Presseschau vom Wochenende 39 (24./25. September)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
25.09.2016 17:05

ABB: Die Investment-Gesellschaft Cevian könnte eine Vertretung im ABB-Verwaltungsrat beanspruchen, nachdem ABB der Forderung nach der Abtrennung der Sparte Power Grids wohl fürs Erste nicht nachkommen wird, heisst es in einem Artikel der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Der Artikel stützt sich dabei auf ein Dokument, das Cevian bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht haben soll. Allerdings spreche wenig für einen konfrontativen Ansatz des Grossaktionärs gegenüber dem ABB-Management, zumal sich der Aktienkurs seit Anfang Jahr klar überdurchschnittlich entwickelt habe, so ein Branchenkenner im Artikel. (SaS, S.23)

SWISSCOM: Der Start des Online-Marktplatzes Siroop von Swisscom und Coop ist laut Swisscom-Chef Urs Schaeppi "über den Erwartungen" verlaufen. "Aber es ist ein langer Weg, bis sich die Investitionen auszahlen." Bilanz werde in zwei Jahren gezogen, sagte der Swisscom-Chef dem "SonntagsBlick" in einem Interview. Das Gemeinschaftsunternehmen des Telekomunternehmens und des Detailhändlers ist im Mai online gegangen. (siehe separate Meldung)

KTM INDUSTRIES: Die österreichische Fahrzeuggruppe KTM Industries plant offenbar eine Kotierung an der Schweizer Börse. Die Aktien des Unternehmens sollen Mitte November an der SIX Exchange kotiert werden, heisst es in einem Artikel der Finanz+Wirtschaft. Bereits gehandelt werden die Titel an der Wiener Börse. (FuW Ausgabe 24.9., S.1; siehe separate Meldung)

CHARLES VÖGELE: Die Migros-Gruppe hält sich mit Blick auf das Angebot der italienischen Modekette OVS für die Aktien der Charles Vögele-Gruppe vorerst noch bedeckt. "Wir werden das Angebot prüfen und zu gegebener Zeit darüber entscheiden", sagte eine Sprecherin der Migros gegenüber der "Schweiz am Sonntag" Vor vier Jahren hielt die MGB noch knapp 25% der Aktien von Charles Vögele, baute seit dann aber ihren Anteil auf aktuell unter 5% ab. (SaS, S.21).

MOBILEZONE: Der Handyverkäufer Mobilezone will nach dem Schuldenabbau wieder zu einer höheren Ausschüttungsquote zurückkehren. Die Quote war im vergangenen Geschäftsjahr von 95 bis 100% des Gewinns auf 63% gesunken. Nach der zu 100% fremdfinanzierten Akquisition von EinsAmoblie im vergangenen Jahr müsse Mobilezone nun Schulden zurückzahlen, begründet Mobilezone-CEO Markus Bernhard im Interview mit der Zeitung Finanz+Wirtschaft die Senkung."Wenn wir wieder schuldenfrei sind, gibt es keinen Grund, nicht zur früheren Ausschüttungsquote zurückzukehren", so Bernhard im Interview.(FuW Ausgabe 24.9., S.8; siehe separate Meldung)

FINANZPLATZ SCHWEIZ: Die US-Bank J.P. Morgan Chase wirbt offenbar bei Schweizer Finanzinstituten für Finanzkonstrukte, mit denen sich in den USA Gelder vor den Steuerbehörden verstecken lassen. Das berichtet die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf Unternehmen, die entsprechende Werbeanrufe aus den USA erhielten Die Avancen verstossen laut der Zeitung gegen OECD-Regeln, welche die Steuerhinterziehung verhindern sollen. Sie sind auch deshalb brisant, weil mit den US-Konstrukten der automatische Informationsaustausch ausgehebelt wird, dem die Schweiz nach Druck aus den USA zustimmte. Die USA lassen ihrerseits den Austausch bis heute nicht zu. J.P. Morgan Chase äusserte sich nicht zu den Vorwürfen.(SoZ, S.33)

SBB: In der Sonntagspresse stiess auch die in der vergangenen Woche verkündete Restrukturierung bei der SBB auf grosse Resonanz. Der Stellenabbau bei der SBB betrifft zu einem guten Teil Stellen, die seit dem Antritt von SBB-Chef Andreas Meyer vor zehn Jahren neu geschaffen wurden, wie die Zeitung "SonntagsBlick" berichtet. Heute arbeiten demnach 5600 Mitarbeiter mehr bei der Bahn als noch 2007. Abbauen will die SBB 1400 Stellen. Weiter äussert SBB-Chef Andreas Meyer in der "SonntagsZeitung" Bedenken gegenüber dem geplanten Ausbau des Schienennetzes. Er schätzt die sogenannte Abgeltungslücke bis zum Jahr 2030 auf drei Milliarden Franken. Eine Abgeltungslücke bedeutet, dass den Kantonen das Geld fehlt, um ihren Anteil an der durch die Ausbauten verursachten Betriebs- und Unterhaltskosten zu bezahlen. In der "NZZ am Sonntag" geht der SBB-Konzernchef auf Konfrontationskurs mit dem Preisüberwacher. Angesichts der Konkurrenz von Fernbussen, Billigfliegern oder in Zukunft selbstfahrenden Autos sei die Konkurrenz für die Bahn so hart, "dass es eigentlich gar keinen Preisüberwacher mehr braucht", sagte Meyer im Interview mit der "NZZ am Sonntag". (NZZaS, S.8; SoZ S.2f)

NEGATIVZINSEN: Die Schweizerische Nationalbank SNB hat laut Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman mit den Negativzinsen gezeigt, dass es bei den Zinsen mehr Spielraum gibt als erwartet. Er selbst habe gedacht, die Leute würden dann Cash horten. Aber das sei gar nicht so einfach. Krugman zeigt sich gegenüber der SNB dankbar. "Die Schweiz erkundet neues Territorium", sagt der Ökonom in einem Interview der "NZZ am Sonntag". "Aus akademischer Sicht liebe ich das." Allerdings warnte er auch vor den negativen oder tiefen Teuerungsraten in der Schweiz. Dieses Jahr dürften die Preise laut der Prognose der SNB um 0,4 Prozent sinken. Für 2017 wird mit 0,2 Prozent zwar eine positive, aber niedrige Teuerung prognostiziert. (NZZaS, S.29, siehe auch separate Meldung)

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(AWP)