Presseschau vom Wochenende 45 (11./12. November)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
12.11.2017 17:42

NOVARTIS: Der designierte Novartis-CEO Vas Narasimhan will laut einem Artikel der "NZZ am Sonntag" für den Basler Pharmakonzern therapeutisches Neuland betreten. Der US-Amerikaner mit indischen Wurzeln erwartet, dass die Preise für Medikamente weltweit stärker unter Druck geraten. Einzig bahnbrechende Therapien mit hohem Nutzen für die Patienten könnten noch hohe Preise fordern. So sei etwa die personalisierte Gentherapie gegen Leukämie, die Novartis für fast eine halbe Million US-Dollar anbietet, so eine Anwendung. Narasimhan schätzt, dass die Zahl der Patienten, die damit therapiert werden können, von derzeit jährlich weltweit 200 innerhalb von wenigen Jahren auf bis zu 10'000 Personen steigen wird. (NZZaS, S. 29)

CREDIT SUISSE: Rudolf Bohli, der Fondsmanger von RBR Capital Advisors, der die Credit Suisse aufspalten will, wirbt offenbar bei den CS-Grossaktionären für sein Vorhaben. Mit der US-Gesellschaft Harris Associates, die jüngsten Angaben zufolge einen Anteil von gut 5% an der CS hält, habe sich Bohli bereits getroffen, heisst es in einem Artikel der "Schweiz am Wochenende" mit Berufung auf das Umfeld des Hedge-Fondsmanagers. Bohli kenne David Herro, Investment-Chef von Harris Associates aus früheren Investments persönlich, so der Artikel. Auch mit dem Staatsfonds aus Katar (Anteil 4,9%) stehe Bohli in Kontakt. Kein Kontakt bestehe dagegen mit der Olayan-Gruppe aus Saudi Arabien. (SaW, S. 14)

DUFRY: Der Reisedetailhändler Dufry sieht sich mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Laut einem Artikel der "Sonntagszeitung" bearbeitet die Bundesstaatsanwaltschaft der Schweiz zurzeit ein Rechtshilfeersuchen aus Mauritius. Die Ermittler wollen Informationen über Zahlungen des Basler Dufry-Konzerns an eine in der Schweiz registrierte Firma. Das Geld soll an Personen im Umfeld des Ex-Premiers von Mauritius geflossen sein. Der Duty-Free-Konzern Dufry hatte im Jahr 2014 das Management der Läden zweier staatlicher Flughäfen in Mauritius mittels eines Exklusiv-Vertrages übernommen. Dufry wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärte, die Vorkommnisse seien im Kontext von Querelen zwischen zwei verfeindeten politischen Parteien in Mauritius zu sehen. Dufry sei in der Angelegenheit von keiner Behörde, weder aus Mauritius noch aus der Schweiz, kontaktiert worden, sagte Dufry-Sprecher Renzo Radice auf Anfrage der sda.(Sonntagszeitung, S.6; siehe separate Meldung)

ROHSTOFF-BRANCHE: Justizministerin Simonetta Sommaruga droht der Rohstoff-Branche nach den Auswertungen der Paradise-Papers mit neuen Regulierungen. In einem Interview mit der "Sonntagszeitung" lässt sich die Bundesrätin wie folgt zitieren: "Wenn es die Wirtschaft nicht schafft, sich an ihre eigenen Vorgaben zu halten, dann braucht es staatliche Regeln". Bisher sei das Engagement der Rohstoffindustrie bezüglich Korruption und Nachhaltigkeit "nicht wirklich überzeugend". Aufgrund solcher Recherchen wie jener der Paradise-Papers erhöhe sich der Druck auf die Politik, betonte Sommaruga. Sie warnte zugleich vor einem grossen Reputationsrisiko für die Schweiz. (Sonntagszeitung, S. 15; siehe separate Meldung)

