Presseschau vom Wochenende 37 (10./11. September)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
11.09.2016 18:23

SWISSCOM: Der Bund soll seine Mehrheit an der Swisscom abgeben. Dafür plädiert Peter Kurer, der neue Verwaltungsratspräsident von Sunrise, in einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag". "Aus freiheitlicher Sicht halte ich es für falsch, wenn der grösste Anbieter ein Staatsunternehmen ist", sagt Kurer im Interview. Die Swisscom habe heute noch immer Marktanteile zwischen 60 bis 80%, was zu einer Dominanz und Missbrauchsfällen führen könne. (SaS, S.1, 16 f.; siehe separate Meldung)

GALENICA: Im Interview mit der "SonntagsZeitung" äussert sich Galenica-Präsident Etienne Jornod u.a. zu der 20%-Beteiligung, von welchem sich der Galenica-Aktionär Sprint bekanntlich trennen will. Man sei überzeugt, für das Paket von Sprint eine gute Lösung zu finden, sagt er mit Verweis auf das Vorkaufsrecht von Galenica. Man werde aber nicht selber als Käuferin auftreten, stellt er klar. "Wir verhandeln mit Kaufinteressenten, die erwägen, ein Paket von 10% zu übernehmen." Namen nennt er zwar nicht, ein Staatsfonds wäre eine aber "Superlösung", lässt er durchblicken. Jornod zeigt auch auf, wie die im Juli bekanntgegebene, 1,5 Mrd USD schwere Übernahme des US-Pharmaunternehmens Relypsa finanziert werden könnte: Einerseits mittels einer Kapitalerhöhung, andererseits über einen Verkauf von Galenica Santé über die Börse. (SoZ, S. 42; siehe separate Meldung)

NEGATIVZINSEN: Die Schweizerische Bankiervereinigung hat versucht, bei der Schweizerischen Nationalbank SNB Korrekturen des seit Januar 2015 geltenden Negativzins-Regimes durchzusetzen, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt. Ziel war eine andere Lastenverteilung innerhalb des Bankensektors. "Die Banken sind aufgrund der Ausgestaltung der Freibeträge unterschiedlich stark von den Negativzinsen betroffen", sagt Patrick Odier, der am Donnerstag das Präsidentenamt bei der Bankiervereinigung abgibt. Ausgerechnet Institute, die überwiegend oder ausschliesslich Vermögensverwaltung betreiben würden, müssten überproportional viel bezahlen, so Odier. Dabei sei ihre Bilanz weniger risikobehaftet. Der Vorstoss wurde jedoch von der SNB abgeblockt. (NZZaS, S. 29)

RENTE: Die automatische Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre im Falle einer Schieflage der AHV kommt bei der Schweizer Bevölkerung im Erwerbsalter laut einer weiteren Umfrage schlecht an. 63% der Befragten wollen von einem solchen Automatismus demnach nichts wissen. Wie die Umfrage im Auftrag der Zeitung "Schweiz am Sonntag" ergab, befürworten nur 23% der Befragten die automatische Erhöhung, welche die zuständige Nationalratskommission kürzlich vorschlug. 14% haben keine Meinung. (SaS, S. 1 ff.; siehe separate Meldung)

NEUER FERNSEHSENDER: Der Verleger und Präsident der AZ Medien, Peter Wanner, will mit 100 Mio CHF aus dem Gebührentopf der SRG einen Fernsehsender für die ganze Deutschschweiz lancieren. Mit einem Vollprogramm aus Information, Sport und Unterhaltung will Wanner SRF1 und SRF2 konkurrenzieren, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Es brauche mehr Wettbewerb und Vielfalt in der Schweizer Medienlandschaft, begründete Wanner seine Forderung. Seinen Vorschlag hat Wanner laut dem Bericht vor den Fernmeldekommissionen von Stände- und Nationalrat präsentiert, die den Service-Public-Bericht des Bundesrates berieten. (NZZaS, S. 1, 9)

PERSONENFREIZÜGIGKEIT: Bundesrat Johann Schneider-Ammann soll laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker das Ende der Gespräche über eine Revision des Personenfreizügigkeitsabkommens ankündigen. Mehrere Quellen bestätigten gegenüber der Zeitung, dass der Bundesrat dies am Mittwoch beschliessen wolle. Als Grund wird die "Light-Variante" des Inländervorrangs genannt, den eine Nationalratskommission vorschlägt. Damit seien Verhandlungen mit der EU unnötig. (SoZ, S. 9)

PRO "GRÜNE WIRTSCHAFT": Roche-Vizepräsident André Hoffmann setzt sich für die Initiative "Grüne Wirtschaft" ein - und stellt sich damit gegen die grossen Wirtschaftsverbände. Die Initiative werde dafür sorgen, dass die Wirtschaft insgesamt nachhaltiger arbeite als heute. Er sei vom Grundanliegen der Initiative überzeugt, sagte Hoffmann in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche". Die Initiative setze ein Ziel, das ohne allzu viele Vorschriften erreicht werden könne. (SoZ, S. 1 ff.; siehe separate Meldung)

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(AWP)