Presseschau vom Wochenende 40 (07./08. Oktober)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
08.10.2017 17:56

ZURICH: Der Versicherer Zurich sieht sich mit seinem laufenden Kostensenkungsprogramm auf gutem Weg. "Das Ziel, die Kosten von 10,4 Mrd USD Ende 2015 auf 8,9 Mrd USD per Ende 2019 zu senken ist eine grosse Herausforderung, aber wir sind auf Kurs", sagte Zurich-CEO Mario Greco in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (Ausgabe 07.10.). Bis Ende 2017 sollen die Kosten bereits um 700 Mio USD unter dem Ausgangspunkt liegen. Ein Ziel, eine bestimmte Anzahl Stellen abzubauen gibt es laut Greco nicht. Was an Kosten eingespart werden müsse, könne über die natürliche Fluktuation aufgefangen werden. (NZZ, S. 35; siehe separate Meldung)

UBS: Die UBS sieht sich in Puerto Rico wegen aggressiver Verkaufsmethoden einiger Angestellter mit Schadenersatzforderungen im Umfang von 2,1 Mrd USD konfrontiert. Wie die "SonntagsZeitung" berichtet, liess eine Flut von Klagen von Anlegern bei angeblich sicheren Staatsanleihen des Inselstaates die Schadenersatzansprüche gegen die Grossbank bis Ende des zweiten Quartals 2017 auf die Summe ansteigen. Von den Forderungen sind laut UBS-Unterlagen 1,1 Mrd USD erledigt. Rund 1 Mrd USD Ansprüche sind weiterhin offen. Das Obligationen-Debakel belaste die UBS noch über Jahre hinaus, da rund 750 Schiedsgerichtsfälle ungeklärt und wegen der Zahlungsunfähigkeit des Inselstaates weitere Klagen absehbar seien, schreibt die Zeitung. Hurrikan Maria habe die finanzielle Lage von Puerto Rico verschärft. Der Staat sei bankrott und könne die Zinsen auf 73 Mrd USD Schulden nicht mehr zahlen. (SoZ, S. 35)

CLARIANT: Bei Clariant herrschen offenbar keine grossen Zweifel, dass die angestrebte Fusion mit Huntsman gelingen wird. "Wir sind weiterhin zuversichtlich, das Zweidrittelmehr zu erreichen", sagte Clariant-Sprecher Kai Rolker gegenüber der "SonntagsZeitung". Das Unternehmen konzentriere sich darauf, die Aktionäre von den Vorteilen der Fusion zu überzeugen. "Dass wir die Fusionsvereinbarungen ändern würden, kann ich kategorisch ausschliessen", fügte er an. In einem am Samstag publizierten Interview in der "Finanz und Wirtschaft" liessen die beiden Co-Chief Investment Officer von White Tale, David Millstone und David Winter wissen, dass sie bereits im Besitz von "deutlich mehr als 15%" der Aktien von Clariant seien und weiter zukaufen würden. (SoZ, S. 39; siehe separater Artikel)

MIGROS: Bei der Migros-Tochter Le Shop hat sich offenbar der Mitgründer Christian Wanner vom Unternehmen verabschiedet. Auf der Webseite von Le Shop werde er zwar noch als Verwaltungsrat aufgeführt, er sei aber unlängst aus dem Führungsgremium ausgetreten, heisst es in einem Artikel der "SonntagsZeitung". Er wolle sich anderen Aufgaben zuwenden, zitiert die Zeitung einen Migros-Sprecher. Mit ein Grund für den Exodus der vergangenen Monate - das Blatt verweist dabei auch auf die Abgänge von Dominique Locher und Sacha Hermann, dem Chef und dem operativen Leiter - seien Auseinandersetzungen um die Ausrichtung von Le Shop. So gebe es auch Diskussionen um einen neuen Namen für den Online-Lebensmittelhändler. (SoZ, S. 35)

SBB: Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel warnt vor einem weiteren Ausbau der Bahn in der Schweiz. Gegenüber der "NZZ am Sonntag" kritisiert er die Pläne des Bundes, der in den kommenden Jahren fast 12 Mrd CHF in den Ausbau des Schienennetzes investieren will. "Mit grossen neuen Infrastrukturprojekten kommen enorme laufende Kosten auf uns zu", sagt Weibel. In der Schweiz sei der öffentliche Verkehr bereits heute teuer. "Ich würde darum mit dem weiteren Ausbau aufpassen." Der Bundesrat rechnet, dass sich aufgrund der Investitionen die Rechnung der Bahnen um 122 Mo CHF pro Jahr verschlechtern wird. Dabei steht eine Tariferhöhung zur Diskussion. Für einen Ausgleich müssten die Billettpreise laut Regierung zwischen 2025 und 2035 um 3 bis 5% ansteigen.

cf/

(AWP)