Presseschau vom Wochenende 34 (26./27. August)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
27.08.2017 17:45

BANKENREGULIERUNG: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma will für kleinere Banken eine weniger aufwendige Kontrolle. Finma-Chef Marc Branson habe an einer Veranstaltung eine "radikale Vereinfachung" in der Aufsicht dieser Institute versprochen, schreibt die "Finanz und Wirtschaft" (FuW). Er hält es gemäss dem Bericht für machbar, die Aufsicht zu entschlacken, ohne die Stabilität zu gefährden. (FuW, S. 9)

GÜTERBAHNUNTERNEHMEN: Die Sperrung der Rheintalstrecke zwischen Basel und Karlsruhe hat erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft der beiden hiesigen Güterbahnunternehmen SBB Cargo und BLS Cargo. Wie die "Schweiz am Wochenende" (SaW) schreibt, dürfte der Streckenunterbruch den beiden Unternehmen zwischen 10 Mio CHF (BLS) und 40 Mio CHF (SBB) kosten. Hinzu kämen weitere Aufwendungen, wie beispielsweise für die Ausweichrouten. Die Zeitung rechnet damit, dass beide Unternehmen im laufenden Jahr deswegen in die roten Zahlen rutschen. (SaW, S. 14)

SBB/ELVETINO: Der diese Woche freigestellte Chef der SBB-Tochter Elvetino, Wolfgang Winter, soll nach Recherchen der "SonntagsZeitung" (SoZ) Unternehmensgelder verschwendet haben. So seien unter anderem verdächtig hohe Rechnungen für Berater gefunden worden, bei denen nicht ersichtlich sei, was genau die Gegenleistung sei. Gegenstand von Abklärungen seien auch üppige Kreditkartenabrechnungen. Auch im Bereich des Wareneinkaufs seien Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Die SBB hatten die Freistellung als "Compliance-Fall" begründet. Das Vertrauensverhältnis sei nicht mehr gegeben. Details nannte das Unternehmen nicht. (SoZ, S. 37)

UHREN: Bei den Uhrenverkäufen stehen die Zeichen nach den starken Rückgängen im vergangenen Jahr auf Erholung. "Die Umsätze in der Schweiz liegen im Vergleich zum Vorjahr tief zweistellig im Plus", wird Bucherer-Sprecher Jörg Baumann in einem Bericht der "SonntagsZeitung" (SoZ) zitiert. Ähnlich klingt es bei der Konkurrentin Gübelin: "Wir sind in diesem Jahr gut gestartet und sehen im Vergleich zum Vorjahr in der Schweiz ein Wachstum", so Unternehmenschef Raphael Gübelin. Der wichtigste Grund für die Erholung ist gemäss der Zeitung die Rückkehr der chinesischen Touristen, die im vergangenen Jahr wegen Terroranschlägen in Europa und Schwierigkeiten bei der Ausstellung der Visa der Schweiz fernblieben. (SoZ, S. 40)

BUNDESRAT: Für die Bundesratswahl am 20. September um die Nachfolge von Didier Burkhalter (FDP) diskutieren die Grünen über eine wilde Kandidatur, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Eine solche habe die Tessiner Sektion beantragt. Die "SonntagsZeitung" geht davon aus, dass die FDP am Freitag ein Dreierticket präsentieren dürfte. So könne die Bundesversammlung der FDP ersparen, entweder ihre Quotenfrau Isabelle Moret oder ihren Quotentessiner Ignazio Cassis vor den Kopf zu stossen. Der Genfer Pierre Maudet habe auf die beiden Nationalräte Cassis und Moret enorm aufgeholt. (NZZaS, S. 8; SoZ, S. 5; siehe auch separate Meldung)

CONSTANTIN: Der Schweizer Unternehmer Bernhard Burgener will seinen Kontrahenten Dieter Hahn komplett aus dem Unternehmen Constantin Medien verdrängen. Am Mittwoch hatte Hahn entschieden, aus dem Aufsichtsrat des Sport- und Unterhaltungskonzerns zurückzutreten, und damit in einem monatelangen Machtkampf nachgegeben. Jetzt arbeitet Burgener zusammen mit Investoren daran, auch dessen Aktien zu übernehmen. Noch ist Hahn Grossaktionär, kann also wichtige Beschlüsse torpedieren. "Das Ziel ist eine Gesamtlösung, deswegen arbeiten wir weiter an einem Übernahmeangebot", sagt Burgener gegenüber der "NZZ am Sonntag" (NZZaS). Burgener will im Gegensatz zu seinem Gegenspieler an dem Fernsehsender Sport 1 festhalten, der zu Constantin gehört. "Hahn ist mit seiner Strategie, Unternehmensteile verkaufen zu wollen, gescheitert", so Burgener. (NZZaS, S. 43)

cp/

(AWP)