Presseschau vom Wochenende 35 (1,/2. September)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
02.09.2018 17:45

NOVARTIS: Der Basler Pharmakonzern will die operative Gewinnmarge in der Pharmasparte weiter verbessern. "Wir wollen spätestens bis in fünf Jahren ins Mittelfeld der Wettbewerber vordringen, Richtung 35 Prozent", sagte Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Im zweiten Quartal hatte der Pharmariese die operative Kerngewinnmarge um 1,2 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent erhöht. Im Produktionsbereich hätten sich im Laufe der Jahr Überkapazitäten angesammelt. Viele der 68 Werke seien nicht vollständig ausgelastet. "Wir arbeiten daran, global eine Optimierung zu erreichen. Auch in anderen Bereichen müssen wir einfacher und effizienter operieren", sagte Reinhardt. Das schliesse die zentralen Dienstleistungen im Rahmen der Business-Services-Organisationen ein. Genaue Kapazitätsplanungen für einzelne Standorte könne er nicht liefern, sagte der Novartis-Präsident. "Aber wir haben schon kommuniziert, dass es parallel zum Aufbau neuer Produktionen einen Abbau der Standardbereiche geben wird. Das wird global verschiedene Werke treffen und auch auf die Schweiz Auswirkungen haben."

SCHWEIZER POST: Die Post erhält hierzulande Konkurrenz im boomenden Paketmarkt. Der deutsche Paketdienst DHL plant ein eigenes Netz mit 1000 Abholstellen. Ab September wird die Tochter der Deutschen Post alle Privathaushalte beliefern. "DHL wird die Präsenz in der Schweiz massiv ausbauen", kündigte Günter Birnstingl, Leiter der neu gegründeten Gesellschaft, im Interview mit der "SonntagsZeitung" an. Ziel sei es, hierzulande hinter der Post die Nummer zwei zu werden. Konkret ist der Aufbau von 1000 Abholstellen vorgesehen. Dazu zählen sollen Tankstellen, Apotheken und Bäckereien. Wichtigster Partner ist die Supermarktkette Spar. Heute beliefert DHL Express in der Schweiz vor allem Unternehmen. Die neue Gesellschaft DHL Parcel Switzerland fasst nun Privathaushalte ins Auge. Konkurrenz machen will der deutsche Logistiker der Schweizerischen Post auch beim Preis.

NAVYBOOT: Denner-Erbe und Investor Philippe Gaydoul rechnet mit einem Gewinn bei der Schuhmarke Navyboot, die er ab nächstem Jahr an die Warenhausgruppe Globus verkaufen will. "Ich gehe davon aus, dass wir Ende Jahr einen Gewinn ausweisen werden. "Wir haben bereits letztes Jahr eine schwarze Null hingelegt", sagte Gaydoul in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die Hitze im Sommer sei nicht von Vorteil für das Geschäft gewesen. Auf der anderen Seite sei die Zeit von April bis Ende Juni hervorragend gelaufen. "Wir sind mit dem Geschäftsverlauf den Umständen entsprechend zufrieden. Kurzfristig hätten wir keinen Bedarf gehabt, Navyboot zu verkaufen", sagte Gaydoul. "Aber wir können nicht nur an heute und morgen denken." Jetzt sei der Zeitpunkt für einen Verkauf gut gewesen. "Die Marken passen perfekt zusammen. Der Verkauf an Globus ist eine optimale Lösung", sagte Gaydoul.

PKZ: Nach der Rückkehr auf den Wachstumspfad hat sich die Modehauskette PKZ im ersten Halbjahr weiter gesteigert. "Wir haben wieder um 2 Prozent zugelegt wie bereits im letzten Geschäftsjahr", sagte PKZ-Chefin Manuela Beer in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" vom Samstag. Der heisse Sommer habe seinen Teil dazu beigetragen: "Wir konnten bis im August Sommerkleidung verkaufen - in Zürich erfreulicherweise auch an Touristen", sagte Beer. Stark gewachsen sei das Onlinegeschäft mit über 20 Prozent. "In drei Jahren soll der Umsatzanteil bei 10 Prozent liegen. Ich habe aber nicht den Anspruch, auf 30 Prozent zu kommen", sagte Beer. Das Einkaufserlebnis im Laden sei und bleibe zentral. Auch jüngere Kunden würden weiterhin sehr gerne ins Geschäft gehen.

WAFFENEXPORT: Schweizer Handgranaten sind in den Besitz von IS-Terroristen in Syrien gelangt. Dies zeigen vom "SonntagsBlick" publizierte Fotos von Anfang August aufgenommen von Kämpfern der Dschihadistenallianz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) nahe der umkämpften syrischen Stadt Idlib. Auf den Bildern ist ein Waffenarsenal zu sehen, das die HTS bei einem Überfall auf eine verfeindete IS-Zelle geraubt haben soll. Zu sehen sind selbst gebastelte Bomben, Gewehre, Sprengstoffgürtel und Schweizer Handgranaten des Typs OHG92 und HG85. Die Granaten stammen aus der Waffenschmiede des bundeseigenen Rüstungsbetriebs Ruag. "Aufgrund der Bilder gehen wir davon aus, dass die Handgranaten in der Schweiz bei Ruag hergestellt wurden", sagte ein Unternehmenssprecher der Zeitung. Die Munition dürfte dem Bericht zufolge Teil einer Lieferung sein, die das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Jahr 2003 bewilligte. Damals verkaufte die Ruag 225'000 Handgranaten an die Armee der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Wüstenreich gab einen Teil der Granaten verbotenerweise an Jordanien weiter. Von dort aus gelangten sie in Rebellenhände in Syrien. Die Publikation der Fotos fällt mitten in die Debatte in der Schweiz über eine Lockerung der Kriegsmaterialexporte.

jb/

(AWP)