Presseschau vom Wochenende 46 (18./19. November)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
19.11.2017 16:28

SWATCH: In der Schweizer Uhrenindustrie hat laut einer Meldung der "NZZ am Sonntag" nach dreijähriger Flaute eine kräftige Trendwende eingesetzt. "Der Aufschwung ist massiv", sagte Swatch-Chef Nick Hayek im Interview mit der Zeitung. Sein Konzern habe im September ein Umsatzplus von über 10% erzielt. Im Oktober habe sich das Tempo noch beschleunigt. Aufgrund der grossen Nachfrage verzeichne der Konzern sogar Engpässe bei der Produktion, erklärte der Manager. (NZZaS, S. 31; siehe separate Meldung)

CLARIANT: Diese Woche treffen die Clariant-Spitze und White Tale, mit über 20% der grösste Aktionär des Chemiekonzerns, aufeinander. Das Gipfeltreffen werde eines von mehreren sein, diese Woche komme kaum viel Neues heraus, zitiert die "SonntagsZeitung" einen Berater von Clariant. Doch das Trio, das hinter White Tale stehe, will sich nicht hinhalten lassen. Jetzt gebe es für CEO Hariolf Kottmann und VR-Präsident Rudolf Wehrli nur noch die Varianten "spuren oder weichen", sagt ein Vertreter von White Tale. (SonntagsZeitung, S. 42)

SWISSCOM: Die Swisscom übernimmt die Unterhaltungsfirma Cinetrade vollständig. Bisher hielt der Telekomkonzern 75% an der Teleclub-Besitzerin. Nun habe man vor 10 Tagen auch noch die restlichen 25% Anteile gekauft, erklärte ein Swisscom-Sprecher am Sonntag auf Anfrage. Verkäufer sei Cinetrade-Gründer Stephan Sager. Damit werde die Swisscom alleinige Aktionärin der CT Cinetrade AG und deren Gruppengesellschaften. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. (Sonntagsblick; siehe separate Meldung)

EMS CHEMIE: SVP-Nationalrätin und Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher erwägt eine Kandidatur für den Bundesrat. "In einem Notfall, wenn die EU uns plötzlich unerwartet stark unter Druck setzen würde, würde ich das Amt wohl in Betracht ziehen", sagte sie gegenüber dem "SonntagsBlick". Dabei stünde auch ihre Rolle als Firmenchefin und Mehrheitseignerin der börsenkotierten Ems-Chemie nicht im Weg. Jeder sei ersetzbar, betonte Martullo-Blocher. Martullo-Blocher will der No-Billag-Initiative zustimmen und forderte zugleich Volksabstimmungen über die Beschaffung neuer Kampfjets und über die Durchführung Olympischer Spiele. (SonntagsBlick)

RAIFFEISEN: Das Enforcement der Finanzmarktaufsicht (Finma) gegen die Raiffeisen-Gruppe zieht weitere Kreise. Die "SonntagsZeitung" wirft die Frage auf, ob sich die Position des Verwaltungsratspräsidenten Johannes Rüegg-Stürm halten lässt. Er sei in alle heiklen Fragen rund um die strittige Investnet-Beteiligung involviert gewesen. Nun habe er einen ersten Schritt gemacht: Rüegg-Stürm wird an der nächsten Verwaltungsratssitzung vom 1. Dezember mit Pascal Gantenbein einen sogenannten Independent Lead Director einsetzen, zitiert das Blatt aus einem Rundschreiben an die rund 250 Bankleiter der Raiffeisenbanken. Rüegg-Stürm trete in allen Fragen rund um die Untersuchung der Finma in den Ausstand. An der Sitzung vom 1. Dezember werde der VR das Finma-Verfahren "thematisieren". Man versuche, das Verfahren möglichst schnell und gründlich abzuschliessen, wenn möglich noch im Frühjahr 2018. (SonntagsZeitung, S. 41)

MIGROS: Die Migros Aare hat ihre Fühler nach Deutschland ausgestreckt. Sie hat sich am Startup Emmasbox beteiligt, wie Migros-Aare-Chef Anton Gäumann der "NZZ am Sonntag" bestätigt. Das 2013 gegründete Unternehmen produziert gekühlte Boxen für die Lebensmittelaufbewahrung. Kunden bestellen ihre Lebensmittel online, lassen diese in die Emmasbox liefern und können sie mittels Code rund um die Uhr abholen. "Bei Emmasbox geht es um die letzte Meile: Wie können wir uns hier optimal positionieren? Im Verlauf des nächsten Jahres werden wir unter anderem prüfen, ob eine Zusammenarbeit zwischen Emmasbox und unserem Onlineshop Leshop.ch sinnvoll sein könnte", sagte Gäumann. (NZZaS, S. 32)

