichtlich zu begrenzten Effekten führen wird. So kosteten die Krebs-Blockbuster Keytruda von Merck und Obdivo sowie Yervoy von Bristol-Myers in den USA und ausserhalb annähernd gleich viel. Die US-Regierung plant bei der Medikamentenvergütung, die Preise aufgrund eines internationalen Preis-Index' festzulegen.

Der Analyst der ZKB weist jedoch darauf hin, dass die Medikamentengruppe, die Roche vertreibt, in den USA deutlich teurer sind als im vergleichbaren Industrie-Nationen. Doch auch die ZKB dämpft die Befürchtung vor allzu grossen Effekten. Es sei nämlich festzuhalten, dass die Pharma-Lobby in den USA sehr stark ist und das die Ankündigungen der Trump-Regierung anfangs oft harsch klingen würden, dann aber nicht in aller Schärfe umgesetzt würden.

lie/ra

(AWP)