Presseschau vom Wochenende 2 (07./08. Januar)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
08.01.2017 17:35

CREDIT SUISSE: Die Grossbank Credit Suisse verliert offenbar Kundengelder im Segment der externen Vermögensverwalter. Sie werde in diesem Segment im vierten Quartal Geldabflüsse ausweisen müssen, schreibt "Finanz und Wirtschaft" (FuW). Die Zeitung beruft sich dabei auf eine CS-interne Quelle. Die Abflüsse seien "substanziell" und sie würden das Ergebnis der Swiss Universal Bank belasten. Die Bank hat gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme abgelehnt. (FuW S. 1)

ZURICH: Der Versicherungskonzern Zurich Insurance will die Sparschraube in seinen Schweizer Einheiten stärker anziehen und weitere Stellen streichen. "Wir bauen 123 Stellen ab. Leider wird es zu 71 Entlassungen oder Frühpensionierungen kommen", sagte der Zurich-Schweiz-Chef Joachim Masur in einem Interview mit der "Sonntagszeitung" (SoZ). Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei die Entwicklung des Gewinns der Zurich Schweiz sowohl im Schadens- wie auch im Lebengeschäft "erfreulich" gewesen, so Masur weiter. "Etwas anders sieht es auf der Umsatzseite aus. Die Einnahmen waren leicht rückläufig." Dies habe einerseits mit dem Verlust von Kunden im Bereich Krankentaggeld zu tun, andererseits aber auch mit den tiefen Zinsen, die den Lebenbereich negativ beeinflussten. (SoZ S. 34, siehe separate Meldung)

EMMI: Der Konzernchef des Milchverarbeiters Emmi, Urs Riedener, hat vor einer weiteren Abschottung der Schweizer Landwirtschaft gewarnt. In einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag" (SaS) sagte der Manager, dies biete keine Perspektiven. "In der Schweiz wird mehr Milch produziert als konsumiert. Da muss sich jeder selber fragen, ob es Sinn macht, den Absatzmarkt künstlich zu verkleinern." Die im Sommer bei der Vorlage der Halbjahreszahlen neu formulierten Prognosen für das Gesamtjahr 2016 werde man "in etwa erreichen", so Riedener weiter. (SaS S. 20, siehe separate Meldung)

VALORA: Im Gespräch mit "Finanz und Wirtschaft" (FuW) zeigt sich Valora-Finanzchef Tobias Knechtle zuversichtlich, für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 eine EBIT-Marge von über 3% auszuweisen. Das wäre mehr als bei der Zahlenvorlage zum Halbjahr im Juli in Aussicht gestellt. Damals wurden 2,9% als Ziel formuliert. Das mittelfristige Ziel einer EBIT-Marge von 4% hält er weiter für realistisch. Das Dividendenniveau der letzten Jahre bezeichnet er als "nachhaltig". Zudem stellt Knechtle in Aussicht, dass für die Immobilie in Genf, die mit der Übernahme der welschen Kioskkette Naville zu Valora kam, "in den nächsten Wochen" eine Lösung gefunden werde. (FuW S. 6)

SNB/HELIKOPTERGELD: Ein Ökonom der Schweizerischen Nationalbank (SNB) äussert sich positiv über den Einsatz von Helikoptergeld. "Mit pauschalen Geldüberweisungen an Bürger könnten Zentralbanken die Teuerungsraten besser kontrollieren als mit der Manipulation von Kreditmärkten und Zinsen", schreibt Romain Baeriswyl, der bei der SNB dem Senior Management angehört, in dem Artikel "The case for the Separation of Money and Credit". Das berichtet die "NZZ am Sonntag" (NZZaS). "Das Thema liegt ausserhalb unserer gesetzlichen Kompetenzen", sagt ein SNB-Sprecher der Zeitung. Ein allfälliger Beschluss über Helikoptergeld sei Sache des Bundes. (NZZaS S. 27)

