Presseschau vom Wochenende 25 (18./19. Juni)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
19.06.2016 18:01

BREXIT: Die baldige Abstimmung über den Verbleib Grossbritanniens in der EU beherrscht die Schlagzeilen der Wochenendpresse. Die "NZZ am Sonntag" rechnet mit "gravierenden Folgen" für die Schweiz im Falle eines Brexit. Es drohe ein neuer Frankenschock, Verluste bei den Banken und eine Blockade der Verhandlungen mit der EU. "Bei einem Brexit würde der Druck von Brüssel auf die Schweiz steigen, ein Rahmenabkommen abzuschliessen", wird WTO-Botschafter Luzius Wasecha in der "SonntagsZeitung" zitiert. Andere Kreise, wie etwa ehemalige Chefunterhändler Michael Ambühl, rechnen laut Artikel im Falle eines Austritts Grossbritannien mit der Möglichkeit für flexiblere Lösungen im Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU. Ein Austritt der Briten könnte die EU dazu bewegen, von ihrem "binären Modell" abzukommen, wonach ein Staat entweder ganz oder nicht dabei ist, heisst es. Die "Schweiz am Sonntag" thematisiert den im Zug der Brexit-Angst erstarkten Frankenkurs aus Sicht der KMUs. Die Sicherheit des Frankens für die Finanzmärkte bedeute eine Margenkrise für den Werkplatz. "Wer behauptet, im Export sei die Talsohle durchschritten, ist zu weit weg von der Realwirtschaft", so Jürg Zwahlen, Inhaber des KMU Birchmeier. (NZZaS, S.1ff; SoZ, S. 8f; SaS, S.20)

SWISS LIFE: Der Konzernchef des Lebensversicherers Swiss Life, Patrick Frost, hat weitere Massnahmen zur Sicherung der Altersvorsorge gefordert. In einem Gastbeitrag in der Zeitung "Schweiz am Sonntag" plädierte der CEO etwa für niedrigere BVG-Beiträge mit zunehmendem Alter. Zwar gingen die geplanten Reformen der Altersvorsorge 2020, die derzeit vom Parlament beraten werden, in die richtige Richtung, aber angesichts der enorm steigenden Lebenserwartung nicht weit genug, so Frost. (SaS, S. 17 - siehe separate Meldung)

POSTFINANCE: Die Postfinance-Spitze tut sich schwer damit, dass die Politik der Post-Tochter keine Kredit- und Hypothekenvergabe erlauben will. Um dies zu ermöglichen, seht Postfinance-Chef Hansruedi Köng auch einer Privatisierung und einem Börsengang positiv gegenüber. Ein Börsengang wäre eine "intelligente Lösung", sagte Köng in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Er weist aber darauf hin, dass nach heutiger Gesetzgebung die Post mindestens 51 Prozent an Postfinance halten müsste. Sorgen bereitet dem CEO auch die Auswirkungen eines möglichen Brexit. Sollte Grossbritannien für einen Austritt aus der EU stimmen, rechne er bei der Postfinance mit "Abschreibungen im zweistelligen Millionenbereich". (NZZaS, S. 29 - siehe separate Meldung)

NESTLÉ: Die Spekulationen über die Nachfolge des im kommenden Jahr abtretenden Nestlé-CEO Peter Bulcke gehen weiter. Dass Nestlé einen jungen, externen Shooting-Star hole, sei nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich, schreibt die "NZZ am Sonntag" in einem Artikel. Als interne Favoriten für den Posten werden im Artikel der derzeitige Leiter der Region Amerika Laurent Freixe, der Leiter des Bereichs Business Excellence Chris Johnson und Asien-Chefin Wan Ling Martello genannt. (NZZaS, S. 27)

