Presseschau vom Wochenende 41 (15./16. Oktober)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
16.10.2016 17:19

FINMA: Laut Finma-Chef Mark Branson haben Berufsverbote auf korrupte Banker die abschreckendere Wirkung als andere Sanktionen wie etwa hohe Bussen. "Die Banker nehmen die Bedrohung eines Berufsverbots sehr ernst", wird Branson in der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" zitiert. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) habe seit 2009 rund 30 Berufsverbote ausgesprochen, auch auf Stufe Topmanagement (CEO-Stufe). Diese Sanktionen bedeuteten faktisch meist das Ende einer Führungskarriere im Finanzsektor, so der Finma-Chef weiter. Auch in anderen Ländern schauen Behörden den Banken seit der Finanzkrise genauer auf die Finger. Dort werden im Unterschied zur Schweiz aber auch mal Bussen in Milliardenhöhe gesprochen. "Ich glaube nicht, dass die Bussenhöhe ausschlaggebend ist", sagt Branson. Trotz hoher Bussen habe es weiterhin Verstösse gegeben. (SoZ, siehe separate Meldung)

KMU: Viel der kleinen und mittleren Schweizer Industriebetriebe (KMU) kämpfen ums Überleben. Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, hat sich die wirtschaftliche Lage vieler KMU im dritten Quartal verschlechtert. Dies gehe aus einer Erhebung unter den Mitgliedsfirmen des Verbandes Swissmechanic hervor, berichtet das Blatt weiter. An der Umfrage, die im Oktober durchgeführt wurde, beteiligten sich rund 130 Unternehmen. Mehr als die Hälfte bezeichneten die Ertragslage als "nicht befriedigend". Die meisten der Industrie-KMU müssen derzeit mit einer Betriebsgewinnmarge von 3 bis 5% auskommen. Die kreditgebenden Banken erwarten deutlich mehr. Sie stufen solche Betriebe deshalb als grösseres Risiko ein und verlangen höhere Zinsen. (NZZaS, siehe separate Meldung)

KMU (2): Wie die "SonntagsZeitung" wiederum berichtet, nimmt das Interesse chinesischer Investoren an Schweizer KMU verstärkt zu. Diesen Trend bestätigt etwa Beat Unternährer, Partner bei der Corporate Finance Group, dem Blatt. Jürg Stucker von dem auf Firmenübernahmen spezialisierten Beratungsunternehmen Oaklins erklärt gegenüber der Zeitung, durch die Übernahmen grosser Schweizer Unternehmen wie Syngenta seien die hiesigen KMU offener für Investoren aus China geworden. Für Leute wie Armin Raiber, Vizepräsident von Swissrail, geht dieses gesteigerte Interesse allerdings auch mit dem Risiko eines später erhöhten Konkurrenzdrucks einher. (SoZ, siehe separate Meldung)

SR TECHNICS: Die Flugzeugwartungsfirma SR Technics verliert ab dem kommenden Frühling umfangreiche Wartungsaufträge der Swiss, berichtet die "SonntagsZeitung". So habe die Swiss-Pressestelle bestätigt, dass die Airline künftig Arbeiten mit geringen Standzeiten für sämtliche Flugzeugtypen selbst übernehmen werde. Auch Edelweiss-Maschinen würden vermehrt bei der Swiss gewartet. Der Verlust dieses Auftrags sei mit ein Grund für den angekündigten Abbau von 200 Stellen bei der ehemaligen Swiss-Tochter, heisst es in dem Bericht weiter. Das deutlich reduzierte Auftragsvolumen sei etwa für die Hälfte dieses Stellenabbaus verantwortlich, zitiert die Zeitung Insider. Gleichzeitig steige der Bedarf an Fachkräften bei der Swiss an. (SoZ, S. 34)

