Presseschau vom Wochenende 3 (21./22. Januar)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
22.01.2017 17:28

NOVARTIS: Novartis-CEO Joe Jimenez will sein Amt offenbar in zwei Jahren niederlegen. Dies berichtet die "Sonntagszeitung" in einem Artikel unter Berufung auf "Konzernleitungskreise". Bis dahin stehe der Novartis-Chef aber noch vor grossen Herausforderungen wie der Sanierung der Augenheilsparte Alcon. Bei einem Verkauf der Sparte im gegenwärtigen Zustand drohe ein Goodwill-Abschreiber von rund 18 Mrd USD, heisst es im Artikel. Jimenez gebe sich für die Sanierung Zeit bis 2018. Auch die Zeitung "Schweiz am Sonntag" beschäftigt sich in einem Artikel mit den gegenwärtigen Problemen des Pharmakonzerns, der am kommenden Mittwoch seine Jahreszahlen für 2016 publizieren wird. Die Investoren würden bemängeln, dass auch das laufende Jahr 2017 für Novartis ein Übergangsjahr werde, heisst es dort. Dies erhöhe auch den Druck auf die Konzernleitung. (SoZ, S.33; SaS S.22)

LONZA: Rolf Soiron, seit 2005 Verwaltungsratspräsident beim Pharmazulieferer Lonza, will entgegen einer anderslautenden Ankündigung sein Amt an der kommenden Generalversammlung doch noch nicht abgeben. Nach der Grossübernahme des US-Pharmazulieferers Capsugel im Dezember sehe es Soiron als seine Pflicht an, noch ein weiteres einjähriges Mandat anzuhängen, heisst es in der "Sonntagszeitung" mit dem Verweis auf Stimmen aus dem Lonza-Verwaltungsrat. Damit sollen der reibungslose Ablauf der Kapitalerhöhung und die Integration von Capsugel sicher gestellt werden. (SoZ, S.35)

RICHEMONT: Beim Luxusgüterkonzern Richemont wird Kritik aus den eigenen Reihen laut. "Die Euphorie der letzten Jahre hat zu Exzessen bei der Erhöhung der Preise geführt, die nicht mehr viel Bezug zum Wert des Produktes hatten", wird der ehemalige Richemont-Verwaltungsrat Franco Cologni in der "NZZ am Sonntag" mit dem Verweis auf ein Interview in der Zeitschrift "Journal de la Haute Horlogerie" zitiert. Der Bereich der teuren Luxusuhren habe "eine Ohrfeige" erhalten, wobei die statistischen Daten, die einen Exportrückgang von 14,5% zeigen, nicht die Realität der Märkte widerspiegeln würden. "Die Verkäufe an die Endkunden waren tiefer, sehr viel tiefer, als die Exportdaten anzeigen". Laut Artikel soll das laufende Jahr für die Branche aber wieder ein besseres werden. Für Richemont gelte es die Fehler der Vergangenheit in der Preispolitik zu korrigieren. (NZZaS, S.31)

DUFRY: Der Reisedetailhändler Dufry fürchtet sich nicht vor einem "harten Brexit". Er rechne im Gegenteil sogar mit einem positiven Einfluss auf die Geschäfte bei einer solchen Entwicklung, wird Unternehmenssprecher Renzo Radice in einem Artikel der Zeitung "Finanz+Wirtschaft" zitiert. "Wenn Grossbritannien wie angekündigt aus der EU austritt, wird aus dem Duty-paid-Geschäft von Reisenden nach Europa ein Duty-free-Geschäft". Dieses ist für Dufry deutlich attraktiver. Auch die Schwäche des britischen Pfundes habe sich noch nicht negativ auf die Urlaubsreisen der Briten in den wichtigen Reisemarkt Spanien ausgewirkt. So habe Dufry in Spanien keinen Rückgang von Buchungen aus Grossbritannien gesehen, so der Firmensprecher. (FuW, Ausgabe 21.1., S.12)