FINMA/PIERIN VINCENZ: Das Verfahren der Finanzaufsicht Finma gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz soll laut einem Artikel der "Sonntagszeitung" von seinem Nachfolger Patrik Gisel ausgelöst worden sein. Um zu klären, ob seine Bank korrekt aufgestellt war, habe Gisel bei der Anwaltskanzlei Prager Dreifuss ein Gutachten zur Corporate Governance eingeholt. Die Juristen fanden laut dem Artikel an mehreren Stellen nicht das vor, was die Aufsicht von einer systemrelevanten Bank verlangt. Dies veranlasste dann die Finma, zu ermitteln. Das Verfahren gegen Pierin Vincenz wird auch von anderen Wochenendmedien aufgegriffen. Laut "NZZ am Sonntag" befindet sich das von Vincenz aufgebaute "System Raiffeisen" auf dem Prüfstand, insbesondere mit Blick auf die Kontrollmechanismen. Gemäss "Schweiz am Wochenende" wird der Ausgang des Verfahrens in den nächsten Monaten erwartet. Im schlimmsten Fall drohe Vincenz der Verlust der "Gewähr", womit er seine Ämter in der Finanzbranche, u.a. das Verwaltungsratspräsidium beim Versicherer Helvetia, abgeben müsste. (SoZ, S.41, SaW, S.14; NZZaS, S.31)

AUTONEUM: Der Industriekonzern Autoneum hält auch nach der Prognosesenkung für das laufende Jahr an den Zielen bis 2020 fest. Die Mittelfristziele, wonach das Unternehmen bis 2020 einen Umsatz von 2,6 Mrd und eine EBITDA-Marge von 12% anstrebt, könne er bestätigen, sagte CEO Martin Hirzel in einem Interview mit der mit der "Finanz und Wirtschaft" Die Erreichung der Ziele sei mit Blick auf das aktuelle Umfeld aber "ambitiös". Um die Ziele zu erreichen, müsse Autoneum gut doppelt so schnell wachsen wie der Markt. (FuW, Ausgabe 11.11., S.6f; siehe separate Meldung)

ETH ZÜRICH: Die ETH Zürich plant laut einem Artikel der "NZZ am Sonntag" eine markante Aufstockung des Personals. Der ETH-Präsident Lino Guzzella will in den nächsten sieben Jahren hundert neue Professuren schaffen, was einer Aufstockung um 20% entspreche. Man wolle dadurch die Schlagkraft der ETH erhöhen. Gleichzeitig würden an der Hochschule hunderte neue Stellen entstehen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 550 Mio CHF für diese Zeitspanne. (NZZaS, S. 1/11; siehe separate Meldung)

HYPOTHEKEN: Die Banken gehen bei der Vergabe von Hypotheken immer grössere Risiken ein. Hypotheken mit "ausgereizter" Tragbarkeit hätten im vergangenen Jahr einen Anteil von 46% aller neu vergebenen oder refinanzierten Hypotheken ausgemacht, was ein neuer Höchststand bedeute, heisst es in einem Artikel der "Schweiz am Wochenende" mit Verweis auf Finanzstabilitätsbericht der SNB. Die Vergabepraxis werde bei den Banken aber sehr unterschiedlich gehandhabt , wird ein FINMA Sprecher zitiert. Bei einigen Instituten habe die Finma zuletzt genauer hinschauen müssen, da vermehrt "exeption to policy"-Geschäfte festgestellt worden seien. Ein Aufweichen der Tragbarkeitsstandarts stuft die Finma für Kunden wie für Banken als "gefährlich" ein. (SaW, S.16)

REISEBÜROS: Die Reisebüros haben seit längerem mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Im laufenden Jahr soll es aber wieder aufwärts gehen. "Wir erwarten dieses Jahr ein Plus von bis zu einem hohen einstelligen Prozentbereich", wird Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands, in einem Artikel der "NZZ am Sonntag" zitiert. Kunden würden wegen der geopolitischen Lage ihre Ferien eher wieder dem Reisebüro anvertrauen, weil sie dadurch besser abgesichert seien. Die Konsolidierung der Branche ist laut Kunz mit Blick auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung aber durchaus notwendig gewesen. (NZZaS, S.35)

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(AWP)