AUDEMARS PIGUET: Obwohl der Nachrichtenfluss aus der Schweizer Uhrenindustrie in jüngster Zeit nicht wirklich zu Euphorie verleitet hat, gibt es auch in dieser Branche Ausnahmen. Wie die "SonntagsZeitung" zeigt, gehört der Luxusuhrenhersteller Audemars Piguet dazu. Nach einem Rekordjahr 2015 dürfte das Unternehmen im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich erzielen. Den Erfolg erklären Verwaltungsratspräsidentin Jasmine Audemars und der operative Chef François-Henry Bennahmias unter anderem mit vorausschauenden Entscheidungen wie etwa einem verkleinerten Händlernetz und einem deutlich zusammengestrichenen Produktportfolio. "Es geht uns nicht um schnelles Umsatzwachstum, sondern darum, dass AP als eine Marke wahrgenommen wird, die den Sturm besser durchsteht als andere," fasst die VR-Präsidentin die Philosophie zusammen. (SoZ, S. 37)

ABB: Beim Industriekonzern ABB schaltet sich nun auch der Aktionärsvertreter Ethos in die Diskussion um eine Aufspaltung des Unternehmens ein, berichtet die "Schweiz am Sonntag". Man werde in den kommenden Wochen Gespräche mit ABB selbst sowie dem Grossinvestor Cevian suchen, zitiert das Blatt Ethos-Direktor Vincent Kaufmann. "Eine Aufspaltung von ABB wäre ein wichtiger Schritt für den Konzern", begründet er das Vorgehen. Wie der Direktor weiter erklärt, seien strategische Entscheidungen von Unternehmen zunehmend wichtig. Ob ein Unternehmen nachhaltig arbeite, seine Führung gut sei oder eben nicht, entscheide sich auch an strategischen Entscheiden. (SaS, S.22)

BUND: Im Jahr 2015 hat der Bund 769 Mio CHF für externe Dienstleistungen ausgegeben. Darin eingeschlossen sind Beratungen, Informationsarbeiten, Coachings und vor allem Tätigkeiten im Informatikbereich für die sieben Departemente sowie die Behörden und Gerichte, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen des Eidg. Finanzdepartements (EFD). Damit wurde 2015 die zweithöchste Summe seit 2009 - damals wurde die Statistik eingeführt - an private Firmen entrichtet. Die Kosten seien somit 2015 um 100 Mio CHF gestiegen, nachdem sie 2014 reduziert worden waren. Am meisten gab mit 159 Mio das Finanzdepartement aus, der weitaus grösste Posten entfiel mit 126 Mio auf Informatik-Projekte. (NZZaS, S. 11)

ENGMAB: Für 600 Mio US-Dollar kauft die amerikanische Biotech-Gesellschaft Celgene das gänzlich unbekannte Schweizer Start-Up-Unternehmen Engmab. Wie die Recherchen der "NZZ am Sonntag" ergeben haben, stecken ehemalige Roche-Topmanager und private Investoren hinter der kleinen Gesellschaft. Der frühere Finanzchef von Roche, Erich Hunziker, sowie ein hochrangiger Forschungsleiter konnten dem Bericht zufolge 2013 zwei experimentelle Wirkstoffe von Roche kaufen. Mit wenig Aufwand weiterentwickelt, verkauften sie nun die noch nicht erprobten Wirkstoffe. Branchenkenner bezeichnen den Kaufpreis von 600 Mio US-Dollar für zwei ungetestete Medikamente-Kandidaten gegen Leukämie als aussergewöhnlich hoch. (NZZaS, S. 29

BAHNNETZ: Beim nächsten Bahnausbau haben Zürich und die Romandie die Nase vorn, wie aus einem Bericht der "NZZ am Sonntag" hervorgeht. Luzern und Basel droht hingegen das Abstellgleis. Das Blatt bezieht sich dabei auf eine Präsentation des Bundesamtes für Verkehr. In der Poleposition stehen zwei Projekte, die für Zürich sowie die Romandie von grosser Bedeutung sind: Der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur sowie der Ausbau zwischen Yverdon und Genf wurden als Module mit grösstem Handlungsbedarf identifiziert, sie gehören zum "Sockel" des Ausbauschrittes 2030/35. Die Pläne für eine Metro in Basel, der neue Luzerner Tiefbahnhof und die Direktlinie von Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds rangieren unter den Projekten von dritter Priorität. (NZZaS, S. 13)

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(AWP)