Presseschau vom Wochenende 21 (20./21. Mai)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
21.05.2017 17:28

CREDIT SUISSE: Die Bank Credit Suisse hat offenbar rückwirkend vielen Managern die Boni gekürzt. Zwischen 100 und 200 Mitarbeiter, welche teure Rechtsfälle oder Verluste verursacht hätten, verlören zum Teil bis zu 50% des Bonus, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung", welche sich dabei auf das engste Umfeld von CEO Tidjane Thiam beruft. Diesen Mitarbeitern sei rückwirkend ein Teil der Langfristboni gekürzt worden, welche in Form von gesperrten Aktien in drei Tranchen innerhalb von fünf Jahren ausbezahlt würden. Teilweise hätten die Kürzungen über 1 Mio CHF ausgemacht. Keine Kürzungen habe es indes bei Mitarbeitern gegeben, welche den gesamten Bonus in bar erhalten hätten. (Soz, S. 36)

IMPLENIA: Der Baukonzern Implenia muss wegen der schwierigen Geschäftslage in der Schweiz offenbar Personal abbauen. In Basel würden 32 Personen entlassen, schreibt die "Schweiz am Wochenende" in einem Artikel und beruft sich dabei auf eigene Recherchen und auf Informationen aus einer internen Betriebsversammlung. Betroffen sei der Konzernbereich Tief- und Strassenbau. Implenia habe dazu einen Kommentar abgelehnt. (SaW, S. 17)

SWISS: Die Fluggesellschaft Swiss soll derzeit mit der Tessiner Airline Etihad Regional, welche unter anderem im Besitz von UBS-Chef Sergio Ermotti ist, über eine erneut Partnerschaft verhandeln. Insider hätten entsprechende Gerüchte der Portals "tio.ch" bestätigt, schreibt die Zeitung "Schweiz am Wochenende". Dass eine erneute Partnerschaft angestrebt werde, komme nicht von ungefähr, nachdem die Lufthansa in den vergangenen Monaten mit Etihad das Kriegsbeil zumindest teilweise begraben habe. (SaW, S. 18)

STROMMARKT I: Die Versorgung mit Elektrizität soll per Gesetz zur Staatsaufgabe erklärt werden. Um langfristig eine sichere Stromversorgung der Schweiz zu gewährleisten, bereiteten Energiepolitiker über die heutige Abstimmung zur Energiestrategie 2050 hinaus den Umbau des Strommarktes vor, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung". In der Maximalvariante müsse der Bund eine Grundversorgungsquote sowie die Stromzusammensetzung festlegen und Lieferkonzessionen versteigern. Es brauche jetzt ein Strommarktdesign, um die Versorgungssicherheit zu garantieren, die Energiekommission sei dran, zitiert das Blatt den Präsidenten der nationalrätlichen Energiekommission, Stefan Müller-Altermatt. (SoZ, S. 1,2,3)

STROMMARKT II/ALPIQ: Die Schweiz müsse definieren, welchen Eigenversorgungsgrad sie in Zukunft wolle. Dies zumindest ist die Ansicht des VR-Präsidenten von Alpiq, Jens Alder, wie er in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" erklärte. "Ohne ein solches Ziel droht die Energiepolitik in einem endlosen ideologischen Konflikt stecken zu bleiben." Ein reiner Import wäre laut Alder eine gefährliche Strategie. Weiter verteidigte er den Bau der Pumpspeicherwerke: Die Anlagen seien technisch gesehen eine geniale Lösung und niemand könne heute sagen, ob dies tatsächlich Fehlinvestitionen gewesen seien. Mit Blick auf den geplanten Verkauf von 49% des Wasserkraftportfolios von Alpiq, wollte Alder keine neue zeitliche Deadline definieren. "Das Geschäft ist komplexer als wir dachten", sagte er dazu. (SoZ, S. 3)

STEUERREFORM: International tätige Firmen mit Sitz in der Schweiz wollen offenbar ihre Steuerprivilegien aufgeben. Dies weil ihnen ausländische Steuerbehörden nach der mit der USR III gescheiterten Abschaffung der Holding-, Sitz- und gemischten Gesellschaften das Leben schwer machen würden, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung". Rund zehn Firmen in Zug wollten ihren bisherigen Steuerstatus einer Holding oder gemischten Gesellschaft aufgeben, zitiert die Zeitung den Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. Laut ihm setzen Länder wie Italien, Belgien oder Finnland Unternehmen mit Holding-Strukturen in der Schweiz unter Druck. Weiter zitiert die Zeitung den Sekretär der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren, Andreas Huber: "Ich höre von verschiedenen Seiten, dass Unternehmen sich überlegen, ihren privilegierten Steuerstatus aufzugeben." Auslöser dafür seien Schikanen beispielsweise über Verzögerungen von Ausfuhrbewilligungen oder Zolldeklarationen.

DATENSCHUTZ: Der Präsident der Bankiervereinigung (SBVg), Herbert Scheidt, sieht ein Risiko, dass Kundendaten an den US-Geheimdienst gelangen könnten. Heikle Datenschutzfragen seien vor dem automatischen Informationsaustausch nächstes Jahr noch ungeklärt, sagte Scheidt. Die Bankiervereinigung habe bei der OECD intensiv nachgefragt, sagte Herbert Scheidt, Präsident der Bankiervereinigung (SBVg) in einem Interview der "NZZ am Sonntag". Wichtig sei, dass die Daten nur für den vorgesehen Zweck, also die Besteuerung, genutzt werden könnten. Gemeint sind Daten von ausländischen Kunden mit Konten in der Schweiz. Scheidt bezeichnete es als heikel, dass die von der OECD mit dem Austausch beauftragte Firma Unisys Belgien ihr Mutterhaus in den USA habe und dieses der "Patriot Act" unterstellte sei. "Folglich besteht das Risiko, dass die Daten dem US-Geheimdienst zur Verfügung gestellt werden könnten", sagte Scheidt weiter. (NZZaS, S. 31; siehe separate Meldung)

cf

(AWP)