Presseschau vom Wochenende 34 (20./21. August)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
21.08.2016 16:55

CREDIT SUISSE: Thomas Gottstein soll die Schweiz-Einheit der Credit Suisse auf Kurs bringen. Der Chef der CS Schweiz geht davon aus, dass der für 2017 geplante Börsengang einen positiven Effekt auf den Aktienkurs der Gruppe haben wird. Das Schweizer Geschäft sei äusserst robust und profitabel, sagte Gottstein dem "SonntagsBlick". In der Bewertung schlage sich das aber zu wenig nieder. Die Gruppe sei unterbewertet. "Wir gehen davon aus, dass sich das durch den Börsengang ändern wird", sagte der Manager in einem Interview mit der Zeitung. Zudem werde die Mutter mit dem Verkauf eines Teils der Aktien zusätzliches Kapital erhalten. Dies öffne die Tür für Akquisitionen. Kurzfristig käme es eher nicht zu Übernahmen von Schweizer Banken. "Wenn wir den Börsengang hinter uns haben, werden Zukäufe aber ein Thema für uns", sagte Gottstein. (siehe auch separate Meldung)

ZURICH: Der neue Zurich-Chef Mario Greco greift offenbar durch. Noch im August werde darüber informiert, dass 190 bis 380 Kaderleute des Versicherungskonzerns die Kündigung erhalten würden, schreibt die "NZZ am Sonntag" und bezieht sich dabei auf mehrere involvierte Personen. Der Abbau entspricht demnach 10-20% jener 1'900 Kadermitarbeiter, die über den eigentlichen Geschäftseinheiten angesiedelt seien. 1'300 dieser Angestellten arbeiten in der Schweiz. Somit treffe es den Hauptsitz in Zürich am stärksten. Die Betroffenen sollen bis Ende Monat Bescheid wissen, ob sie degradiert oder entlassen werden. Das Unternehmen kommentiert die Zahlen gegenüber dem Blatt nicht. (NZZaS p. 28)

SNB: Aymo Brunetti, der frühere Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft, macht sich Sorgen um die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Politischen Druck auf die Notenbank hält Brunetti für "fatal in einer derart schwierigen Situation". Die SNB brauche in den nächsten Jahren vollen Rückhalt, damit sie auch unpopuläre Massnahmen durchsetzen könne, sagt Brunetti in einem Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag". Die Argumente der SNB für die Aufhebung der Euro-Untergrenze könne er gut nachvollziehen. "Man kann über den Zeitpunkt streiten, die Umsetzung war aber kaum anders machbar", sagt der Professor für Wirtschaftspolitik und Regionalökonomie an der Universität Bern. Seither mache die Nationalbank deutlich, dass sie eine extreme Aufwertung des Frankens nach wie vor verhindern werde. (siehe auch separate Meldung)

SWISS: Die Präsenz der Fluggesellschaft Swiss am Flughafen Genf steht auf dem Prüfstand. Der Lufthansa-Mutterkonzern überprüft, ob Genf in Zukunft nicht besser von der österreichischen Billigtochter Eurowings Europe bedient werden sollte. Ein möglicher Einsatz von Eurowings in Genf werde innerhalb der Lufthansa-Gruppe evaluiert, bestätigte Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der "SonntagsZeitung". Swiss sei aber sehr zuversichtlich dass sie mit dem jetzigen Setup in Genf gut aufgestellt sei. Swiss wolle an Genf-Cointrin festhalten und ihr Bekenntnis zum Standort Genf sowie zur ganzen Romandie weiter stärken. Eine Entscheidung der Lufthansa werde frühestens in den nächsten zwei bis drei Jahren fallen. (SoZ p. 39/40, siehe separate Meldung)

HOTELPLAN: Der Reiseanbieter Hotelplan liegt derzeit "hinter dem Vorjahr" zurück. Wie Konzernchef Thomas Stirnimann der "SonntagsZeitung" gesagt hat, ist Hotelplan derzeit "im einstelligen Minusbereich". Er gibt sich aber kämpferisch und sagt: "Das kann aufgeholt werden". Die Volumen, die kurzfristig bewegt werden könnten, würden nämlich unterschätzt. Zudem habe man auf der Kostenseite reagiert. "Schwarze Zahlen sind noch möglich", so Stirnimann. Man habe bisher keine Kündigungen aussprechen müssen, habe aber natürliche Abgänge nicht ersetzt. (SoZ p. 42)

FIRMEN-ANSIEDLUNGEN: Die Schweiz gewinnt wieder an Attraktivität für ausländische Unternehmer. Nach einem Negativtrend dürfte die Zahl der Ansiedlungen von ausländischen Unternehmen in der Schweiz gemäss Daniel Küng, Chef von Global Enterprise Schweiz, bald wieder zunehmen. "Die Zahl der Firmenansiedlungen steigt bereits in diesem Jahr oder im nächsten Jahr an", sagte der Chef der Organisation zur Förderung des Schweizer Wirtschaftsstandorts der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". Ein grosser Teil der Unsicherheiten, die ausländische Unternehmen in den letzten Jahren zur Zurückhaltung gedrängt hatten, seien geklärt, erklärte Küng. (siehe auch separate Meldung)

ALTERSVORSORGE: Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt kritisiert die jüngsten Entwicklungen im Ringen um eine Reform der Altersvorsorge. "Die Bürgerlichen haben bei ihren Vorschlägen zur Rentenreform übertrieben", sagt Vogt im "SonntagsBlick". Die Beschlüsse der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrats gehen ihm zu weit. Die geplanten höheren Beitragszahlungen für ältere Arbeitnehmer etwa wären fatal, ebenso falsch sei es, die Kinderrenten für AHV-Bezüger sowie die Witwenrenten zu streichen. "Das Volk hat dafür kaum Verständnis."

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(AWP)