SYNGENTA: Die Übernahme des Basler Agrochemie-Konzerns Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina stösst in den USA auf grossen Widerstand. Wie die "Schweiz am Sonntag" mit Verweis auf eine mit der Angelegenheit bestens vertraute Quelle berichtet, zeigen sich sowohl die US-Regierung wie auch Kongressabgeordnete besorgt und könnten die Übernahme blockieren. In dieser Woche soll bekannt geworden sein, dass ChemChina den Antrag bei der US-Übernahmekommission neu einreichen muss. Hintergrund sind Befürchtungen in den USA, dass sich China über Übernahmen durch Staatskonzerne Marktzugang in andere Länder sichern will, ohne Gegenrecht zu gewähren, wie es bei einem Staatsvertrag üblich wäre. (SaS, S. 19)

NOVARTIS/SANDOZ: Sandoz, ein Tochterunternehmen von Novartis, will sich im Geschäft mit Biosimilars langfristig als Marktführer etablieren. "Wir werden bis 2017 elf Zulassungen einreichen", sagte Sandoz-Chef Richard Francis im Interview mit der Zeitung "Finanz+Wirtschaft". Darunter sei auch der Antrag für ein Nachahmerprodukt für das Medikament gegen Autoimmunerkrankungen Humira, das seinem Hersteller im vergangenen Jahr 14 Mrd USD eingebracht habe. Auch nach dem laufenden Umbau sieht der Sandoz-Chef sein Unternehmen innerhalb des Novartis-Konzerns. Der Konzern konzentriere sich auf Divisionen mit globaler Grösse, die in ihren Marktfeldern zu den Top drei zählen - diese Kriterien erfülle Sandoz (FuW, Ausgabe 18.6, S. 6)

SIKA: Die Sika-Führung wehrt sich weiterhin gegen die Übernahme durch Saint-Gobain. 120 Manager von Sika hätten in einem Brief an den Verwaltungsrat und Konzernchef von Saint-Gobain ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Verkauf bekräftigt, heisst es in einem Artikel der "Schweiz am Sonntag". Unter den Unterzeichnenden seien alle Länderchefs sowie Kaderleute aus den Bereichen Betrieb, Entwicklung und Service. (SaS, S. 21)

BSI/1MDB: Der Bund will die im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB eingezogenen Gewinne der Tessiner Bank BSI von 95 Mio CHF nicht an Malaysia abtreten. Der Finanzminister Ueli Maurer habe ein entsprechendes Gesuch des Bruno-Manser Fonds vergangene Woche abschlägig beantwortet, heisst es in einem Artikel der Sonntagszeitung. (SoZ S. 36)

UPC CABLECOM: UPC Cablecom setzt erstmals auf ein Glasfasernetz eines öffentlichen Werks. Seit einigen Tagen biete UPC seine Dienste auf dem Glasfasernetz der Gemeinde Dietlikon ZH an, wie aus einem Artikel der "Schweiz am Sonntag" hervorgeht. Dietlikon sei aber ein Spezialfall, da dort kein Koaxialnetz bestehe, wird ein Unternehmenssprecher im Artikel zitiert. Man sei aber daran interessiert, Produkte auch dort anzubieten wo man noch nicht präsent sei und habe deshalb ein entsprechendes Angebot der Gemeinde angenommen. Die Nutzung des Glasfasernetzes bleibe für UPC aber ein Ausnahmefall. (SaS, S. 22)

HOTELPLAN/MIGROS: Hotelplan will sich offenbar von seinen Aktivitäten in Italien trennen. Das Italien-Geschäft der Migros-Tochter stehe vor dem Aus, heisst es in einem Artikel der Sonntagszeitung. Die Perspektiven für die defizitäre Ländergesellschaft seien so schlecht, dass eine Schliessung wahrscheinlich sei, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf eine "gut unterrichtete, interne Quelle bei der Migros". Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann hatte kürzlich in einem Interview mit der "Handelszeitung" dagegen verlauten lassen, dass Hotelplan in Italien eine Partnerschaft anstrebe. (SoZ, S. 38)

an/

(AWP)