Presseschau vom Wochenende 18 (29./30. April und 01. Mai)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
01.05.2017 16:36

SYNGENTA: Die Übernahme des Schweizer Agrochemiekonzerns durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina sei nicht mehr zu stoppen, gab sich Syngenta-Verwaltungsratspräsident Michel Demaré im Interview mit der "Sonntagszeitung" überzeugt. Zwar hätten die indischen Wettbewerbshüter dem Deal noch nicht zugestimmt, obwohl sich die Behörde laut indischem Recht bis am 21. März hätte äussern müssen, so der VRP weiter. "Aber die Übernahme ist nicht mehr zu stoppen", betonte er weiter. "Im Übernahmevertrag steht, dass ChemChina die Schweiz als vorrangigen Börsenplatz prüft", unterstrich Demaré zudem. Er hält es für sinnvoll, dass dann der Börsengang in der Schweiz und in China erfolgt. (SoZ, S. 37)

SUNRISE: CEO Olaf Swantee will vor allem mit Festnetzangeboten und im Geschäftskundenbereich wachsen, wie er der NZZ sagte. Unternehmen wollten sich nicht mehr selber um Verkabelungen kümmern, um interne Telefonieanlagen oder auch um Antenneninstallationen. "Sie wollen einfach einmal im Monat eine Rechnung erhalten", sagte Swantee im Interview. Für solche Angebote sei Sunrise ideal aufgestellt. Auf ein zweites Netz für ein Internet der Dinge will Sunrise hingegen verzichten. (NZZ, Onlineausgabe)

BATA: Bata mit Sitz in Lausanne ist trotz eines hart umkämpften Marktes wieder auf Expansionskurs: 2017 will der Schuhhändler und -hersteller neue Läden in der Schweiz eröffnen und zudem auf dem europäischen Markt expandieren. 2016 hatte Bata 29 Läden geschlossen. Europa bleibe für den Schuhhersteller Bata ein Markt von höchster Priorität. "Diese Region steht für rund 25% unseres Umsatzes", sagte Generaldirektor Alexis Nasard im Interview mit der Westschweizer Zeitung "Matin Dimanche". (Matin Dimanche)

MANAGERLÖHNE I: Thomas Minder, Vater der gleichnamigen Initiative, will Verwaltungsräte zwingen, dass sie mit dem eigenen Vermögen Verantwortung für ihr Tun und Lassen übernehmen. Im Nachgang zur Generalversammlung der Credit Suisse (CS) vom letzten Freitag sollen Schlupflöcher, die seine Initiative lässt, mit Hilfe des Parlaments gestopft werden. "Das ist die Konsequenz von Rohner", sagt Minder im Interview mit dem "Sonntagsblick", gemünzt auf Urs Rohner, den Verwaltungsratspräsidenten der CS. (Sonntagsblick)

MANAGERLÖHNE II: Der Lohn, den Manager beziehen, ist weitgehend unabhängig von ihrer Leistung. Das ist die zentrale Erkenntnis einer Studie, an welcher der Ökonomieprofessor Ernst Fehr mitgearbeitet hat. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF und mit der "NZZ am Sonntag" kritisierte der Zürcher Professor für Verhaltensökonomie, dass eine grosse Anzahl von Firmen schlechte Leistung häufig sogar belohne. So habe die Studie Pay for Performance Report 2017, an der Fehr mitgearbeitet hat, zutage gefördert, dass es viele Firmen gibt, "bei denen die Entlohnung nach Leistung nicht sehr ausgeprägt oder gar nicht vorhanden ist", so Fehr gegenüber der "NZZ am Sonntag". (NZZaS, S. 1, 32)

WASSERKRAFT: Das neue Fördermodell für die Wasserkraft ist laut Preisüberwacher Stefan Meierhans undurchsichtig und ungerecht. Er finde den Vorschlag der Energiekommission des Nationalrates nicht gut, sagte Meierhans der "NZZ am Sonntag". Diese Lösung zementiere die Ungleichbehandlung im Strommarkt. Es würden nur die gebundenen Endkunden belastet, nicht aber die grossen Verbraucher, die ihren Strom auf dem freien Markt einkaufen dürfen, sagte der Preisüberwacher. Er kritisierte aber auch, dass die Unterstützung der Wasserkraft über diese Abnahmegarantie gewissermassen verdeckt und ohne klar ausgewiesene Abgabe erfolgt. Zudem monierte er, dass die Politik nur zugunsten der Branche handle. Generell müsste man einmal klären, ob die Stromwirtschaft nach marktwirtschaftlichen oder nach staatlichen Regeln funktionieren solle. (NZZaS, S. 9)

rw/

(AWP)