Presseschau vom Wochenende 43 (29./30. Oktober)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
30.10.2016 17:29

SIKA: Nach dem Urteil des Kantonsgerichts Zug im Fall Sika zugunsten des Verwaltungsrats kommen in der Sonntagspresse die verschiedenen Protagonisten ausführlich zu Wort. Für Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg ist nach zwei Jahren Rechtsstreitigkeiten die Zeit gekommen "zusammenzusitzen und gemeinsam eine Lösung zu finden". Es sei sein Ziel, dass Sika das Aktienpaket der Familie übernimmt, sagte Hälg gegenüber der "NZZ am Sonntag" und der "Schweiz am Sonntag". Zu den genauen Gegebenheiten des Angebots wollte sich der VR-Präsident zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äussern. "Aber es wird eine finanziell attraktive und schnelle Lösung sein, die die Unabhängigkeit von Sika bewahrt". Ob es dazu kommen wird, ist offen. Darauf angesprochen, ob es an der Zeit sei, die Hand für einen Kompromiss zu reichen, pochte Urs Burkard, Sika-Verwaltungsrat und Familiensprecher, in Interviews darauf, dass neben Sika und der Familienholding SWH auch der Käufer Saint-Gobain beteiligt sein müsse. "Wir sind gesprächsbereit". Die Familie sei aber weiterhin an den Vertrag gebunden, äussert sich Burkhard gegenüber der "Sonntagszeitung". Allerdings sehe er im Urteil eine auch "Infragestellung des Aktienrechts". Die in der Familienholding Schenker-Winkler Holding (SWH) organisierten Gründererben kündigten auch bereits an, das Zuger Urteil an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen. (NZZaS, S.31; SoZ, S.37; SaS S.24 - siehe auch separate Meldung)

AXPO: Im Falle einer Annahme der Volksinitiative für einen frühzeitigen Atomausstieg, fordert der Stromkonzern Axpo von der Eidgenossenschaft eine Entschädigung von 4,1 Mrd CHF. "Selbstverständlich", sagte Axpo-Chef Andrew Walo im Interview mit der "NZZ am Sonntag" auf die Frage, ob er bei einem Ja zur Atomausstiegsinitiative am 27. November Schadenersatz fordern werde. "Alle Rechtsgutachten, die wir bis jetzt zu dieser Frage gesehen haben, zeigen klar, dass die Grundlage für Entschädigungen vom Bund bei einem Ja gegeben sind." Die Linke bezeichnet dies als Phantasierechnung. (NZZaS, S.11. - siehe auch separate Meldung)

CHARLES VÖGELE: Die Migros-Gruppe (MGB) nimmt das Angebot der Investorengruppe um die italienische Modekette OVS für die Aktien der Charles-Vögele-Gruppe an. "Wir haben unsere Charles Vögele-Aktien im Rahmen des öffentlichen Kaufangebots der Sempione Gruppe angeboten", wird Migros-Sprecher Luzi Weber in einem Artikel der Schweiz am Sonntag (Ausgabe 30.10; S.27) zitiert. Damit zieht die Migros einen Schlussstrich unter ihr langjähriges Engagement. Vor vier Jahren hielt die MGB noch knapp 25% der Aktien von Charles Vögele, baute seit dann aber ihren Anteil auf unter 5% ab. Dem Artikel zufolge hält sie heute noch 2% am Unternehmen. Die Angebotsfrist läuft seit dem 20. Oktober und endet voraussichtlich am 16. November 2016. (SaS, S.27.- siehe auch separate Meldung)

