Presseschau vom Wochenende 39 (29./30. September)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
30.09.2018 18:25

SNB: Der Berner Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti wendet sich in Interviews mit den Zeitungen "Zentralschweiz am Sonntag" und "Ostschweiz am Sonntag" mit Nachdruck gegen jeden Einfluss der Politik auf die Notenbankbilanz. "Diesen Eingriff in die dringend notwendige Unabhängigkeit der Geldpolitik würde ich scheuen wie der Teufel das Weihwasser", sagte der frühere Chefökonom des Bundes angesichts der Forderungen, man solle den Devisenberg der Nationalbank in einen Staatsfonds auslagern. Brunetti kritisierte zudem den vom Parlament verabschiedeten AHV-Steuer-Deal. Die AHV-Finanzierung gehe komplett in die falsche Richtung und fördere die Umverteilung von Jung zu Alt. Zu den Plänen des Bundesrats für eine Teilprivatisierung der Postfinance sagte Brunetti, wenn man die Postfinance zu einer normalem Bank mit voller Kreditvergabe mache, müsse sie auch vollständig privatisiert werden. Andernfalls würde eine Art Kantonalbank auf Bundesebene geschaffen.

AIRLINE: Helvetic Airways will laut der "SonntagsZeitung" mit der Anlieferung weiterer Flugzeuge auch das Geschäftsmodell der Airline komplett ändern. Investor Martin Ebner schwebe vor, seine Fluglinie zu einer Wet-Lease-Spezialistin nach US-Vorbild umzugestalten und Flugzeuge sowie Crews für Regionalstrecken an grosse Luftfahrtkonzerne zu vermieten. "Grosse Airlines tätigen ihre Investitionen im Produkt für die Langstrecke", sagte er und nennt als Beispiel die Verbesserungen von Swiss in der First- und Business-Class. "Ich gehe davon aus, dass sie sich sich langfristig darauf beschränken werden, das Interkontinentalgeschäft zu betreiben und das Regionalgeschäft auslagern." Dabei sei es durchaus auch ein Ziel, die Abhängigkeit von der Lufthansa-Gruppe zu reduzieren. Vier Flugzeuge seien allein für die Swiss im Einsatz; zwei Fokker 100 fliegen für Lufthansa ab München. Sollte dieses Geschäftsmodell gut laufen, ziehe Ebner auch in Betracht, die Optionen für den Kauf von 12 weiteren Jets einzulösen. (SoZ, S. 40)

BKB/RAIFFEISEN: Gleich zwei Artikel thematisieren in der Sonntagspresse das Verfahren gegen mehrere BKB-Vertreter durch das Finanzdepartement (EFD) und mögliche Folgen für den designierten Raiffeisen-Verwaltungsratspräsidenten Guy Lachapelle. Der CEO der Basler Kantonalbank gehöre in dem Verfahren nicht zu dem Personenkreis, gegen den ermittelt werde, schreibt die "Schweiz am Wochenende" unter Berufung auf einen Sprecher des EFD. In der "Sonntagszeitung" wird insbesondere auf die vielfältigen rechtlichen Schritte eingegangen, mit der die BKB versucht habe sich gegen die Herausgabe von Unterlagen zu wehren. Dies nicht nur den Geschädigten gegenüber, sondern auch gegenüber der Staatsanwaltschaft und dem FED. Im Wesentlichen geht es in dem FED-Verfahren darum, dass der BKB vorgeworfen wird, im Fall ASE ihrer Meldepflicht gemäss dem Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusbekämpfung nicht nachgekommen zu sein. (SoZ, S. 39; SaW, S. 13)

GASBRANCHE: Die Energiedienstleisterin Enerprice hat laut der "NZZ am Sonntag" bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Klage gegen die Schweizer Gasbranche eingereicht. Das Unternehmen habe deutsches Gas an Immobilien der UBS Fund Management (Switzerland) liefern wollen, doch die Schweizer Gasbranche habe die Durchleitung verweigert. Die Klage erhalte zudem den Support der Grossbank UBS: Man unterstütze es, dass sich der Lieferant im Interesse der Mieter für die Beschaffung von Heizgas zu Marktkonditionen einsetze, hiess es von dem Kreditinstitut. Je nach Gebäude wären mit dem Gas aus Deutschland Einsparungen von zwischen 10 und 30 Prozent möglich. (NZZaS, S. 33)

KRANKENKASSEN: Patienten sind laut der "SonntagsZeitung" in der Regel vor dem Bundesgericht kaum gegen ihre Krankenkassen erfolgreich. Die Zeitung beruft sich auf eine Auswertung von fast 400 Urteilen. Über alle Urteile hinweg betrachtet seien die Patienten für zwei Drittel aller Beschwerden ans Bundesgericht verantwortlich - für die restlichen die Krankenkassen. Bei den Erfolgsquoten lägen aber die Versicherer deutlich vorne. Klagten Patienten beispielsweise wegen der Kostenübernahme einer Auslandsbehandlung, seien sie nur gerade in jedem zehnten Fall erfolgreich. Klagten hingegen die Krankenkassen, gewännen sie in zwei von drei Fällen. (SoZ, S. 5)

yr/

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SNB N4'820.00+0.42%
UBS Group N14.435+2.19%
KB Basel PS65.40+2.51%

Investment ideas