Presseschau vom Wochenende 39 (28./29. September)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
29.09.2019 17:41

CREDIT SUISSE: Die Affäre um den Streit zwischen dem CS-CEO Tidjane Thiam und dem früheren Divisionsleiter Iqbal Khan ist eines der Hauptthemen in der Wochenendpresse. So wussten sowohl die "NZZ am Sonntag" als auch die "SonntagsZeitung" (SoZ) zu berichten, dass der CS-Verwaltungsrat in der kommenden Woche über die Konsequenzen des Streits entscheiden wird. Wie die NZZaS von Insidern weiter erfuhr, sei es bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden Managern um weit mehr als nur um einen privaten Streit um Baulärm gegangen. Khan habe den Verwaltungsrat auf Probleme aufmerksam gemacht, welche die Führungsstruktur der Bank betreffen. Im Zentrum habe die Machtfülle von Thiam gestanden. Derweil berichteten SoZ und "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche", dass sich bei der CS aufgrund des Skandals die Personalabgänge beschleunigen würden. Die Informationen kämen von anderen Geldinstituten, die mit Bewerbungen von der CS regelrecht überhäuft würden. (SoZ S. 41f./NZZaS S. 1f/"Le Matin Dimanche"; siehe separate Meldung)

SWISS: Offenbar versuchen Swiss und die Lufthansa mit umweltschädlichen Transferflügen Kunden anzulocken. Wie die "SonntagsZeitung" (SoZ) recherchiert hat, verleitet auch die Lufthansa-Gruppe Reisende zu unvernünftigem Verhalten - auch in der Schweiz. So sei ein Direktflug etwa zwischen Zürich und Köln an verschiedenen Tagen deutlich teurer als ein Umsteigeflug via Hamburg. Auch Flüge mit der Swiss seien von Mailand, Paris oder Frankfurt über Zürich mit anschliessender Langstrecke oft deutlich günstiger als direkte Verbindungen ab Zürich. Bleibe die Frage, ob die billigen Umsteigeangebote angesichts der hitzigen Debatte über Umweltschäden durchs Fliegen unter Druck kommen. (SoZ S. 44)

HOTELPLAN: Die Pleite des britischen Reiseanbieters Thomas Cook trifft Hotelplan UK hart: Im Vereinigten Königreich verkaufte der Ableger des Schweizer Konzerns in erster Linie Skiferien, die Saison beginnt in wenigen Wochen, schrieb die "SonntagsZeitung". Thomas Cook sei für Hotelplan UK einer der Hauptlieferanten für Flüge in den Wintermonaten gewesen, wie eine Sprecherin dem Blatt sagte. Operativ und finanziell bedeute die Insolvenz einen grossen Schaden für Hotelplan UK. Genau abschätzen lassen sich die Kosten laut der Sprecherin noch nicht. (SoZ S. 45

LÖHNE: Für die Löhne in der Schweiz sieht es gut aus. Wie der "TagesAnzeiger" vom Samstag berichtete, dürften sie 2020 durchschnittlich zwischen 0,9 und 1,1 Prozent steigen. Das Blatt beruft sich dabei auf eine Umfrage der St. Galler Beratungsfirma Know.ch. Nehme man die aktuelle Inflationsprognose der SNB von 0,2 Prozent für 2020 zum Massstab, resultiere eine mittlere Erhöhung der Reallöhne um 0,8 Prozent. Während eine Vielzahl der befragten Unternehmen angegeben habe, die Löhne zwischen 0,75 und 1,5 Prozent erhöhen zu wollen, hätten 12 Prozent der Unternehmen eine noch deutlichere Erhöhung in Aussicht gestellt. Dies waren dem Bericht zufolge vor allem Pharma- und IT-Unternehmen. (SoZ, Seite 45).

SBB I: Das kanadische Bombardier-Konzern möchte den SBB gerne weitere Züge verkaufen. Im Interview mit der "NZZ am Sonntag" (NZZaS) erklärte der Chef von Bombardier Transportation, Danny Di Perna, dass die SBB Bestelloptionen für mehr als 100 weitere Züge hielten. Derzeit haben die SBB 62 Doppelstockzüge bei dem kanadischen Hersteller bestellt. Die Risiken des Doppelstöckers von Bombardier seien mittlerweile hinreichend bekannt und dürften in naher Zukunft gelöst sein. Sollten allerdings keine weiteren Bestellungen eingingen, wäre der Standort Villeneuve, wo in der Produktion 550 Mitarbeiter beschäftigt seien, bedroht, so der Manager gegenüber der Zeitung. (NZZaS S. 31)

SBB II: Derweil hat die ehemalige Chefin Personenverkehr bei den SBB, Jeannine Pilloud, einer Rückkehr zu ihrer alten Arbeitgeberin eine Abfuhr erteilt. Sie habe eine ausgezeichnete Zeit bei den SBB gehabt, erklärte sie im Interview mit der "Sonntagszeitung" (SoZ). Allerdings habe sie das internationale Umfeld vermisst. Heute sitzt sie beim Telekomkonzern Ascom auf dem Präsidentinnen- und dem Chefinnensessel sitzt. Sie habe ihren Job bei den SBB extrem gern gemacht, schliesse aber ein Rückkehr aus. Gleichzeitig verteidigt sie ihre oft kritisierte Doppelrolle bei Ascom - dies werde nur für eine beschränkte Zeit so sein. (SoZ S. 48)

HYPOTHEKENMARKT: Das US-Haus Goldman Sachs will künftig zusammen mit dem unabhängigen Vermittler Moneypark Hypotheken in der Schweiz anbieten. Wie die "NZZ am Sonntag" (NZZaS) berichtete, sei es schon in der kommenden Woche so weit. Allerdings werden die Amerikaner nicht selber in der Schweiz auftreten. Dies werden laut Bericht Schweizer Firmen übernehmen. Neben Moneypark sei das ein Unternehmen, das die Hypotheken verwaltet. Für das Geschäft gelten die Schweizer Gesetzesvorgaben. (NZZaS S.33)

hr/

(AWP)

 
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