SBB: Die BLS kann sich vorstellen, künftig ausser im Güter- und Regionalverkehr auch im Fernverkehr tätig zu sein und so der SBB Konkurrenz zu machen. Das hat das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz am Sonntag erstmals bestätigt. Mediensprecher Markus Hügli sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, die BLS habe noch nicht definiert, welche Linien für das Unternehmen in Frage kämen. Die BLS wolle zuerst wissen, welche Bedingungen das Bundesamt für Verkehr aufstelle. "Dann entscheiden wir, ob die BLS mitbietet. Wir machen das nicht um jeden Preis", sagte Hügli weiter. "Es muss in unser Konzept passen". Der BLS-Mediensprecher bestätigte mit diesen Aussagen eine Meldung der "Schweiz am Sonntag" (SaS). (SaS S. 21, siehe separate Meldung)

HELSANA: Helsana arbeitet nicht mehr mit dem Telemedizinanbieter Medgate zusammen. Der Krankenversicherer hat laut einem Bericht der "Sonntagszeitung" (SoZ) beschlossen, ab Anfang Jahr nur noch mit dem medizinischen Callcenter von Medi24 zusammenzuarbeiten. Beide Seite bestätigten dies gegenüber der Zeitung. Helsana begründete diesen Entscheid mit Kostenüberlegungen. (SoZ S. 35)

STROMMARKT: Aus liberalen Kreisen wird Kritik an der Forderung von SVP-Chefstratege Christoph Blocher laut, wegen der tiefem Strompreise die Atom- und Wasserkraft zu subventionieren. "Wir dürfen den Strommarkt nicht noch mehr mit Subventionen verzerren", sagt Patrick Dümmler, Energieexperte von Avenir Suisse, im Interview mit dem "Tages-Anzeiger" (TA). Es gelte im Gegenteil, die Subventionen aller Energieträger zu stoppen. (TA S. 3)

UHRENHERSTELLER: Für Jean-Claude Biver, Chef der Uhrenmarken Tag Heuer, Hublot und Zenith des Luxusgüterkonzerns LVMH, ist es laut einem Bericht der "Schweiz am Sonntag" (SaS) eine ausgemachte Sache, dass die Schweizer Uhrenfabrikanten 2017 auf den Wachstumspfad zurückfinden werden. "Ich bin überzeugt, dass das neue Jahr unserer Industrie Wachstum bringen wird", lässt sich Biver zitieren. "Die Exporte werden sich erholen und wieder raufgehen." Für die hauseigenen Marken zeigt er sich ebenfalls optimistisch. (SaS S. 19)

BERGBAHNEN: Auch wenn jetzt doch noch Schnee gefallen ist, stecken viele Schweizer Bergbahnen in argen Schwierigkeiten. Eine Studie des Luzerner Wirtschaftsprofessors Philipp Lütolf zu 44 Firmen kommt zum Schluss, dass zwei Drittel der Betriebe künftig Schwierigkeiten haben dürften, sich eigenständig zu finanzieren. Angesichts sinkender Einnahmen könnten sie Renovationen und Ersatz für veraltete Anlagen nicht mehr aus eigener Kraft bezahlen, sagte Lütolf der "Sonntagszeitung" (SoZ). Seit dem Winter 2008/09, als der Euro zum Franken noch bei 1,60 stand, verloren die Schweizer Gebiete rund 25% ihrer Gäste. Die Hälfte der Betriebe verlor in den letzten zehn Jahren 15% an Transporteinnahmen, ein Drittel gar mehr als 20%. Die Betriebsgewinne brachen ein, teilweise deutlich. (SoZ S. 1, 31 f.)

ZUWANDERUNG: Peter Grünenfelder, Direktor von Avenir Suisse, plädiert in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" (NZZaS) für eine Reform des Arbeitsmarktes. (NZZaS S. 28)

GOTTHARD: Der Gotthard-Strassentunnel soll bei Airolo um einige Kilometer künstlich verlängert werden. Mit der Idee, die Autobahn A2 auf Tessiner Seite nach dem Tunnel zu überdachen, sind jedenfalls die Gemeinde Airolo und der Kanton Tessin beim Bund vorstellig geworden, wie die "NZZ am Sonntag" (NZZaS) berichtet. Das Vorhaben soll zwei Fliegen auf ein Streich schlagen: Die Überdachung soll bei Airolo mehr Platz am Talboden schaffen und gleichzeitig kann das Ausbruchmaterial, das beim Bau der zweiten Gotthardröhre anfällt, deponiert werden. Das Bundesamt für Strassen will die Idee zumindest näher anschauen. Offen ist die Finanzierung. (NZZaS S. 8, siehe separate Meldung)

cp/

(AWP)