Presseschau vom Wochenende 34 (25./26. August)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
26.08.2018 16:14

FREIHANDEL: Der US-Botschafter in der Bern, Edward McMullen, hat die Schweiz zu neuen Handelsgesprächen mit den USA ermutigt. Ein Freihandelsabkommen wäre eine gute Sache, sagte er der "NZZ am Sonntag". Donald Trump sei ein Geschäftsmann und stets offen für einen Deal. Es sei aber an der Schweiz, hier den ersten Schritt zu tun. "Ich ermutige sie dazu", sagte der 54-jährige frühere PR-Unternehmer und Vertraute des US-Präsidenten. Die USA gelten nach Deutschland als zweitwichtigster Handelspartner der Schweiz. 2006 wurden Pläne für ein Abkommen vor allem wegen des Widerstands aus der Schweizer Landwirtschaft abgebrochen. Für McMullen hat sich die Ausgangslage inzwischen aber geändert: "Heute ist die Schweiz ein anderes Land als damals." (NNZaS p. 9)

RAIFFEISEN: Die Bankengruppe sucht bekanntlich einen neuen Konzernchef sowie einen neuen Präsidenten des Verwaltungsrates. Wie die "Schweiz am Wochenende" schreibt, stehen in Bezug auf den Präsidenten derzeit zwei Namen im Vordergrund: der frühere SIX-Chef Urs Rüegsegger sowie Ex-Helvetia-Chef Stefan Loacker. Etliche Namen, die in den letzten Wochen in den Medien genannt worden seien, sollen hingegen bereits aus dem Rennen sein. So etwa ZKB-Chef Martin Scholl, Mobiliar-Chef Markus Hongler, SGKB-Chef Roland Ledergerber, Implenia-Präsident Hans-Ulrich Meister oder auch BEKB-Präsidentin Antoinette Hunziker-Ebneter. Die meisten Kandidaten hätten das Problem, dass sie nicht per sofort verfügbar seien, schreibt das Blatt (SaW p. 15).

ORASCOM: Mehrheitsaktionär und -Präsident Samih Sawiris macht sich keine Sorgen betreffend der Finanzen und erwartet eine weitere Verbesserung im kommenden Jahr. "Wir haben uns finanziell stark verbessert", sagte er im Interview mit der "SonntagsZeitung". Vor sechs Jahren habe man noch Verluste von mehreren Hundert Millionen Franken geschrieben, im ersten Halbjahr 2018 habe das Minus unter dem Strich noch knapp 20 Millionen Franken betragen. Es sei aber nicht ein echter operativer Verlust, sondern von den Währungsschwankungen verursacht worden. Alle Investitionen in diesem Jahr stammten zudem aus selbst verdienten Geldern. "Ich bin überzeugt, die Erholung geht weiter. Das nächste Jahr wird noch besser", so Sawiris. (SoZ p. 13/15)

BALOISE/PAX: Die vollständige Übernahme der Pax-Anlage durch die Bâloise ist immer noch nicht über die Bühne. Standhafte Aktionäre (über 10%) machen der Bâloise einen Strich durch die Rechnung, indem sie ihre Anteile an der Immobiliengesellschaft nicht hergeben. Für die Bâloise entwickle sich die Angelegenheit zur Geduldsprobe, schreibt der "Tages-Anzeiger". Zum Ärger der Minderheitsaktionäre konnte die Bâloise den Verwaltungsrat allerdings schon mit eigenen Leuten besetzen, den Namen der Gesellschaft ändern und sie von der Börse abmelden. Hinter den Kulissen laufen nun offenbar Gespräche. Beide Seiten verfolgten aber immer noch hartnäckig ihr Ziel; bisher sei niemand auch nur einen Zentimeter von seiner Verhandlungsposition abgerückt. (Tagi Samstag p. 11)

NAVYBOOT: Denner-Erbe Philippe Gaydoul verkauft die Navyboot-Schuhläden nach zehn Jahren weiter. Anfang nächste Woche übergibt die Gaydoul Group die Ladenkette an einen neuen Eigentümer, wie die "NZZ am Sonntag" unter Berufung auf einer nicht näher genannte Quelle berichtet. Der Verkauf ist der Zeitung zufolge bereits besiegelt. An wen die Marke verkauft wird, war zunächst unklar. Eine Navyboot-Sprecherin wollte "keine Gerüchte" kommentieren. Gaydoul hat der Zeitung zufolge über die Jahre mehrere Kaufangebote erhalten, vor allem aus Fernost. Gaydoul hatte Navyboot vor zehn Jahren für geschätzte 100 Millionen Franken erworben. Die Umsätze hätten sich trotz hohen Investitionen von rund 60 Millionen Franken nicht wunschgemäss entwickelt, hiess es im Bericht. Mehrere Filialen des Schuhgeschäfts mussten schliessen. (NZZaS p. 27, auch Schweiz am Wochenende SaW p. 13)

MIGROS: Das im Juni präsentierte Sparprogramm der Migros am Hauptsitz in Zürich sei erst der Anfang, schreibt die "SonntagsZeitung". Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen wolle nun einschneidende Massnahmen am Herzstück vornehmen, nämlich bei den zehn regionalen Genossenschaften. Unter dem Namen ECM 4.0 habe der orange Riese ein umfassendes Effizienzsteigerungs-Programm angestossen, das die Kosten bei den Genossenschaften senken und die festgefahrenen Strukturen aufbrechen soll. Eine Projektgruppe, der rund 30 Leute angehören, analysiere nun die ganze Wertschöpfungskette. Mit dem Mega-Projekt sollen unter anderem Kompetenz-Center geschaffen werden, aus denen die regionalen Genossenschaften Leistungen beziehen können, die sie bisher selbst erbracht hätten. Das Projekt werde zu einem Jobabbau führen, der völlig andere Dimensionen als die im Juni angekündigten 290 Stellen am Hauptsitz haben werde, schreibt das Blatt weiter. (SoZ p. 31/32).

SRF: Kassensturz-Moderator Ueli Schmezer hat sich laut Informationen der "SonntagsZeitung" als Nachfolger von Ruedi Matter für die Stelle des Radio- und Fernsehdirektors beworben. Auch Sportchef Roland Mägerle soll dem Bericht zufolge seine Unterlagen eingereicht haben. Kein Interesse hat dagegen Fernseh-Chefredaktor Tristan Brenn. Auch "Tagesschau"-Chef Urs Leuthard erklärte gegenüber der Zeitung, dass er nicht Nachfolger von Ruedi Matter werden wolle. Als mögliche Kandidaten werden zudem "10-vor-10"-Moderatorin Susanne Wille, "Tagesschau"-Mann Franz Fischlin und MDR-Programmchefin Nathalie Wappler gehandelt. Diese liessen jedoch entsprechende Anfragen der Zeitung unbeantwortet. (SoZ p. 5)

EIGENMIETWERT: Bei einer Abschaffung des Eigenmietwerts könnten die Immobilienpreise um bis zu 10 Prozent ansteigen, schreibt die "NZZ am Sonntag". Sie beruft sich dabei auf eine Schätzung der Denkfabrik Avenir Suisse. Auch das Immobilienresearch der Credit Suisse halte eine solche Verteuerung für plausibel, heisst es weiter. Der Wegfall des Eigenmietwerts würde ausserdem zu massiven Mindereinnahmen bei der Bundessteuer in der Höhe von rund 700 Millionen Franken im Jahr führen, befürchten Experten. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Ständerats hatte letzte Woche für einen Systemwechsel bei der Besteuerung von Wohneigentum votiert. (NZZaS p. 23)

uh/

(AWP)

 
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