POST I: Die Schweizerische Post hat laut Meldungen der "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag" den Gewinn 2017 deutlich gesteigert. Erstmals seit fünf Jahren dürfte die Schwelle von 700 Mio CHF wieder erreicht werden, sagte Post-Chefin Susanne Ruoff im Interview mit den Zeitungen. 2016 lag der Gewinn bei 558 Mio. Ruoff warnte allerdings, dass das Ergebnis nur aufgrund von Einmaleffekten so gut aussehe. Die Postchefin äusserte sich auch zu einer möglichen Erhöhung der Posttarife ab 2019. Hierbei sei allerdings nichts beschlossen, sagte sie. (Zentralschweiz am Sonntag, Ostschweiz am Sonntag; siehe separate Meldung)

POST II: Die Post testet seit Anfang August in Interlaken eine neuartige Poststelle. Diese erinnert nicht mehr an die traditionellen Filialen, sondern an die Läden etwa von Swisscom oder Apple. Der Versuch ist erfolgreich verlaufen, die Post weitet ihn darum aus, wie Sprecherin Léa Wertheimer in der "NZZ am Sonntag" bestätigt. Am 11.Dezember eröffnet in Landquart eine Poststelle im gleichen Stil. Danach werden sechs weitere Testfilialen dazukommen. Der Versuch mit den insgesamt acht Filialen läuft bis Ende 2018. (NZZaS, S. 33)

SBB I: Der Fahrplanwechsel der SBB vom Dezember könnte laut einer Meldung der "NZZ am Sonntag" zu gravierenden Verspätungen und Ausfällen führen. Die Einsatzpläne der Lokomotivführer werden nämlich mit einer mangelhaften Software erstellt. Die SBB haben eine Taskforce eingesetzt, wie ein Sprecher der Zeitung bestätigte. Es bestünde grosser Handlungsbedarf. Vor allem mit Blick auf den Fahrplanwechsel vom 10. Dezember sei die Situation besorgniserregend, sagte zudem Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer der Zeitung. Es drohe ein Blindflug, warnte Giger. (NZZaS, S. 13)

SBB II: Die Sperrung der Bahnlinie zwischen Basel und dem deutschen Karlsruhe im August und September hat bei den SBB einen hohen finanziellen Schaden angerichtet. Gegenüber dem "SonntagsBlick" bezifferte SBB-Chef Andreas Meyer erstmals die Verluste: "Der Schaden für SBB Cargo und ihre Töchter beträgt 20 bis 30 Millionen Franken." Die SBB seien gegen diese finanziellen Einbussen versichert. Ob die Deutsche Bahn belangt werde, entscheide dabei allerdings die Versicherung. Meyer macht allerdings der Reputations- und Vertrauensverlust, den der Schienengüterverkehr durch die Sperrung erlitt, mehr Sorgen: Einige Kunden seien wegen der Panne vom Schienentransport auf die Strasse umgestiegen. (SonntagsBlick)

SWISS: Nach dem Aus der Fluggesellschaft Belair im Zuge des Untergangs der deutschen Air Berlin werden zwei Dutzend Piloten von der Swiss übernommen. Die Swiss habe in intensiven Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Aeropers eine Lösung gefunden, 24 Piloten der Belair eine Anstellung anzubieten, erklärte Swiss-Sprecher Stefan Vasic auf Anfrage zu einem entsprechenden Artikel der "SonntagsZeitung". Damit leiste die Swiss einen Beitrag zum Erhalt der Pilotenarbeitsplätze in der Schweiz. (SonntagsZeitung, S. 40; siehe separate Meldung)

EU: Obwohl offiziell noch keine Details bekanntgegeben wurden, soll laut einer Meldung der "SonntagsZeitung" der Bundesrat die Ostmilliarde gesprochen haben. Der Bundesrat habe auf Antrag von Aussenminister Ignazio Cassis die Kohäsionsmilliarde beschlossen, zeigten Recherchen der Zeitung. Allerdings schien es Cassis unmöglich, als erste Amtshandlung für den Geldtransfer an die EU in der Höhe von 1,3 Mrd CHF einzustehen. Er habe sich daher geweigert, die Milliarde vor den Medien zu vertreten. Bundespräsidentin Doris Leuthard habe ohnehin gefunden, Bern könne der Bevölkerung die Milliarde besser verkaufen, wenn die Schweiz die Gutsprache der Gelder während des Besuches von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am kommenden Donnerstag kommuniziere. (SonntagsZeitung, S.

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(AWP)