TELEKOMMUNIKATION: UPC Cablecom hat die Ambition, in der Schweiz hinter dem Marktführer Swisscom die Nummer zwei bei den Telekomanbietern zu werden."Vielleicht werden wir irgendwann ein eigenes mobiles Netz besitzen und der andere grosse, nationale Telekom-Konzern der Schweiz sein", sagt Michael Fries, Chef der UPC-Muttergesellschaft Liberty Global, zur "NZZ". Der Unterhalt eines eigenen Mobilfunknetzes lohne sich aber nicht, "wenn man in einem Land nur 20% des Marktes abdeckt". Aktuell greift UPC Cablecom bei ihrem Bündelangebot (Festnetz, Breitband, Mobilfunk und TV) auf das Netz von Salt zurück. (NZZ, Ausgabe 21.1., S.29)

USR III: Vor der Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III haben die meisten Kantone angekündigt, wie sie diese umsetzen wollen. Fast alle planen eine teils deutliche Reduktion der Gewinnsteuersätze. Nach einer Zählung der "Schweiz am Sonntag" lassen sich neun Kantone indes nicht in die Karten blicken, wie sie ein Ja zur Vorlage umsetzen würden. Unter ihnen ist unter anderem der Kanton Aargau. Der dortige Finanzdirektor Markus Dieth sagte dem Blatt, er halte es für "eigenartig", die Umsetzung schon vor der Abstimmung anzukündigen, wenn dereinst das Parlament darüber entscheiden müsse. (SaS S.6)

STROMWIRTSCHAFT: Energieministerin Doris Leuthard will keine Subventionen für Atomkraftwerke. "Wenn etwas 40 Jahre lang Gewinn bringt, dann sollte es auch möglich sein, ein paar Jahre mit Verlust zu überstehen", sagte sie in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Die Kernkraft habe günstige Preise, da vieles abgeschrieben sei. Einzig hohe Sicherheitskosten könnten eintreten. "Dann ist es ein unternehmerischer Entscheid, ob man weiter investiert oder abschaltet." (SoZ, S. 13f; siehe auch separate Meldung)

AMTSANTRITT DONALD TRUMP: Donald Trumps Amtsantritt als US-Präsident war auch in der Wochenendpresse das grosse Thema. Der Vorgang wird von Kommentatoren im In- und Ausland als Beginn einer neuen "Epoche" oder gar "Revolution" bewertet. Etwas nüchterner zeigt sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Gespräch mit dem Tagesanzeiger. "Immerhin ist ein Unternehmer US-Präsident", so Schneider-Ammann. Sein Telefongespräch mit Donald Trump sei "gut" gewesen. Auch die Besetzung der Ministerien sei für ihn spannend. "Hier nimmt eine Truppe mit vielen Unternehmern die Zügel an die Hand." Dies sei eine Chance, wobei er sich keine Prognose anmasse. Als Effekt des von Trump angekündigten Infrastrukturprogramms und der Steuersenkungen würden nun auch die hiesigen Industrie-Firmen wieder über Wachstum sprechen. (Tagesanzeiger, Ausgabe 21.1., S.7)

BREXIT: Grossbritannien sollte sich nach Meinung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble bei der Gestaltung des Brexits an der Schweiz orientieren. "Die Briten sollen sich ein Beispiel daran nehmen, wie klug die Schweiz nationale Souveränität und enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Union verbindet", sagte Schäuble der "NZZ am Sonntag". (NZZaS, S.28f.; siehe auch separate Meldung)

CNN: Der amerikanische Nachrichtensenderpionier CNN kommt mit einem eigenen TV-Sender in die Schweiz. Ab Herbst wird CNN Money Switzerland vor allem Wirtschaftsnachrichten auf Englisch aus zwei Studios in Zürich und Genf senden, heisst es in einem Artikel der "Sonntagszeitung". (SoZ, S.35 - siehe auch separate Meldung)

BELAIR: Helvetic Airways, die Fluggesellschaft des Finanzinvestors Martin Ebner, hat kein Interesse an der Übernahme der in der vergangenen Woche gegroundeten Air Berlin-Tochter Belair. "Wir haben uns die Firma angesehen, aber das Konzept passt nicht zu unserem Geschäftsmodell", wird Helvetic Airways Finanzchef Tobias Pogorevc in der Zeitung "Schweiz am Sonntag" zitiert. Sollte keine andere Lösung auftauchen, werde Belair per Ende März liquidiert. (SaS, S.20)

an/

(AWP)