Presseschau vom Wochenende 29 (16./17. Juli)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
17.07.2016 17:05

SYNGENTA: US-Senator Chuck Grassley erhöht den Druck gegen die geplante Übernahme von Syngenta durch ChemChina. Senator Grassley von Iowa habe in der vergangenen Woche eine Gesetzesvorlage eingereicht, die gegen die Übernahme von Syngenta durch die chinesische Staatsfirma ziele, heisst es in einem Artikel der "NZZ am Sonntag". Das Gesetz sei darauf ausgelegt, dass auch das Landwirtschaftsministerium einen permanenten Sitz im CFIUS, dem Committee on Foreign Investment in the United States, erhalte. Das CFIUS prüft, ob Verkäufe amerikanischer Unternehmen an ausländische Investoren die nationale Sicherheit gefährden. Und ein Grossteil des Saatgut-Geschäfts von Syngenta befindet sich in den USA. Bereits im vergangenen März hatte sich Grassley entsprechend geäussert. (NZZaS, S. 22)

MEYER BURGER: Beim Solarzulieferer Meyer Burger steht offenbar eine Refinanzierung ins Haus. Meyer Burger habe die UBS und die Bank Rothschild damit beauftragt, dringend benötigtes Kapital zu beschaffen, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung" mit Verweis auf eine interne Quelle der Grossbank. Welcher Art die Refinanzierung sein wird, könnte Meyer Burger bereist mit den Halbjahreszahlen am 17. August bekanntgeben. Zur Diskussion stünden eine neue Anleihe, Überbrückungskredite oder eine erneute Kapitalerhöhung; die dritte in vier Jahren. Möglich wären weiter der Verkauf von Firmenteilen, welche nicht zum Kerngeschäft gehören oder ein Verkauf des ganzen Unternehmens. Weiter weist der Artikel darauf hin, dass der Vermögensverwalter Veraison mit dem Kauf von Wandelanleihen im Wert von 13,3 Mio CHF bei Meyer Burger eingestiegen sei, was vordergründig als gutes Zeichen zu werten sei. (SoZ, S. 34)

RENOVA: Gegen die Schweizer Gas- und Energiegesellschaft Avelar Energy Group, die zur Renova-Gruppe gehört, will die norwegische Energiefirma EAM Solar rechtliche Schritte einleiten. EAM Solar wirft Avelar vor, beim Verkauf von Solarkraftwerken in Italien im Jahr 20144 unrechtmässig gehandelt zu haben, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung". EAM Solar-CEO Viktor Jacobsen habe seine Absicht gegenüber der Zeitung bestätigt. Bereits Ende Februar wurde in den Medien über rechtliche Schritt von EAM Solar gegenüber Avelar spekuliert. Damals hiess es, es werde Klage im Wert von 212 Mio EUR vorbereitet. Im heutigen Artikel ist noch von einem Streitwert von 82 Mio EUR die Rede. (SoZ, S. 31)

UHRENINDUSTRIE: Die Schweizer Uhrenindustrie hat nach Ansicht von Swatch-Mitbegründer Ernst Thomke den Trend zur Smartwatch verschlafen oder verpasst. Die Branche sehe darin eine blosse Spielerei. Ausnahme sei Tag Heuer, die ein interessantes Produkt auf den Markt gebracht habe, sagt Thomke in einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag". Smartwatches würden nicht erst noch zum Erfolg, sie seien schon heute einer. "Vor fünf Jahren habe ich eine Prognose zu den Verkaufszahlen gewagt - diese ist bei weitem übertroffen", zeigte sich der Uhrenmanager überzeugt. "Die wichtigsten Funktionen, die wir tagtäglich Dutzende Male brauchen, lassen sich am Handgelenk schneller und einfacher erledigen, erklärt der ehemalige Chef des Uhrenkonzerns SMH, der heutigen Swatch Group. "Deshalb glaube ich, dass einige Funktionen ans Handgelenk wandern werden. Ähnlich wie die Uhr mehr als Taschenuhr im Hosensack getragen wird." Mit der Weigerung der Branche, in den Markt für intelligente Uhren zu drängen, würden zwar die industrielle Basis und auch die Führungsposition im elektronischen Bereich geschwächt. An eine Krise der Schweizer Uhrenindustrie wie in den Achtzigerjahren glaubt Thomke deswegen jedoch nicht. (SaS, S. 14; siehe separate Meldung)

