Presseschau vom Wochenende 36 (3./4. September)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
04.09.2016 15:00

RAIFFEISEN: Die Kriterien für die Vergabe von Hypotheken sollten nach Ansicht von Raiffeisen-Chef Patrik Gisel angesichts der niedrigen Zinse gelockert werden. Die heutigen Richtlinien seien "übervorsichtig" und diskriminierten Junge, sagte Gisel im Interview mit der "SonntagsZeitung". Er hält es für sinnvoll, dass Hypothekarkunden mit beschränkten Barmitteln zu einem Spar- und Amortisationsplan über 15 Jahre mit einem fest verzinsten Kredit verpflichtet würden. Die Eigenmittel könnten diese über mehrere Jahre verteilt einbringen. Der Zins zur Berechnung der Tragbarkeit könnte dadurch deutlich auf rund 3% gesenkt werden.(SoZ, S. 39, siehe auch separate Meldung)

SWATCH: Der Brexit und die damit verbundene Schwäche des britischen Pfundes wirken sich positiv auf die Verkäufe der Swatch-Group in Grossbritannien aus. "Der Brexit hat uns phantastische Resultate im Vereinigten Königreich gebracht", erklärte Swatch-Chef Nick Hayek gegenüber der "Financial Times". Die abgeschwächte Währung begünstige Verkäufe an Touristen in den Flagship-Geschäften von Omega und Blancpain. (FT Online)

ENERGIEDIENST: Für den CEO der Energiedienst Holding, Martin Steiger, kommt im Wettbewerb um die Kunden "Marge vor Menge". "Wir verkaufen keine Energie an Kunden, bei denen wir keinen positiven Deckungsbeitrag erzielen," erklärte Steiger im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft". Insgesamt rentiere die Wasserkraft im Moment nicht. "Wenn man über den gesamten Erzeugungspark in der Schweiz schaut, ist die Wasserkraft aus dem Geld". Um der fortlaufenden Ergebniserosion entgegen zu wirken, investiert das Unternehmen in neue Geschäftsfelder wie die Optimierung des Eigenstromverbrauchs basierend auf Photovoltaik. Bis im Jahr 2025 will Energiedienst aus den neuen Geschäften den gleichen Ertrag erarbeiten wie aus dem Stammgeschäft, Steiger weiter. (FuW, S. 10)

BANKIERVEREINIGUNG: Der automatische Informationsaustausch (AIA) wird sich nach Ansicht des abtretenden Präsidenten der Bankiervereinigung, Patrick Odier, weltweit durchsetzen. "Nach dem Scheitern der Abgeltungssteuer haben wir uns rasch für den AIA eingesetzt, um die Bedingungen mitgestalten zu können. Heute sind die Beziehungen der Schweiz zur OECD sehr gut", stellte Odier in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" fest. Noch gebe es zwar keinen gegenseitigen Austausch mit sämtlichen Destinationen, aber das sei nur eine Frage der Zeit, glaubt Odier. In einigen Jahren würden alle Länder dabei sei, auch die grossen. Odier betonte, er sei überzeugt, dass sich die Frage der Teilnahme auch für die USA schnell stellen werde. "Das Land hat kein Interesse, an einem Prinzip festzuhalten, das es in aller Welt bekämpft. (NZZaS, S. 29, siehe auch separate Meldung)

MEI I: Der Umsetzungsvorschlag der Nationalratskommission zur SVP-Zuwanderungsinitiative löst bei Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine positive Reaktion aus. Für Sommaruga hängt es von den Arbeitgebern ab, ob die Zuwanderung sinkt. Wenn sich bei den Arbeitgebern ein Bewusstsein dafür etabliere, "dass man bei offenen Stellen zuerst nach geeigneten Mitarbeitern im Inland sucht, kann das die Zuwanderung reduzieren", sagte die Justizministerin im Interview mit der "NZZ am Sonntag". In die Offensive geht Sommaruga bezüglich der Verknüpfung, welche die EU zwischen den Gesprächen um die Personenfreizügigkeit und einem institutionellen Abkommen hergestellt hat. Für "gute und stabile Beziehungen zur EU" wird es laut Sommaruga zwar eines Tages ein Rahmenabkommen brauchen. "Was wir hingegen nicht akzeptieren können, ist eine rechtliche Verknüpfung der Dossiers." Ein Rahmenabkommen sei in der Schweiz zurzeit chancenlos. (NZZaS, S. 10, siehe auch separate Meldung)

MEI II: Als "interessant" bezeichnet Bundespräsident Johann Schneider-Ammann die "Stossrichtung der Kommission" zur SVP-Initiative. "Das mehrstufige Vorgehen verfolgt den Verfassungsauftrag zur Steuerung der Zuwanderung, ohne das Freizügigkeitsabkommen zu verletzen", sagte er in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Er hoffe, dass so die Einwanderung wesentlich verringert werden könne. (SoZ, S. 11, siehe auch separate Meldung)

INDUSTRIE: Die Verlagerung von Schweizer Fabriken ins Ausland bedroht auch den Bereich Forschung und Entwicklung, warnt Mario El-Khoury, Direktor des Schweizer Zentrums für Elektronik und Mikrotechnik in Neuenburg (CSEM). Es sei illusorisch zu glauben, dass man hierzulande an der Forschung und Entwicklung festhalten und so das Phänomen der Verlagerung kompensieren könne, erklärte El-Khoury in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Matin Dimanche". Das könne nicht funktionieren aus Gründen des sozialen Gleichgewichts und vor allem auch aus ökonomischen Gründen. Forschung werde nämlich immer durch die darauf aufbauende Produktion beendet. (siehe auch separate Meldung)

gab/

(AWP)