Presse: Falcon Private Bank darf in Singapur keine Neugelder akquirieren

Zürich (awp) - Die in Zürich ansässige Falcon Private Bank darf laut einem Pressebericht in Singapur keine neuen Kunden mehr akquirieren. Die Singapurer Aufsichtsbehörden hätten eine entsprechende Sanktion gegen die Bank verfügt, schreibt die "Finanz und Wirtschaft" (FuW) in ihrer Ausgabe vom Mittwoch. Die Falcon Private Bank war wegen ihrer Verwicklung in den Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.
17.08.2016 10:30

Allerdings wollten weder die Monetary Authority of Singapore (MAS) noch die Falcon Private Bank selbst gegenüber der FuW den Zeitungsbericht bestätigen. Die Falcon Private Bank ist im Besitz des Staatsfonds IPIC (International Petroleum Investment Company) aus Abu Dhabi. Laut der Online-Plattform "finews.ch" beschäftigt Falcon in Singapur rund 40 Personen.

Die Falcon Private Bank war im Juli von der MAS neben der Tessiner BSI, aber auch der Grossbank UBS und weiteren Banken im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal gerügt worden: Bei Falcon hatte die Aufsichtsbehörde "substanzielle Verstösse gegen die Regulierungen" entdeckt. Dazu gehörten Versäumnisse der Bank, Unregelmässigkeiten auf Kundenkonti zu entdecken und verdächtige Transaktionen zu vermerken. Die Untersuchung bei Falcon dauere noch an, weil bestimmte Schlüsselkundenbeziehungen aus dem Schweizer Firmensitz aus betreut worden seien und zusätzliche Informationen ausstünden, hiess es damals.

Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt seit längerem im 1MDB-Fall. Gemäss früheren Angaben hat sie Anhaltspunkte, dass Gelder im Umfang von ungefähr 4 Mrd USD veruntreut wurden. Diese wären für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Malaysias bestimmt gewesen. Ein Teil des Geldes wurde offenbar auf Konten in der Schweiz überwiesen.

tp/ys

(AWP)