Presseschau vom Wochenende 17 (22./23. April)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
23.04.2017 17:31

MANAGER-LÖHNE: Die Vergütungssysteme der Schweizer Unternehmen und die Höhe der Manager-Gehälter sind an diesem Wochenende das grosse Thema in der Wochenendpresse. Besonders die Credit Suisse steht im Vorfeld der Generalversammlung vom kommenden Freitag im Fokus des Interesses. In einem Interview mit der Zeitung "Zentralschweiz am Sonntag" nennt Bundesrat Johann Schneider Ammann die vorgeschlagenen Bonuszahlungen "eine Rücksichtslosigkeit" und Exzesse bei der Vergütung eine "Dummheit". Auch Ständerat Thomas Minder nimmt in der "Schweiz am Wochenende" Stellung zu den Boni der Credit Suisse. "Die Credit Suisse macht Milliardenverluste. Sie braucht bald neues Eigenkapital." Das bedeute, dass die Kasse leer sei und es überhaupt keine Boni für niemanden geben könne. Laut der NZZ am Sonntag zahlen Schweizer Firmen im internationalen Vergleich hohe Manager-Löhne. Allerdings wachse der Widerstand der Aktionäre gegen intransparente Bonus-Kriterien. (SaW S.17; NZZaS, S. 38 ff; Soz, S.31; FuW (Ausgabe 22.4.) S.6f)

CREDIT SUISSE: Die Credit Suisse hat noch keinen Entscheid zum Börsengang des Schweizer Geschäfts gefällt. An der kommenden Generalversammlung sei weder ein Traktandum für den Börsengang noch für eine ordentliche Kapitalerhöhung vorgesehen, schreibt die "Sonntagszeitung" in einem Artikel. Der Entscheid werde aber auf jeden Fall in den nächsten Monaten gefällt, berichtet die Zeitung mit Verweis auf das Umfeld von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Die Verzögerungen stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, die Investoren von der einen oder anderen Lösung zu überzeugen. Vielmehr gehe es um taktische Überlegungen bezüglich des optimalen Zeitpunkts für den Entscheid. (Soz, S.38)

TOURISMUS: Seit der Aufhebung der Eurountergrenze sind die Hotelpreise in der Schweiz vor allem in den Berghotels unter Druck. "Preisabschläge von gut 10% in der alpinen Hotellerie dürften auf einzelbetrieblicher Ebene durchaus realistisch sein", wird Richard Kämpf, Leiter der Tourismuspolitik beim SECO, in einem Artikel der "Sonntagszeitung" zitiert. Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig rechnet gar mit Abschlägen von durchschnittlich 15%. Vor dem Hintergrund sich erholender Übernachtungszahlen ist laut Artikel die Talsohle bei den Preisen damit mittlerweile erreicht. Eine Erholung der Preise dürfte aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. (Soz, S.35f.)

UBS: Die UBS hat bei der Lancierung der Bezahl-App Twint mit Problemen zu kämpfen. In den ersten Stunden der Lancierung habe das System nicht wunschgemäss funktioniert und zudem sei Dutzenden von Kunden irrtümlich ein Betrag von total 13'200 CHF überwiesen worden, schreibt die "NZZ am Sonntag" mit Verweis auf eine Twint-Sprecherin. Die Buchungen seien inzwischen korrigiert und der Fehler soll nächste Woche behoben werden. Die neue Twint-App ist aus einem Zusammenschluss des Postfinance-Service Twint mit der Bezahl-App Paymit der UBS, ZKB und der Börsenbetreiberin SIX hervorgegangen

ZUWANDERUNG: Die Zuwanderung von EU-Bürgern in der Schweiz sinkt auch im laufenden Jahr weiter. Dies würden noch unveröffentlichte Zahlen aus dem ersten Quartal zeigen, schreibt die "NZZ am Sonntag" . Demnach beläuft sich der Wanderungssaldo per Ende März noch auf 8550 Personen, 13% weniger als im Vorjahresquartal. Dies sei zudem der tiefste Wert seit die volle Personenfreizügigkeit vor bald zehn Jahren eingeführt wurde. Insgesamt ging die Nettozuwanderung aus EU- und Nicht-EU-Ländern um 2,6% zurück. Bei gleichbleibender Entwicklung werde sie 2017 auf deutlich unter 60'000 Personen zu liegen kommen. Das wäre aber immer noch ein Wachstum in der Grössenordnung der Stadt Biel. (NZZaS, S.1/11)

KONJUNKTUR: Die Schweizer Konjunktur läuft so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, schätzt die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich die Zuwachsrate im ersten Quartal 2017 auf 2,5%. Der Bund publiziert die Zahl zum Wachstum am 1. Juni. In den beiden Vorquartalen konnte das Bruttoinlandprodukt (BIP) jeweils nur um magere 0,3% zulegen. Die positive Entwicklung soll in den beiden nächsten Jahren andauern - die KOF rechnet mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2%. Die effektive Lage der Wirtschaft sei deutlich besser als das Empfinden in der breiten Bevölkerung, sagte ein KOF-Konjunkturexperte zu der Zeitung. Die Schweizer Firmen profitierten davon, dass die Weltwirtschaft immer mehr an Fahrt gewinne. Zudem hätten Exporteure den Franken-Schock von Anfang 2015 gut weggesteckt. Und auch die Baubranche entwickele sich aufgrund des trockenen Winters positiv. (NZZaS, S.29)

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(AWP)