Pharmawerte weiter auf dem Rückzug - Trump geht Medikamentenpreise an

Zu Wochenschluss fallen in einem schwachen Gesamtmarkt die Pharmawerte abermals zurück. Allerdings halten sich die Verluste im Vergleich zum Vortag in Grenzen. Am Donnerstag hatten die Schwergewichte Roche und Novartis unter Meldungen gelitten, die US-Regierung von Donald Trump mache nun Ernst mit tieferen Medikamentenpreisen. Diese machen laut Analysten vor allem Roche zu schaffen.
26.10.2018 10:09

Gegen 10.00 Uhr notieren die Genussscheine von Roche 0,7 Prozent tiefer und Novartis verlieren 0,5 Prozent. Der Leitindex SMI geht derweil um 0,85 Prozent zurück. Gestern hatten Roche 3,1 und Novartis 1,0 Prozent verloren.

Am Donnerstag hatte das US-Online-Portal "Politico" die Rahmenbedingungen für eine grundlegende Healthcare-Reform skizziert. Am (heutigen) Freitag werde der US-Präsident mit seinen Behörden die konkrete Vorgehensweise abstimmen.

Betroffen von der Reform sind vor allem verschreibungspflichtige Medikamente, die von der staatlichen Krankenkassenorganisation Medicare entschädigt werden. Es geht laut ZKB-Analyst Michael Nawrath vor allem um Mittel gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen, Psoriasis und seltene angeborene Erkrankungen.

Daraus leitet Nawrath ab, dass Pharmaunternehmen mit dem grössten Exposure im US-Markt und genau mit solchen Antikörper-Produkten am meisten betroffen sein werden. Als erstes wäre Roche mit einem Exposure von 60 bis 70 Prozent zu nennen. Andere Vertreter der Branche wie Novartis seien mit einem Exposure von nur rund 30 bis 35 Prozent weniger betroffen.

Der US-Markt wird für die Pharmabranche kein Eldorado grenzenloser Preiserhöhungen mehr sein, resümiert der ZKB-Analyst. Es gelte jedoch zu differenzieren. Im Fokus für die anvisierten Preiscuts stünden die seit vielen Jahren vermarkteten Produkte. Doch Innovation werde weiter honoriert: Gerade neu zugelassene Produkte oder zielgerichtete hochwirksame Medikamente seien von den Massnahmen kaum betroffen.

Nawrath hält aber auch fest, dass die Pharma-Lobby in den USA sehr stark sei. Und die Ankündigungen der Trump-Regierung würden anfangs oft harsch klingen, dann aber nicht in aller Schärfe umgesetzt.

ra/hr

(AWP)