Presseschau vom Wochenende 24 (17./18. Juni)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
18.06.2017 16:56

ACTELION: Nach der Übernahme durch Johnson&Johnson will die die neue Chefin von Actelion, Jane Griffiths, "die Erfolgsstory von Actelion fortführen". Es gehe nun darum, die Schweizer Biotechfirma in den globalen Konzern J&J zu integrieren, so die Britin in einem Interview mit der "NNZ am Sonntag". "Es wird Teil meiner Rolle sein, den Actelion-Mitarbeitern zu helfen, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden." Auch habe man keine Entlassungspläne: "Im Gegenteil, wir wollen in der Schweiz unsere Bedeutung erhöhen." (NZZaS S. 32; siehe auch separate Meldung)

SUNRISE: Sunrise-Chef Olaf Swantee sieht sein Unternehmen gewappnet angesichts der Tatsache, dass in der EU die Roaminggebühren abgeschafft worden sind. Sunrise biete unlimitierte Dienste zu tiefen Preisen, was bei den europäischen Konkurrenten nicht immer der Fall sei. Das Aus für Roaminggebühren betreffe kleinere europäische Anbieter nicht, sagte Swantee in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". "Schon jetzt gehen viele in der Branche davon aus, dass einige Telekom-Anbieter ihre Tarife gar erhöhen werden, um die Ausfälle zu kompensieren." ("Le Matin Dimanche"; siehe auch separate Meldung)

ADMEIRA: Die Geschäfte der Werbeallianz von SRG, Swisscom und Ringier laufen einem Medienbericht zufolge "nicht ganz rund". Wer mit Vertretern von Medien spricht, die Admeira vermarktet, bekomme fast nur Negatives zu hören, schreibt die "Schweiz am Wochenende". "Seit Admeira uns vermarktet, haben wir keine Werbung mehr", sagte demnach eine Quelle. Der Frust sitze vor allem bei Vertretern von Printtiteln tief. Neben Zeitungen und Zeitschriften wie "Bilanz" und "Beobachter" vermarktet Admeira TV-Werbung der SRG und Online-Dienste der Swisscom. (SaW S. 14)

MOBIMO: Das Immobilienunternehmen will seine "grosszügige Dividendenpolitik" weiterführen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Niveau von aktuell 10 CHF Dividende halten können", sagte CEO Christoph Caviezel im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft". Die Bewertung des Sektors erachtet er zwar als hoch. "Aber mit Blickrichtung nach vorn ist das aktuelle Niveau vielleicht die neue Normalität, und die Bewertung steigt weiter." Gelangten die Investoren zur Überzeugung, "dass unser Geschäftsmodell die derzeitige Dividendenrendite von 3,6% sichert", sei der Kursanstieg nicht übertrieben, so Caviezel. Die Nachfrage nach Wohnraum sei auf jeden Fall intakt; daran habe sich nichts geändert. (FuW S. 13)

ZUR ROSE: Die Apothekengruppe will laut einem Medienbericht bereits im Juli an die Börse gehen. Das Unternehmen werde dies am Donnerstag bekanntgeben schreibt die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf mehrere Insider aus der Finanz- und Pharmabranche. Offiziell hatte es bisher nur geheissen, dass ein IPO für dieses Jahr geplant sei. Am Montag findet dazu die ausserordentliche Generalversammlung statt. Die grossen Aktionäre von Zur Rose stehen hinter dem Vorhaben, wie das Blatt schreibt. (SoZ S.30)

INDUSTRIE: Pensionskassen sollten laut einem Interview von Swissmem-Präsident Hans Hess mit dem "Sonntagsblick" mehr Risikobereitschaft zeigen und der Schweizer Industrie helfen. "Es gibt so viel Geld in der Schweiz, aber es fehlt an Risikobereitschaft, dieses Geld innovativen Firmen zur Verfügung zu stellen." Damit könnten Start-Ups oder KMU finanziell unterstützt werden. Zudem sagte Hess, dass es in der Schweiz ein radikales Umdenken beim lebenslangen Lernen brauche. Ein bisschen weiterbilden reiche nämlich heutzutage nicht mehr aus - vor allem die Bereitschaft zu einer kompletten Umschulung sei mittlerweile vielerorts gefragt. ("Sonntagsblick"; siehe auch separate Meldung)

RENTENREFORM: Die älteren Jahrgänge werden bei der Zustimmung des Volkes zur Rentenreform am 24. September als die klaren Gewinner hervorgehen. Das schreibt die "NZZ am Sonntag" unter Berufung auf neueste Berechnungen. Demnach verbessert sich für einen Mann mit Jahrgang 1969 das Budget um 9'200 CHF. Wurde die Person dagegen im Jahr 1974 geboren, führt die Vorlage zu einer finanziellen Verschlechterung von 20'700 CHF. Fünf Jahre Altersunterschied bedeuten somit eine Differenz von 30'000 CHF. Die Kalkulation basiere auf einem Lohn von 84'600 CHF und einer mittleren Lebenserwartung von 85 Jahren. (NZZaS S. 27, 29)

WASSERVERSORGUNG: Die Schweizer Wasserversorger schlagen laut der "NZZ am Sonntag" Alarm. An jeder fünften Trinkwassererfassung würden mittlerweile zu hohe Pestizid-Konzentrationen gemessen, schreiben sie in einem neuen Positionspapier, das der Zeitung vorliegt. "Die festgestellte Trendentwicklung ist besorgniserregend." Laut Martin Sager, dem Direktor des Vereins des Gas- und Wasserfaches, sei es unbedingt zu vermeiden, dass immer mehr sowie neue Schadstoffe ins Wasser gelangten. Man werde sonst künftig kaum mehr naturnahes Trinkwasser zu einem günstigen Preis anbieten können. Als Gegenmassnahme fordern die Fachleute gezielte Verbote von Pestiziden. (NZZaS S. 11)

BR BURKHALTER: Nach dem angekündigten Rücktritt von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter wünschen sich viele Schweizer auch den Rücktritt seines freisinnigen Kollegen Johann Schneider-Ammann. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter 1'100 Stimmbürgern in der ganzen Schweiz im Auftrag des "Sonntagsblicks". Rund 69% verlangen demnach, dass nunmehr auch die Zeit für Schneider-Ammann gekommen sei und er den Hut nehmen solle. In der Beliebtheitsskala unterbietet er die SVP-Bundesräte Ueli Maurer und Guy Parmelin. Rund 63% der Befragten forderten zudem, dass nach Burkhalter eine Frau die Vakanz in der Regierung besetzen solle. ("Sonntagsblick")

IMPFSTOFFE: Bei bestimmten Impfstoffen gibt es derzeit Versorgungsengpässe. So müssten laut einer Meldung des "Sonntagsblicks" viele Ärzte bei Diphtherie, Starrkrampf, Kinderlähmung und Keuchhusten auf weniger geeignete, alternative Impfungen umstellen. Auch der Einzelimpfstoff gegen Polio fehlt offenbar. In Schweizer Praxen und Spitälern sei daher Flexibilität gefragt, erklärte der Kinderarzt und Wissenschaftliche Sekretär der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Daniel Desgrandchamps, zu der Zeitung. ("Sonntagsblick")

ys/

(AWP)