APG: Der Schweizer Aussenwerber APG sieht sich einem anhaltenden Margendruck ausgesetzt. Wegen der Herausforderungen durch die zunehmenden Ausschreibungen sowie wegen des generellen Drucks im Werbemarkt würden die Margen "nicht besser" werden, sagte APG-CEO Markus Ehrle im Interview mit der Zeitung "Finanz+Wirtschaft". Allerdings funktioniere die Aussenwerbung in der Schweiz nach wie vor gut und es gebe auch Anzeichen dafür, dass der Mitbewerber Clear Channel bei der Gebotsabgabe "zur Normalität" zurückkehrt. Nachdem sein Unternehmen die Aufträge der Verkehrsbetriebe Zürich sowie der Stadt Luzern verloren hatte, hat Ehrle dem Konkurrenzunternehmen vorgeworfen, zu hohe und nicht mehr rentable Gebote abgegeben zu haben Mit Blick auf die künftige Dividendenpolitik gibt sich der APG-Chef noch bedeckt. " Der Verwaltungsrat wird bei der Präsentation des Jahresergebnisses 206 im kommenden Frühjahr eine neue Richtlinie für die Dividenden bekannt geben". Die Nettoliquidität dürfte per Ende 2016 dabei in etwas auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahr, sprich bei 139 Mio CHF, zu liegen kommen. Bisher habe APG es vermeiden können, Negativzinsen auf den Cashbestand bezahlen zu müssen, sagte Ehrle im Interview. (FuW, Ausgabe 29.10.; S.6)

POST-AGENTUREN: In der Sonntagspresse wird auch der strategische Entscheid der Post, zur Streichung von bis zu 600 Poststellen, diskutiert. Im Gegenzug will die Post die Anzahl der Agenturen ausbauen. Der "gelbe Riese" suche dabei auch eine vertiefte Kooperation mit den beiden Detailhändlern Coop und Migros, heisst es in einem Artikel der Schweiz am Sonntag. Post-Chefin Susanne Ruoff sehe bei beiden Detailhändlern offene Türen. Auch die Kioskbetreiberin Valora sieht Chancen im Agenturenmodell: "Ein Ausbau ist selbstverständlich in unserem Interesse", wird ein Valora-Sprecher im Artikel zitiert. In der "NZZ am Sonntag" kommt auch Volg-Chef Ferdinand Hirsig zu diesem Thema zu Wort. Volg ist gemäss Artikel mit derzeit 300 Postagenturen schweizweit grösste Anbieter von Postdienstleistungen. Die Entschädigung für das Betreiben einer Agentur geschehe in Form eines Fixanteils und einer variablen Umsatzbeteiligung, sagt Hirsig, ohne sich im Detail zu den Einnahmen zu äussern. Gemäss einer Schätzung verdiene Volg je Agentur aber schätzungsweise 15'000 CHF im Jahr, so der Artikel. (NZZaS, S.35; SaS, S.25)

MIGROS: Bereits im Jahr 2013 hat der aktuelle Migros-Chef Herbert Bolliger seinen Rücktritt per Ende 2017 angekündigt. Das Rennen um seine Nachfolge befinde sich aktuell in der Entscheidungsphase, berichtet die "Schweiz am Sonntag" mit einem Verweis auf einen "ranghohen Migros-Insider". Im Moment seien Jörg Blunschi, Leiter der Migros Genossenschaft Zürich, und Fabrice Zumbrunnen, Leiter des Personal- und Kulturdepartements bei der MGB, Favoriten für die Nachfolge. (SaS, S.27.)

ALSTOM/GENERAL ELECTRIC: General Electric will in der Schweiz nun weniger Stellen abbauen als ursprünglich geplant. Er kenne die finale Zahl noch nicht, aber es werden weniger als 900 Stellen sein, sagte GE-Chef Paul McElhinney im Interview gegenüber der "Schweiz am Sonntag". Zuerst sei man von einem Abbau von 1300 Stellen ausgegangen. GE soll in der Schweiz eine grosse Zukunft haben. "Wir haben langfristige Pläne. Unseren Hauptsitz haben wir nicht nach Baden verlegt, um in fünf oder zehn Jahren wieder anderswo hinzugehen", so McElhinney weiter. In diesem Jahr würden in der Schweiz rund 200 Mio CHF in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert. (SaS, S.26.)

INFLATION: Nach fünf Jahren mit fallenden Preisen dürfte es in der Schweiz im kommenden Jahr wieder etwas Inflation geben. "Die Inflation ist zurück, nachdem die Investoren jahrelang nur über Stagnation und Deflation diskutiert haben, wird Thomas Stucki, CIO der St.Galler Kantonalbank in einem Artikel der "NZZ am Sonntag" zitiert. Die UBS rechnet gemäss Artikel mit einer Inflationsrate von 0,4% und damit mit einer doppelt so hohen Inflation wie die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. (NZZaS, S.29)

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(AWP)