Presseschau vom Wochenende 42 (21./22. Oktober)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
22.10.2017 18:06

CREDIT SUISSE: Ein grosses Thema in der Wochenendpresse ist der Einstieg des Hedgefonds-Manager Rudolf Bohli bei der Grossbank Credit Suisse (CS) bzw. dessen Aufspaltungsplan für die Bank. Wie Bohli im Interview mit der Schweiz am Wochenende" (SaW) sagt, rechnet er damit, dass die CS ihm dabei entgegenkommen wird. "Die Chance, dass das CS-Management sich in irgendeiner Weise bewegen wird, ist extrem hoch." Die CS-Führung habe "freundlich" auf seine Vorschläge reagiert, sagt er in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" (TA). In einem Jahr laufe die derzeitige Strategie des Managements aus. "Spätestens dann braucht es einen neuen Plan", so Bohli.

Die Investmentbank will Bohli bekanntlich aus der CS abspalten. "Es liegt auf der Hand, dass das Investmentbanking immer noch zu gross ist", so das SaW-Interview weiter. "Zudem gibt es keine grossen Synergien zwischen dieser Sparte und dem Vermögensverwaltungsgeschäft", erläuterte Bohli. Seiner Meinung nach wäre "vermutlich" auch die Finanzmarktaufsicht Finma "sehr glücklich, wenn die Problematik der Bank, zu gross zu sein, um zu scheitern, entschärft würde".

(Interviews mit Bohli: TA S. 9, SaW S. 14, FuW S. 6; weitere Berichte zu dem Thema: NZZaS S27. f, SoZ S. 41)

FIRMENÜBERNAHMEN: In der Schweiz wollen Politiker Firmen vor dem Übernahme-Hunger der chinesischen Konzerne schützen. Gegen die "Einkaufstour" der Chinesen rege sich Widerstand, schreibt die "Schweiz am Wochenende" (SaW). "Die CVP will diesem Treiben nicht tatenlos zusehen. Wir diskutieren, wie wir das Thema in der laufenden Aktienrechtsrevision einbringen wollen", sagt Parteipräsident Gerhard Pfister gegenüber der Zeitung. Rechtsprofessor und SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt plant dem Bericht zufolge einen Vorstoss: Im Aktienrecht solle für grosse Unternehmen die Möglichkeit geschaffen werden, längerfristig orientierte Aktionäre mit einer Zusatzdividende zu "belohnen". (SaW S. 1 ff.)

SWISSQUOTE: Der Online-Broker Swissquote setzt auf das Robo-Advisory. Aktuell hat das Unternehmen in diesem Bereich 1'600 Kunden mit 170 Mio CHF Vermögen. "In drei Jahren werden wir allein mit dem Robo-Advisory eine Milliarde Franken verwaltete Vermögen erreichen", erklärte Swissquote-Chef Marc Bürki in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" (SoZ). Die Vermögensverwaltung mittels Roboter kostet bei Swissquote dem Bericht zufolge 0,5% als Management Fee plus 0,45% für die Transaktions- und Depotgebühren. Es gehe nicht darum, ein Discountangebot zu machen, sondern einen technologischen Vorsprung zu bieten, verteidigte Bürki diese Kosten. (SoZ S. 86 f.)

POENINA: Das Installationsunternehmen Poenina hatte am vergangenen Freitag seinen Börsengang an der SIX bekannt gegeben. Im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (FuW) verrät CEO Jean Claude Bregy, wieviel vom Gewinn als Dividende ausgeschüttet werden soll. "Die Zielvorstellung liegt bei etwa zwei Dritteln." Im Rahmen des geplanten Börsengangs werden 500'000 Titel neu geschaffen. Er könne im Moment nichts dazu sagen, wie gross der Mittelzufluss sein könnte, da das Pricing ist noch nicht festgelegt sei. In welche Grössenordnung das Unternehmen mit einem Umsatz von 114 Mio CHF mittelfristig wachsen will, gibt Bregy nicht preis. "Unser Potential ist sehr gross, denken Sie nur etwa an den Sanierungsbedarf, der sich aus der Energiestrategie ergibt. Darin schlummert ein enormes Volumen. Der Modernisierungsbedarf ist in der Schweiz generell gross, davon profitieren wir." (FuW S. 14)

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(AWP)