Presseschau vom Wochenende 41 (14./15. Oktober)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
15.10.2017 16:54

STARRAG: Der jüngst kommunizierte Abgang von Starrag-CEO Walter Börsch, der für gewisse Überraschung gesorgt hatte, ist offenbar ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen. Mehrheits-Aktionär Walter Fust, der mit einem Anteil von 53,8% beim Maschinenkonzern das sagen hat, will von einem Zerwürfnis mit Börsch, wie die Presse es vermutete, nichts wissen, wie er gegenüber der SonntagsZeitung sagte. Schliesslich wolle Börsch erst im Herbst 2018 abtreten. Fust sei zwar mit der jüngsten Steigerung der Marge von 2,4 auf 4% nicht zufrieden, sein Zielwert liege bei 8%, schreibt das Blatt. An dieser Situation sei aber Börsch nicht schuld, die Fehler seien schon lange vor dessen Antritt 2014 als CEO erfolgt. Börsch habe schon vor einem Jahr signalisiert, dass er sein Amt abgeben wolle, aus persönlichen Gründen. "Er wohnt immer noch in Deutschland und ist hier gar nie richtig angekommen", erklärte Fust gegenüber dem Blatt. Mit 58 Jahren sei er noch jung genug, um etwas Neues anzupacken. Fust ist optimistisch für die Zukunft von Starrag als Schweizer Unternehmen, heisst es weiter: Kaufinteressenten aus China habe er eine Absage erteilt. (SoZ p. 37)

BANK FREY: Mit Marc Agnifilo von der Anwaltskanzlei Brafman & Associates haben die Verantwortlichen der früheren Bank Frey einen bekannten US-Anwalt als Chef-Verteidiger an Bord geholt. Wie die "NZZ" vom Samstag schreibt, hat dieser für seinen Schweizer Klienten S. B., den ehemaligen Privat-Banking-Chef von Frey, eine spezielle Verteidigungsstrategie gewählt. "Wir werden vor Gericht aufzeigen, dass der Kern des Schweizer Private Banking legal war", sagte Agnifilo gegenüber dem Blatt. Sein Klient habe sich immer an Schweizer Recht gehalten und seine Arbeit so gemacht, wie das Schweizer Banker und andere teilweise während Jahrzehnten getan hätten. Sein Klient habe immer "in gutem Glauben" gehandelt - und keine Straftat begangen, weder nach Schweizer noch nach US-Recht. S.B. ist erst der zweite Schweizer Banker, der sich im Zusammenhang mit dem Steuerstreit in den USA einem Prozess stellen wird. Er plädiert laut "NZZ" auf "nicht schuldig" in Sachen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Verschwörung gegen die USA. Der Prozess soll am 30. Oktober vor dem südlichen Bezirksgericht in New York beginnen. Der erste Schweizer Banker, der sich vor Gericht verantworten musste, war Raoul Weil, der Chef des UBS-Vermögensverwaltungsgeschäfts. Im Herbst 2014 war dieser von einem amerikanischen Gericht freigesprochen worden. (NZZ Samstag, p. 31)

UNITED GRINDING GROUP: Der Berner Schleifmaschinen- und Werkzeughersteller zieht offenbar einen Börsengang in Erwägung. Der heutige Besitzer, der deutsche Körber-Konzern, soll die Veräusserung der Gruppe erwägen, dabei wird von der beauftragten Investmentbank, dem deutschen Ableger der australischen Macquarie, neben einem Verkauf auch die Option Börsengang evaluiert, schreibt die "Finanz und Wirtschaft" (FuW) mit Bezug auf die Nachrichtenagentur Reuters. Wie die FuW zudem "aus unternehmensnahen Kreisen vernommen hat", stehe als Börsenplatz die Schweiz im Fokus, es seien aber noch keine hiesigen Emissionsbanken angegangen worden, da sich der Prozess in einem frühen Stadium befinde. Der Name United Grinding Group ist hierzulande wenig bekannt, es gibt ihn seit 2013. Zuvor firmierte die Gruppe laut dem Artikel unter der Bezeichnung Körber Schleifring und war in Deutschland domiziliert. Bedeutende Gruppengesellschaften befänden sich aber in der Schweiz, wie etwa der Schleifmaschinenspezialist Fritz Studer in Steffisburg, Mägerle in Fehraltorf oder der Werkzeughersteller Ewag in Etziken/SO.

AHV-REFORM: Die Spitzen von FDP, SVP, und CVP haben sich laut der "SonntagsZeitung" auf eine kleine AHV-Reform geeinigt. Es soll ein Paket aus Rentenalter 65 für Frauen, einer Erhöhung der Mehrwertsteuer für die AHV und einer minimalen Abfederung für kleine Einkommen geschnürt werden. Explizit ausgeschlossen werde aber eine Erhöhung der AHV-Rente zur Sicherung des Rentenniveaus. Der bürgerliche Schulterschluss im Vorfeld des AHV-Krisengipfels von Sozialminister Alain Berset wurde nach einen Seitenwechsel der CVP möglich. CVP-Präsident Pfister sagte gegenüber der Zeitung, die Partei müsse nach der AHV-Abstimmung neue Lösungen mit neuen Partnern suchen. (SoZ p. 9)

MEDIKAMENTE: In der Schweiz häufen sich laut einer Meldung der "NZZ am Sonntag" Versorgungsengpässe bei Medikamenten. Derzeit sind laut dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung zehn Impfstoffe und 17 Antibiotika nicht mehr verfügbar. "In letzter Zeit häufen sich Engpässe", bestätigte zudem Mark Witschi, Leiter der Sektion Impfempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit, der Zeitung. Die Knappheit treffe vor allem Spitäler. Schweizer Kliniken konnten im Schnitt 120 Medikamente pro Jahr nicht wie gewünscht beziehen. Beunruhigend sei in diesem Zusammenhang besonders die lange Dauer der Lieferengpässe von durchschnittlich zwei Monaten. (NZZaS p. 1/27)

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(AWP)