Presseschau vom Wochenende 4 (28./29. Januar)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
29.01.2017 17:26

ACTELION: Die Übernahme von Actelion durch Johnson&Johnson ist in der Wochenendpresse ein grosses Thema. Unter anderem äusserte sich CEO Jean-Paul Clozel zum Potenzial des Spin-off-Forschungsunternehmens, welches nicht von den Amerikanern übernommen wird. Demnach werde etwa das Projekt ACT-132577, ein Mittel gegen Bluthochdruck, "im Vordergrund stehen", wie er der "Finanz und Wirtschaft" sagte. Erhöhte Aufmerksamkeit werde ausserdem der Dual-Orexin-Rezeptor-Antagonist gegen Schlaflosigkeit geniessen. Wann mit einem Zulassungsantrag für ein erstes Produkt zu rechnen sei und ob die Mittel von 1 Mrd CHF bis zum Erreichen des Break-even reichen werden, wollte Clozel nicht sagen. (FuW, S. 8)

CREDIT SUISSE: Wegen eines möglichen Grossbetrugs mit einem Schaden von rund 150 Mio CHF prüft ein Genfer Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die CS. Er wirft der Bank den Verstoss gegen "allereinfachste Aufsichtspflichten" vor und will sie daher möglicherweise wegen Geldwäscherei anklagen, wie die "Sonntagszeitung" und "Le Matin Dimanche" unter Berufung auf einen Brief an ein Gericht berichteten. Beim Fall geht es um zwei Ex-Angestellte der Bank, die 2008 eine eigene Vermögensverwaltungsfirma gegründet hatten. Als es dort zu erheblichen Verlusten kam, versuchten sie diese zu kaschieren. Dabei kam es laut Staatsanwalt während über sieben Jahren zu "hunderten Straftaten" mit CS-Konten. Die Strafverfolgung konzentriere sich in erster Linie auf die Ex-Angestellten und richte sich nicht gegen die Credit Suisse, teilt die Bank auf Anfrage von AWP mit. (SoZ, S. 37)

RICHEMONT: In der "Sonntagszeitung" beziffert der Chef der Richemont-Tochter Jaeger-LeCoultre, Daniel Riedo, die Produktionsmenge 2016 auf etwa 8% bis 10% unter dem Vorjahr. Seit einigen Monaten sehe er aber Verbesserungen. Gleichwohl startet die Marke in den nächsten Wochen eine grössere Rückkaufaktion eigener Uhren, damit Händler gewisse Modelle aus den Regalen nehmen können. (SoZ, S. 39)

IMPLENIA: Der Baukonzern Implenia zeigt sich "erstaunt" über das Vergabeprozedere des Kantons Zürich beim 400-Mio-CHF-Projekt Polizei- und Justizzentrum. Man habe erst an der Pressekonferenz vom letzten Freitag von der Gewichtung der Vergabekriterien erfahren, kritisiert das Unternehmen laut der "Schweiz am Sonntag". Zudem habe noch keine Bonitätsüberprüfung der Projektgewinnerin (HRS Real Estate) stattgefunden. Implenia werde nach Akteneinsicht über das weitere Vorgehen entscheiden, heisst es im Artikel weiter. (SaS, S. 22)

TAG HEUER: Die zum französischen LVMH-Konzerns gehörende Uhrenmarke TAG Heuer, die in der Schweiz produziert, soll im laufenden Jahr beim Umsatz um 8% bis 10% wachsen, wie LVMH-Uhrenchef Jean-Claude Biver gegenüber der "NZZ am Sonntag" sagte. Auf die Frage, ob mit der Marke im laufenden Jahr die Milliardengrenze geknackt werde, meinte er: "Das könnte sein." Ab April solle zudem der Online-Verkauf richtig losgehen, sagte Biver weiter. Schon für den März kündigte er "etwas komplett Neues" an, wie er auf eine Frage zu seiner Priorisierung (Smartwatches oder mechanische Uhren?) sagte. (NZZaS, S. 35)

MIGROS: Der Detailhändler Migros will ins Geschäft mit Insekten einsteigen. Die Tochter Micarna tüftelt an entsprechenden Produkten, wie die "Sonntagszeitung" schreibt. Das Ziel sei es, innert zwei Jahren entsprechende Produkte anzubieten, wird ein Sprecher im Bericht zitiert. (SoZ, S. 37)

ECONOMIESUISSE: Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse lehnt das Anliegen der Schweizer Hoteliers ab, dem Onlineportal booking.com das Leben zu erschweren. Der Verband stelle sich gegen neuen Vorschriften, schreibt die "Sonntagszeitung" mit Verweis auf ein Schreiben von Economiesuisse an die Parlamentarier. Diese entscheiden demnächst über eine entsprechende Motion. (SoZ, S. 38)

BREXIT: Möglichst unmittelbar nach dem Brexit soll die Schweiz nach dem Willen von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ein Freihandelsabkommen mit Grossbritannien abschliessen. "Mein Ziel ist klar. Nach dem Austritt Grossbritanniens darf kein Tag vergehen, ohne dass wieder eine Regelung in Kraft tritt", sagte er im Interview mit dem "SonntagsBlick". Allerdings kann Grossbritannien keine neuen Handelsverträge abschliessen, solange es EU-Mitglied ist. Auch formelle Verhandlungen sind verboten. Laut dem FDP-Bundesrat sollen aber "im Hintergrund und parallel zu den Austrittsgesprächen bereits Diskussionen" zu den künftigen Wirtschaftsbeziehungen geführt werden. (Sonntagsblick)

UNTERNEHENSSTEUERREFORM: Nach Eveline Widmer-Schlumpf mischen sich zwei weitere alt Bundesrätinnen in den Abstimmungskampf um die Unternehmenssteuerreform III ein. Ruth Metzler spricht sich im Interview mit den Zeitungen "Zentralschweiz am Sonntag" und "Ostschweiz am Sonntag" für die Steuerreform aus, über die am 12. Februar abgestimmt wird. Sie kenne aus ihren Wirtschaftsmandaten die Bedürfnisse von Schweizer Unternehmen, weshalb sie sich entgegen ihrer sonstigen Überzeugung zur Volksabstimmung äussere. Gegen die Reform argumentiert dagegen die ehemalige SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss. In einem Brief an die SP-Parteimitglieder vom vergangenen Donnerstag empfiehlt sie ein Nein zur Reform und kritisiert, dass diese zu einem "monumentalen Loch" in den öffentlichen Kassen führen werde. (Zentralschweiz a.S, Ostschweiz a.S.)

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(AWP)