Presseschau vom Wochenende 16 (15./16. April)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
17.04.2017 17:29

ROCHE: Roche-CEO Severin Schwan sieht die Menschheit im Kampf gegen den Krebs auf eine offene Zukunft zusteuern. "Heute kann keiner auf seriöse Weise abschätzen, wie lange es dauern wird, bis wir den Krebs tatsächlich besiegen können", erklärte Schwan im Interview mit der "Schweiz am Wochenende". Allerdings würden in der Krebsforschung beeindruckende Fortschritte erzielt, insbesondere in der Krebsimmuntherapie. Bei Roche sollen etwa wichtige Studien zum Wirkstoff Tecentriq in der Behandlung von Lungenkrebs im zweiten Halbjahr Ergebnisse liefern. (Schweiz am Wochenende; S. 12/13; sh. separate Meldung)

CS: Die Credit Suisse hat in der Nacht auf Karfreitag überraschend mitgeteilt, dass die Konzernleitung um Tidjane Thiam auf 40% der Boni verzichten will. VR-Präsident Urs Rohner erklärte in der "NZZ am Sonntag", wie es zu diesem Schritt kam. Der Antrag von Thiam auf die Kürzung habe den Verwaltungsrat überrumpelt. "Logischerweise war dies ein kurzfristig gefällter Entscheid", sagte er in einem Interview. "Als der Antrag kam, war klar, dass wir schnell handeln müssen." Mit dem Verzicht reduziert sich der Lohn der Konzernleitung um mehrere Millionen Franken. (NZZaS; sh. separate Meldung)

DETAILHANDEL: Die grossen Schweizer Retailer Migros, Coop und Manor arbeiten an einem Vorstoss, damit Schweizer Einkaufstouristen auf ihre Einkäufe in Deutschland doch Mehrwertsteuer bezahlen müssen. Das zeigt ein internes Arbeitspapier der Interessengemeinschaft IG Detailhandel Schweiz, wie die "Schweiz am Wochenende" schreibt. Aufgeschreckt habe den Detailhandel die Möglichkeit, dass der Bund Einbussen bei der Mehrwertsteuer, die unter anderem auch durch den Einkaufstourismus verursacht werden, durch eine Erhöhung des Mehrwertsteuer-Satzes auffangen könnte. Ein solcher Schritt würde das Einkaufen auf der Hochpreisinsel Schweiz noch teurer machen. (Schweiz am Wochenende; S. 15)

ROLEX: Gerüchten zufolge soll der Uhrenkonzern Rolex Interesse am Konkurrenten Breitling mit Sitz in Grenchen bekunden. Genährt würden die Verkaufsspekulationen aufgrund der Zusammenarbeit mit der Rolex-Marke Tudor, wie die "Schweiz am Wochenende" schreibt. Bereits Ende 2016 hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldet, Breitling erwäge einen Verkauf. Seit 1979 gehört das Unternehmen der Familie Schneider. (Schweiz am Wochenende; S. 16)

TOURISMUS: Erstmals seit zehn Jahren ist die Zahl der Schweizer, die im Nachbarland Österreich Ferien machen, zurückgegangen. Die Logiernächte von Schweizern im Nachbarland sind in den Monaten November 2016 bis Februar 2017 um 37'500 bzw. 2,2% zurückgegangen. Stattdessen entdecken die Schweizer laut einem Bericht der "Schweiz am Wochenende" ihr eigenes Land neu. Ob sich dieser Trend bestätigt, bleibt abzuwarten. (Schweiz am Wochenende; S. 17)

SCHWEIZER SOFTWARE IN CHINA: China will mit neuen Überwachungsprogrammen sein Milliardenvolk weiter ausspähen. Recherchen vom "SonntagsBlick" ergaben nun, dass Peking bei der Schnüffeloffensive auch Schweizer Technik einsetzen wollte. Über eine Tarnfirma versuchte China, an Überwachungs-Software zu gelangen, die hierzulande produziert wird. Der Bund verhinderte den Spionage-Deal in letzter Minute. Das Geschäft war laut "SonntagsBlick" bereits so gut wie abgeschlossen. Dann machten Ungereimtheiten in den Export-Unterlagen das für Ausfuhrbewilligungen verantwortliche Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) stutzig. Nach Überprüfung durch den Nachrichtendienst gelangten die Experten des Bundes zum Schluss, dass die chinesische Firma nur als Tarnunternehmen fungierte. (Sonntagsblick; S. 8/9)

KANTON GENF: Die Staatsanwaltschaft des Kantons Genf blockiert auf einer Bank weiterhin 120 Mio CHF des Malteser-Ordens, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Das Geld gehöre dem Trust "Caritas Pro Vitae Gradu" und stamme von einem mittlerweile verstorbenen Franzosen. Die Gelder seien unter anderem für Hilfswerke des katholischen Malteser-Ordens bestimmt. Ein ranghohes Mitglied des Ordens hatte 2013 die Verwalterin des Trusts, eine Genfer Vermögensverwalterin, angezeigt. Er werfe ihr vor, das Geld nicht im Sinn des französischen Geldgebers zu verwenden. Der zuständige Genfer Staatsanwaltschaft bestätigt der "NZZ am Sonntag", dass das Strafverfahren gegen die Frau "noch immer im Gang" sei. (NZZaS)

BESTECHUNG IN DER SCHWEIZ: Laut Umfragen hält das Schweizer Volk Bestechung und Schmiergelder für ein Randphänomen. Der gute Ruf ist allerdings beschränkt. Für die Wirtschaft zeigt sich nämlich ein düstereres Bild. Rund 23% von 1'000 befragten Schweizern halten in einer repräsentativen Erhebung von Transparency International laut einer Meldung der "SonntagsZeitung" die Manager von Unternehmen für korrupt. Parlamentarier werden dagegen nur von 11% als bestechlich eingestuft. Bei der Polizei liegt der Umfragewert bei rund 4%. Laut Experten haben Korruptionsfälle, in die Schweizer Unternehmen verwickelt waren, Spuren hinterlassen. "Nach all den Skandalen in der Wirtschaft steigt das Misstrauen in der Bevölkerung, und das wohl zu Recht", sagte Guido Palazzo, Professor für Unternehmensethik an der Universität Lausanne in der "SonntagsZeitung". (SoZ; S. 35/36)

mk

(AWP)