MIGROS: Die Migros Zürich hofft offenbar wieder auf eine Übernahme von 130 Filialen der deutschen Detailhandelskette Tengelmann in Bayern. Eine Übernahme von Tengelmann-Filialen im Raum München sei weiterhin eine Option, die ernsthaft geprüft werde, lässt sich eine Sprecherin von Migros Zürich in einem Artikel der "Schweiz am Sonntag" zitieren. Grund dafür sei ein Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf, das die Erlaubnis des deutschen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel, die Tengelmann-Filialen an Edeka zu verkaufen, als rechtswidrig aufgehoben habe. (SaS, S. 22)

ECONOMIESUISSE: Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl hat keine Angst vor einer Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III. "Das macht uns nicht nervös, die Reform ist breit abgestützt", sagte sie in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die Reform werde getragen von Bundesrat, vom Parlament, von den Kantonen und geschlossen von der Wirtschaft. Die Ausganslage sei zudem anders als noch bei der USR II, welche vom Volk nur knapp angenommen wurde. (NZZaS, S. 8)

SECO: In der SECO-Korruptionsaffäre um einen Ressortleiter hat das Staatssekretariat für Wirtschaft offenbar sechs Millionen Franken zu viel für Hardware bezahlt. Das berichten "Le Matin Dimanche" und die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf einen Insider. Die Zahl soll von der Firma IBM berechnet worden sein, deren Produkte die beschuldigte Firma als Zwischenhändlerin ans SECO verkauft hatte. Dabei soll sie auch Rabatte nicht weitergegeben und Rechnungen für fiktive Leistungen gestellt haben. Der mittlerweile fristlos entlassene SECO-Ressortleiter wird verdächtigt, über lange Zeit von IT-Firmen "geldwerte Leistungen in erheblichem Umfang" entgegengenommen zu haben. Die Bundesanwaltschaft (BA) ermittelt seit 2014 und hofft laut den Zeitungen, noch in diesem Jahr Anklage erheben zu können. Für die Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung. (SoZ, S. 6)

TÜRKEI: Nach dem Putschversuch in der Türkei ist Aussenminister Didier Burkhalter besorgt über die Auswirkungen auf die Flüchtlingssituation. "Die Rolle der Türkei ist sehr wichtig in der ganzen Region", sagte der FDP-Bundesrat in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". Das Land habe über drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen und diese Herausforderung bislang bemerkenswert gut gemeistert. Sei die regionale Stabilität in Gefahr, könnte sich das auf die Situation der Flüchtlinge negativ auswirken. Er verurteile den Putschversuch, der viele Menschenleben gekostet habe. "Das Land hat eine demokratisch gewählte Regierung", betonte Burkhalter. Zugleich nehme der Bundesrat aber mit Sorge zur Kenntnis, dass sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage in der Türkei zunehmend verschlechtere. (Sobli)

FIFA: Diesen Sonntag berät offenbar die FIFA-Ethikkommission über die Zukunft des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Dabei geht es um die Frage, ob Infantino unerlaubte Begünstigungen angenommen habe, wie es in einem Artikel der "SonntagsZeitung" heisst. Mögliche Sanktionen wären eine Sperrung von Infantino oder ein Verweis. Der Entscheid der Kommission soll am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Die Zeitung beruft sich dabei auf involvierte Kreise. (SoZ, S. 29)

(AWP)