Presseschau vom Wochenende 26 (01./02. Juli)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
02.07.2017 17:28

STARTUPS: Schweizer Startups sollen mehr gefördert werden. Zu diesem Zweck stellt ein neu geschaffener Fonds, die Swiss Entrepreneur Foundation, eine halbe Milliarde Franken als Risikokapital für Jungunternehmer bereit, schreibt die "NZZ am Sonntag" in einem Interview mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Zu diesem Zweck habe sich der Minister seit Wochen hinter den Kulissen mit Vertretern der Wirtschaft getroffen, am Freitag fiel nun der Startschuss. Die Credit Suisse, die UBS und die Mobiliar seien dabei und hätten für den Fonds insgesamt 200 bis 300 Mio CHF in Aussicht gestellt, erklärt der Wirtschaftsminister im Interview mit der Zeitung. Auch die Helvetia-Versicherung prüfe eine Einlage. Man stehe auch mit weiteren Personen und Unternehmen im Gespräch. (NZZ am Sonntag, S. 1/8)

NESTLÉ: In der Wochenendpresse werden der anstehende Strategiewechsel bei Nestlé und das angekündigte Aktienrückkaufprogramm nach dem Einstieg des Investors Daniel Loeb breit diskutiert. So hinkt laut einem Bericht der NZZ am Sonntag (S. 28) der Vergleich von Loeb zwischen den Nestlé-Aktien und den Unilever-Papieren. Denn Loeb habe den Vergleich in Lokalwährungen gemacht - umgerechnet auf den Frankenkurs hätten die Nestlé-Aktionäre deutlich mehr Rendite erhalten als bei Unilever. Laut der "SonntagsZeitung" (S. 34) ist Nestlé-Chef Mark Schneider durchaus offen für die Vorschläge von Loeb gewesen - sie hätten mit seinem Plänen in fast allem überein gestimmt. Nun würden Aktionäre Loeb gratulieren, auch bekannt Schweizer Namen seien darunter, wird der Insider weiter zitiert.

VONTOBEL: Vontobel-Chef Zeno Staub hält nichts von den in der Branche verbreiteten Sparprogrammen und Outsourcing in billige Länder. Sparen sei keine Strategie und es helfe der Innovation nicht, Mitarbeiter über den Globus zu verteilen, sagte Staub der "SonntagsZeitung". "Wir werden sicher nicht Mitarbeiter nach Polen oder Indien verschieben", sagte Zeno Staub im Interview. Das Backoffice sei in Zürich und das bleibe so. Die Bank Vontobel könnte zwar die Administration nach Polen verlegen und tiefere Löhne zahlen. (SonntagsZeitung, S. 36)

BANKENGEBÜHREN: Die steigenden Gebühren für Schweizer Sparer bei den Banken sind nun ein Fall für den Preisüberwacher. So verlangten Banken mittlerweile vermehrt Gebühren von Kunden, die bislang gratis waren, erklärt Bankenombudsmann Marco Franchetti in einem Artikel der "NZZ am Sonntag". "Sie versuchen damit, ihre sinkenden Zinserträge zu kompensieren." Seit dem Jahr 2000 seien die Bankgebühren um über 80% gestiegen. Zudem bekämen viele Kunden den Anstieg garnicht mit. "Eine Preisänderung ohne Vorankündigung ist nach unserer Einschätzung unzulässig." Preisüberwacher Stefan Meierhans hat mittlerweile auch aufgrund von Gebühren für den Transfer eines Depots oder die Ablösung einer Hypothek, die den Kunden in der freien Auswahl ihrer Bank behindern, beim Seco einen Antrag zur Prüfung der Rechtmässigkeit solcher Gebühren gestellt. (NZZ am Sonntag, S. 27)

SPS/ZKB: Die ZKB wird die Büros im Prime Tower von Swiss Prime Site im Jahr 2020 wieder verlassen. Ein entsprechender Bericht von "Inside Paradeplatz" wurde der "NZZ" bestätigt. Die Büroflächen würden aufgegeben, die Filiale der Bank bleibe aber im Gebäude. (NZZ, S. 21)

LINDT: Die US-Tochter Russel Stover wird erstmals eine Schokolade auf den Markt bringen, die statt mit herkömmlichem Zucker mit Stevia gesüsst ist. Die Innovation sei erst kürzlich auf der "Sweet & Snacks Expo 2017" präsentiert worden, schreibt die Zeitung "Schweiz am Wochenende". Lindt habe mehr als zwei Jahre an den Produkten getüftelt, wird das Unternehmen zitiert. Geschmacklich seien sie von der herkömmlichen Schokolade kaum zu unterscheiden. Für die Marke Lindt selbst gebe es aber keine Stevia-Pläne.

MIGROS: Laut einem Artikel des "Tagesanzeiger" lässt die Migros, die selbst vehement gegen den Einkaufstourismus kämpfe, einige ihrer Broschüren im Ausland drucken. Laut einem anonym bleibenden Chefverkäufer einer Zürcher Druckerei sei es in der Branche ein offenes Geheimnis, dass die Migros viele Druckaufträge nach Deutschland und auch Polen vergebe. Die Migros selbst gibt an, dass das Migros-Magazin zu 100% in der Schweiz gedruckt werde, Aufträge für Prospekte und Broschüren allerding im Schnitt zu 85% nach Deutschland gegangen seien. (Tagesanzeiger S. 9)

POST/POSTFINANCE: Die Schweizerische Post will das Porto für Briefe erhöhen. Das sagte der Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller in einem Interview mit dem "Blick" vom Samstag.

Zwar werde es künftig weiterhin A- und B-Post geben, der Preis von einem Franken für einen A-Post-Brief sei allerdings zu tief. "Darum wollen wir 2019 die Tarife in der Briefpost erhöhen", sagte Schwaller. Zur Grössenordnung des Preisaufschlags wollte er aber noch keine Angaben machen. "Die Erhöhung wird massvoll sein", betonte Schwaller allerdings. Der Post-Verwaltungsratspräsident zieht zudem für den Geschäftsteil Postfinance eine Teilprivatisierung in Betracht. "Wichtig ist, dass man zumindest eine Öffnung in Sachen Eigentümer macht", sagte er. "Ich hoffe, dass wir rasch zu einer Entscheidung kommen und im Parlament eine Diskussion entsteht."

dm/

(AWP)