Presseschau vom Wochenende 35 (02./03. September)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
03.09.2017 18:04

CLARIANT: Der designierte Konzernchef von HuntsmanClariant gibt sich für die geplante Fusion siegessicher. Die Opposition dagegen nicht seine Hauptsorge, sagte Peter Huntsman im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Er arbeite mit Hochdruck daran, die Geschäfte zusammenzuführen. Clariant braucht für die Fusion an der Generalversammlung zwei Drittel der Stimmen. Peter Huntsman ist sicher, diese Schwelle zu schaffen. "Ich habe zwischen 150 und 200 Aktionäre getroffen und ihnen die Details der Fusion in Gruppen- und Einzelgesprächen erläutert. Die grosse Mehrheit steht hinter uns", sagte er. Derweil machte die "Sonntagszeitung" Absichten der oppositionellen Aktionäre von White Tale publik: Laut einem nicht namentlich genannten Vertreter der Gruppe wird als Alternative zur Fusion eine Zerlegung von Clariant in zwei oder mehrere Teile gefordert. (NZZaS, S. 30/31; SoZ, S. 37)

SWATCH: Die hauptsächlich von Swatch und der Familie Hayek getragene Batterienfirma Belenos hat Verspätung mit einem der geplanten neuartigen Batterietypen. Nick Hayek bezifferte den Rückstand auf die Marschtabelle gegenüber der "NZZ am Sonntag" auf etwa sieben Monate. Gleichwohl geht er davon aus, im "Verlauf des nächsten Jahres" mit der Produktion beginnen zu können. Belenos setzt auf Vanadium statt Lithium als Ausgangsmaterial für die Batterien. (NZZaS, S. 28)

ALPIQ: In den nächsten vier Jahren werden die grossen Schweizer Stromkonzerne Milliardendefizite mit Wasserkraft einfahren. Dies berichtete die "Schweiz am Wochenende" auf Basis eines vertraulichen Schreibens von Alpiq an die nationalrätliche Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Bei Alpiq allein verblieben demnach ungedeckte Kosten in der Höhe von über 700 Mio CHF. Alpiq bestätigte in einer Mitteilung das Schreiben. Man habe eine Anfrage der Kommission "transparent und faktenorientiert beantwortet". (SaW, S. 13)

VALORA: Verwaltungsratspräsident Franz Julen verteidigt die kritisierten Arbeitsbedingungen beim Kioskkonzern. Nach der Lohnerhöhung beim Verkaufspersonal im Frühling und der Anhebung der Mindestlöhne seien die Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag GAV weit fortgeschritten, sagte er ausserdem der "Sonntagszeitung". Die Zukunft des Konzerns sieht Julen wegen rückgängigen Geschäften mit Presse und Tabak vermehrt im Food-Bereich. Zudem will Valora vermehrt Postdienstleistungen übernehmen. "Wir sind interessiert, Postdienstleistungen in Ortschaften zu übernehmen, wo Poststellen geschlossen werden und wir über K-Kiosk-Standorte verfügen." (SoZ, S. 13)

SNB: Patrick Artus, Chefökonom der Investmentbank Natixis, kritisiert die SNB. Dank des Privatkonsums sei die Schweizer Wirtschaft robust, sagte der Ökonom in der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". Aber die Industrie leide unter dem noch zu starken Franken. Zudem gingen die Investitionen zurück. Die SNB habe nun keine andere Wahl, als am Markt zu intervenieren, um den Franken zu schwächen. Doch habe sie mit der Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 CHF einen strategischen Fehler gemacht. Den Beweis sieht er in den inzwischen angehäuften Devisenreserven. (Le Matin Dimanche)

POSTFINANCE: Die drei Millionen Kunden von Postfinance müssen sich mit einem geringeren Schutz ihrer Spareinlagen begnügen. Wie die "NZZ am Sonntag" erinnert, fällt ab Oktober die Staatsgarantie weg - eine Spätfolge des vor fünf Jahren revidierten Postorganisationsgesetzes. Postfinance-Chef Hansruedi König sprach sich derweil in einem Interview mit der "Sonntagszeitung" für eine Privatisierung der Postfinance und einen Zugang zum Hypothekarmarkt aus. Postfinance leide immer stärker darunter, dass sie keine Kredite vergeben dürfe. Der Gewinn breche weg. Aktuell schmelze der Zinserfolg jedes Jahr um 60 bis 80 Mio CHF. Gehe die Entwicklung so weiter, würde das Unternehmen mittelfristig in die Verlustzone rutschen. (NZZaS, S. 28; SoZ, S. 40))

SBB: Das harte Auftreten der SBB und mögliche Druckversuche gegen die BLS im Streit um neue Fernverkehrskonzessionen haben Folgen. SBB-Chef Andreas Meyer geriet ins Visier der Wettbewerbskommission, wie die "Sonntagszeitung" berichtet. In einem Brief warnen die Wettbewerbshüter die SBB-Spitze vor einer Verletzung des Kartellrechtes. In der NZZ am Sonntag warnte derweil ein SBB-Sprecher vor drastischen Sparszenarien, sollte der BLS-Vorschlag durchkommen. Es sei mit einer Gewinnreduktion bei den SBB von bis zu 100 Mio CHF zu rechnen. (SoZ, S. 8; NZZaS, S. 10 )

WEKO: Laut der Sonntagszeitung haben zwei Bezüger von Erdgas ihre Lieferanten bei der Wettbewerbskommission (Weko) angezeigt, wie eine Vertreterin der Behörde bestätigt habe. Demnach sei eine Vorabklärung eingeleitet worden. Konkret geht es darum, dass Kunden bei der Verrechnung der Netzgebühren möglicherweise ungleich behandelt werden. (SoZ, S. 39)

MUBARAK-GELDER: Die Verfahren in der Schweiz rund um die blockierten Gelder aus dem Umfeld des ägyptischen Ex-Präsidenten Hosni Mubarak sind in einer Sackgasse. Die Bundesanwaltschaft hat laut Informationen der "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag" beschlossen, die Rechtshilfe im Falle von hängigen Gesuchen Ägyptens zu beenden. Zugleich soll Ägypten Einsicht in das Schweizer Strafverfahren erhalten. (Ostschweiz/Zentralschweiz am Sonntag)

rw/

(AWP)