Presseschau vom Wochenende 13 (25./26. März)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
26.03.2017 17:50

RICHEMONT: Johann Rupert, der exekutive Verwaltungsratspräsident von Richemont, zeigt sich für die Uhrenbranche zuversichtlich. "Die Lage in China hat sich normalisiert. Wir sehen Wachstum in allen Segmenten", sagt Rupert im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft". "Die Politik der Landesführung, den inländischen Konsum zu fördern, greift", so Rupert mit Blick auf China weiter. "Wir sehen Wachstum in allen Segmenten - das haben unsere Drittquartalszahlen belegt." Dabei gab er zu bedenken, dass die Antikorruptionskampagne der chinesischen Behörden in den vergangenen Jahren einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie ausgeübt habe. (FuW, S.8, s. separate Meldung)

ETERNA: Der Chef der chinesischen Citychamp Watch & Jewellery, Hon Kwok Lun, will die angeschlagene Grenchner Uhrenherstellerin Eterna weiter finanziell unterstützen. "Ich habe weitere 5 Mio CHF in die Firma investiert, um Eterna in den kommenden drei Monaten zu unterstützen", sagte Hon in einem Interview in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Samstag. Er sei nach wie vor entschlossen, die Marke zum Erfolg zu führen, betonte er. Die 2011 von Citychamp übernommene Eterna hatte zuletzt laut Medienberichten Betreibungen in Höhe von über 700'000 CHF und 4 Mio CHF an offenen Rechnungen angesammelt. "Wir werden die Rechnungen hundertprozentig begleichen. Wir müssen die Schulden bezahlen, sonst existiert Eterna nicht mehr", versprach Hon im Interview. Vergangene Woche war der CEO der Citychamp-Tochter Corum, Davide Traxler, zum neuen Eterna-CEO ernannt worden. (NZZ, S. 29, s. separate Meldung)

BILLAG: Nach dem Entscheid des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM), die Radio- und Fernsehgebühren ab 2019 statt von der Freiburger Swisscom-Tochter Billag von der Firma Serafe in Fehraltorf eintreiben zu lassen, nehmen sich die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) von National- und Ständerat des Themas an. Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, haben die Freiburger SP-Nationalrätin Valérie Piller Carrard und ihr CVP-Ständeratskollege Beat Vonlanthen eine Untersuchung durch die zuständigen Subkommissionen der GPK angestossen. Im Zentrum steht die Frage, ob die Eignung der neuen Firma für diese Aufgabe seriös genug abgeklärt wurde. Neben Billag und Serafe hat sich offenbar zudem noch eine dritte Firma um den Auftrag des Bundes für das Erheben der Radio- und TV-Gebühren beworben. Dabei handelt es sich laut der "NZZ am Sonntag" um die Accarda AG in Brüttisellen ZH. Deren CEO Urs Eng war einst Billag-Chef. (NZZaS, S. 12)

BILATERALE: Der Bundesrat will sich offenbar bis im Juni ein Bild davon machen, an welchen Verhandlungsdossiers mit der EU die Schweiz ein Interesse hat und welche davon nur durch den Abschluss eines Rahmenabkommens deblockiert werden können. Laut der "SonntagsZeitung" laufe es auf einen Grundsatzentscheid zur Zukunft des Bilateralismus hinaus. Demnach ist die EU der Schweiz in zwei Punkten entgegengekommen. So sei sie offenbar bereit, die Befugnisse des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Rahmenabkommen auf EU-Recht zu beschränken. Zwischen Bern und Brüssel ausgehandelte Regelungen hingegen sollen nicht mehr dem EuGH unterstehen. Wenn sich die Schweiz trotz EuGH-Entscheid weigert, EU-Recht anzuwenden, wolle Brüssel zudem bilaterale Verträge nicht mehr aussetzen, sondern poche nur noch auf "massvolle" Ausgleichsmassnahmen. (SoZ, S. 4)

