Presseschau vom Wochenende 32 (6./7. August)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
07.08.2016 16:37

EU-POLITIK: Aussenminister Didier Burkhalter gibt einem Rahmenabkommen mit der EU wenig Chancen, würde heute darüber abgestimmt. Für die von Christoph Blocher neu entfachte Debatte über das geplante institutionelle Abkommen mit der EU zeigt sich Burkhalter aber "dankbar". (NZZaS, S. 8; sh. sep. Meldung)

PATEK PHILIPPE: Die Genfer Uhrenmarke Patek Philippe reagiert auf den von Asien ausgehenden Nachfragerückgang nach Luxusuhren und reduziert die Produktion für die Jahre 2016 und 2017. Das geht aus einem vertraulichen Brief vom 20. Juli von Patek-Präsident Thierry Stern hervor, der an die Händler in Spanien gerichtet war. (NZZaS, S. 24; sh sep. Meldung)

VERSICHERUNG: Kunden lassen sich immer häufiger auf Daten-Deals mit Versicherungen ein, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Wer etwa einen Schrittzähler trägt und sich ständig überwachen lässt, zahlt weniger Krankenkassenprämien. Zwar lassen heikle Informationen wie die Herzfrequenz Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zu. Doch trotz Datenschutzbedenken sprechen viele Kunden auf den finanziellen Anreiz an und stellen den Versicherungen die Daten zur Verfügung. Die Krankenkassen CSS, Swica und Generali haben entsprechende Programme, an denen bereits Tausende Kunden teilnehmen. Autoversicherungen setzen auf das gleiche Prinzip. Axa Winterthur und neu auch Vaudoise bieten allen Junglenkern einen Rabatt, sofern sie in ihrem Auto einen sogenannten Drive-Recorder installieren lassen. Das Gerät zeichnet das Fahrverhalten auf. Je sicherer man fährt, desto weniger zahlt man. Allerdings bewerten die Firmen den Fahrstil nach unterschiedlichsten Kriterien. (NZZaS, S. 20 + 21)

SGKB: Die St.Galler Kantonalbank ist offenbar in die Korruptionsaffäre um den ehemaligen österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seiner Frau Fiona Swarovski, Erbin des Kristallimperiums Swarovski, verwickelt. Wie die "Sonntagszeitung" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität in Wien vergangene Woche Anklage gegen Grasser und 15 weitere Beschuldigte erhoben. Einer von ihnen ist der Schweizer Treuhänder W. Er soll Schmiergeld von Grasser versteckt haben. Die Anklage gegen ihn lautet auf Geldwäsche. Teile der Schmiergelder, es geht um 909'000 EUR, sollen dabei auf einem Konto von W. bei der St.Galler Kantonalbank gelandet sein. Die Berechtigte des Kontos soll aber Fiona Swarovski sein. Grasser und W. bestreiten die Anklagepunkte vehement. (SoZ, S. 34)

MIGROS: Die Migros hält 90% am Deutschen Einrichtungshaus Depot. Mehr als 450 Filialen stehen heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nun hat sich die Einrichtungskette ein neues Expansionsziel gesetzt. "Bis 2020 streben wir inklusive Rooms rund 800 Shops an", sagte Migros-Handelschef Dieter Berninghaus in der "NZZ am Sonntag". "Rooms by Depot" ist eine abgespeckte Variante der Depot-Filialen. In den kommenden Jahren sollen jährlich 60-80 neue solcher Läden erstellt werden. Die Depot-Filialen erreichen laut Berninghaus rasch die Gewinnzone. "Nach gut eineinhalb Jahren verdient eine Depot-Filiale Geld." (NZZaS, S. 27)

TAMEDIA: Christoph Blocher gibt seine "Basler Zeitung" ab und erhält dafür die "Berner Zeitung" sowie vier Zürcher Regionalzeitungen. Auf diesen Tausch hatte sich der SVP-Stratege mit dem Verwaltungsratspräsidenten des Medienunternehmens Tamedia, Pietro Supino, vor Monaten geeinigt. Der Plan ging jedoch nicht auf, da sich einige Mitglieder der Familie Coninx, der Tamedia mehrheitlich gehört, querlegten, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Laut zuverlässigen Quellen hätten sich der vormalige Tamedia-Präsident Hans Heinrich Coninx und der Berner Arzt Severin Coninx dagegen ausgesprochen, dass Blocher mit dem Deal seine Medienmacht und damit den politischen Einfluss weiter ausbauen kann. Diese Woche drohte dieser nun mit der Lancierung einer Gratis-Sonntagszeitung. (NZZaS, S. 11)

UPC: Das Telekommunikations-Unternehmen UPC muss beim "Alles-in-einem-Box"-Angebot "Horizon" Gratis-Modems verteilen. Wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet, sollte "Horizon" eigentlich als TV-Box, Telefon-Anschluss und WLAN-Modem fungieren. Weil das drahtlose Internet über die Box aber häufig nicht richtig funktioniert und sich die Kündigungen häuften, sieht sich UPC nun gezwungen, separate WLAN-Modems zu verschenken. (SaS, S. 22)

TOURISMUS I: Die Schweizer Einheiten des deutschen Touristik-Konzerns TUI können derzeit nicht in das allgemeine Wehklagen der Reisebranche einstimmen. Der Chef von TUI Suisse, Martin Wittwer, sagte in einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag", dass seine Geschäfte gut liefen. (SaS, S.21; sh. sep. Meldung)

TOURISMUS II: Das Zürcher Luxushotel Baur au Lac hat trotz der starken Aufwertung des Schweizer Franken nicht mit Preisnachlässen auf die Entwicklungen reagiert. Das sagte der Direktor der Nobelherberge Wilhelm Luxem in einem Interview mit der "Sonntagszeitung". (SoZ, S. 36; sh. sep. Meldung)

TOURISMUS III: Nach einem schwachen ersten Halbjahr für das Ferienland Schweiz gibt es nun Anzeichen einer Trendwende. Die wichtigen Sommerferien laufen überraschend gut, wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet. In den Städten brumme das Geschäft sowieso. Aber auch die Bergregionen sehen offenbar Licht am Horizont. Das Buchungsniveau im Sommer sei sehr gut, heisst es etwa bei Zermatt Tourismus. Und auch die Tourismusregionen Engadin St.Moritz und Arosa gehen davon aus, dass der Juli besser gebucht wurde als noch 2015, und für 2016 dürfte das Vorjahresniveau gehalten werden. Dabei stützen vor allem Schweizer die Nachfrage. (SaS, S. 5)

ACS: Ein weiterer nationaler Politiker will Präsident des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) werden: SVP-Nationalrat Thomas Hurter will sich im September einer Kampfwahl gegen FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen stellen. (NZZaS, S. 9; sh sep. Meldung)

mk

(AWP)