HANDELSBEZIEHUNGEN: Bundesrat Johann Schneider-Ammann reist diese Woche zur EU nach Brüssel. Er trifft dort die EU-Kommissare Andrus Ansip und Cecilia Malmström, wie der Sprecher des Wirtschaftsministers gegenüber der "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag" sagte. Ziel seien Gespräche über die Handelsbeziehungen. Auch die Umsetzung der bilateralen Verträge im Handelsbereich würden besprochen. Am Freitag trifft Schneider-Ammann in London den britischen Handelsminister Liam Fox. Grossbritannien will am Mittwoch bei der EU das Brexit-Gesuch einreichen. Die Schweiz wolle möglichst rasch nach dem Austritt der Briten eine Nachfolgelösung insbesondere für den freien Handel haben. (Ostschweiz am Sonntag/Zentralschweiz am Sonntag)

INLÄNDERVORRANG: Der "Inländervorrang light" ohne Höchstzahlen und Kontingente, mit dem das Parlament im Dezember die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt hat, kommt beim Volk relativ gut an. Würde jetzt darüber abgestimmt, hätte die Vorlage eine Mehrheit von 57 Prozent, wie eine Umfrage des Instituts GfS Bern ergab, über die die "NZZ am Sonntag" berichtet. Tatsächlich zufrieden mit der Umsetzung sind allerdings lediglich 51 Prozent der Befragten, 38 Prozent sind damit unzufrieden. 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Zuwanderung dadurch nicht gedrosselt wird. 57 Prozent glauben, dass eine schärfere Lösung möglich gewesen wäre. Aber 58 Prozent gewichten die Bilateralen höher als eine wortgetreue Umsetzung der Initiative. (NZZaS, S. 11, s. separate Meldung)

ENERGIESTRATEGIE: Die Kantone stellen sich geschlossen hinter die Energiestrategie 2050. Die Konferenz der Energiedirektoren unterstütze die Energiestrategie, sagt Mario Cavigelli, Bündner Regierungsrat und Präsident der kantonalen Energiedirektoren den Zeitungen "Ostschweiz am Sonntag" und "Zentralschweiz am Sonntag". Beschlossen haben die Kantone ihr Ja zur Vorlage, die am 21. Mai an die Urne kommt, am Freitag. Zwei Stände enthielten sich dabei ihrer Stimme. Die Abstimmung wird nötig, weil die SVP das Referendum gegen die Vorlage ergriffen hatte. Kernpunkte sind eine Reduktion des Energieverbrauchs um 43 Prozent bis im Jahr 2035, ein schrittweiser Ausstieg aus der Atomenergie und eine stärkere Förderung erneuerbarer Energie. (Ostschweiz am Sonntag/Zentralschweiz am Sonntag)

AUSSCHÜTTUNGEN: Die Aktionäre der 30 wertvollsten Börsenfirmen der Schweiz werden in den nächsten Tagen und Wochen insgesamt über 39 Milliarden Franken an Dividenden kassieren. Die Firmen schütten damit 78 Prozent ihrer Gewinne aus, wie die "Ostschweiz am Sonntag" und die "Zentralschweiz am Sonntag" berichten. 2010 hatte der aggregierte Gewinn 62 Milliarden Franken betragen. Ausgeschüttet wurden aber nur knapp 28 Milliarden Franken oder 45 Prozent. 11 der 30 Gesellschaften haben 2016 weniger verdient als im Vorjahr - weniger ausgeschüttet haben aber nur 6 Firmen. (Ostschweiz am Sonntag/Zentralschweiz am Sonntag)

SICHERHEITSFIRMEN: In der Schweiz wurden in den letzten fünf Jahren 689 Sicherheitsfirmen gegründet. Das berichtet der "SonntagsBlick" unter Berufung auf den Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B. Im gleichen Zeitraum meldeten 99 solche Firmen Insolvenz an. Laut der Zeitung liegen Anbieter von Überwachungs- und Alarmsystemen sowie private Wach- und Sicherheitsdienste im Trend. Der Verband Schweizerischer Polizeibeamter sieht letztere kritisch, da diese immer mehr Aufgaben im öffentlichen Raum übernähmen, wo eigentlich die Polizei zuständig wäre. (SoBli)

tp

(AWP)