Presseschau vom Wochenende 48 (03./04. Dezember)

Bern (awp/sda) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
04.12.2016 17:31

CREDIT SUISSE: Bei der Schweizer Einheit der Grossbank Credit Suisse steht nach Informationen der "Schweiz am Sonntag" (SaS) der Abbau von 1000 bis 1300 Stellen an. Dies entspricht 8 bis 10% der Belegschaft. Der Abbau soll laut dem Blatt dabei helfen, das Kostensenkungsziel von 3% pro Jahr zu erreichen. Die Bank nahm gegenüber der Zeitung keine Stellung. Am kommenden Mittwoch hält sie ihren jährlichen Investorentag in London ab. (SaS S. 27)

UBS/CS: Die Grossbanken UBS und Credit Suisse könnten von den neuen Eigenmittelvorschriften "Basel IV" stärker betroffen sein als die europäische Konkurrenz. Zu diesem Ergebnis kommt laut der "NZZ am Sonntag" eine Studie der US-Bank Morgan Stanley. Die gewichtete Eigenkapitalquote der UBS könnte laut der Studie im Jahr 2018 auf 10,3% sinken, jene der Credit Suisse auf 10,1%. Das gesetzliche Minimum beträgt 10,0%. Im Kern geht es bei "Basel IV" darum, dass Banken ihre risikogewichteten Aktiven künftig nach einem einheitlichen Schema berechnen sollen. Derzeit verwenden sie eigene Modelle mit teilweise grossen Unterschieden. Noch sind die Regeln nicht endgültig beschlossen. (NZZaS S. 31)

ACTELION: Das Werweissen um eine Übernahme des Basler Biopharmaunternehmens Actelion durch den US-Konzern Johnson&Johnson (J&J) ist ein Thema in der Wochenendpresse. Kommt J&J zum Zug, stehe die Zukunft von 800 Forschungsangestellten auf der Kippe, spekuliert die "Schweiz am Sonntag" (SaS). Laut "Finanz und Wirtschaft" (FuW) wäre J&J ein "guter Käufer von Actelion. (SaS. S 23; FuW S. 10 f.)

NOVARTIS: Der Pharmakonzern Novartis wird sich nicht an einem möglichen Bieterkampf um Actelion beteiligen. "Wir haben immer wieder gesagt, dass wir uns auf ergänzende Akquisitionen im Rahmen von 2 bis 5 Mrd USD konzentrieren", sagt Novartis-CEO Joe Jimenez im Interview mit dem "Blick". Gemessen am Schlusskurs der Actelion-Aktie am vergangenen Freitag kommt der Allschwiler Konzern auf einen Wert von rund 22 Mrd CHF, was beim derzeitigen Umrechnungskurs knapp 22 Mrd USD entspricht. (Blick-Onlineausgabe am 4. Dezember; siehe separate Meldung)

SUNRISE: Olaf Swantee, CEO des Telekomanbieters Sunrise, sieht in naher Frist keine Chance auf einen Zusammenschluss seines Unternehmens mit Salt. Kurz- oder mittelfristig sei dies sicher nicht möglich, stellt er im Interview mit der "Schweiz am Sonntag" (SaS) klar. "Vor sieben Jahren wurde die Fusion von Orange (wie Salt zuvor hiess, Anm. Red.) und Sunrise [...] nicht erlaubt. Das ist der Präzedenzfall. Es gibt zurzeit keine Fusionsprojekte, und Sunrise braucht keine Konsolidierung." Eine Fusion könne aber Kosteneinsparungen bringen und positiv für die Gesellschaft sein. (SaS S. 34)

SWISS: Die Fluggesellschaft Swiss will das Buchungsverhalten ihrer Passagiere noch genauer analysieren, um den Umsatz zu steigern. Dies schreibt die "Schweiz am Sonntag" (SaS) und verweist als Quelle auf das Mitarbeitermagazin der Airline. Diese bestätigte gegenüber der Zeitung, dass das Big-Data-Projekt unter dem Namen "Smile" im Sommer intern in Angriff genommen worden sei. Es soll "dem Vernehmen nach" Anfang Jahr eingeführt werden, so die SaS. Ziel sei der Ausbau der Datenanalyse und die Erschliessung neuer Erlösquellen. (SaS S. 27)

RUAG: Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag will im Nahen Osten wachsen und hat gemäss "Sonntagszeitung" (SoZ) dafür eine Tochtergesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgebaut. Dort sollen Kriegssimulatoren entwickelt werden, wie der Konzern der Zeitung bestätigte. Im Moment seien vier Personen in Abu Dhabi tätig; dereinst sollen es zehn bis 15 sein. Die Ruag-Tochter gehört den Angaben zufolge zu 51% lokalen Geschäftsleuten, deren Identität geheim sei. (SoZ S. 1 und 37 f.)

MOBILFUNK: Der Chef der Eidgenössischen Kommunikationskommission, Marc Furrer, spricht sich im Interview mit der "Sonntagszeitung" (SoZ) für eine Lockerung der Grenzwerte bei Mobilfunkantennen aus. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Netze ans Limit kommen. Ausserdem verursachten nicht die Antennen, sondern die Handys die stärkste Strahlung. Die Nachfrage nach Bandbreite verdopple sich alle neun Monate. Würden die Grenzwerte nicht gelockert, müsste man einen "Wald von zusätzlichen Antennen bauen" oder die Schweiz müsste mit einer klar schlechteren Mobilfunkversorgung auskommen. Ausserdem würden die Preise für Kunden steigen. (SoZ S. 40; siehe separate Meldung)

INLÄNDERVORRANG: Der Präsident des Baumeisterverbandes, Gian-Luca Lardi, kritisiert angesichts der Diskussion um den Inländervorrang die Gewerkschaften. Aus seiner Sicht führt der GAV-Standard im Bauhauptgewerbe mittlerweile zu unerwünschten Nebeneffekten, auch für die "Einwandererproblematik". Gewisse Regeln seien "Jobkiller", sagte Lardi im Interview mit der "NZZ am Sonntag" (NZZaS): Beispielsweise wenn Bauarbeiter zwingend in der derselben Lohnklasse angestellt werden müssen, wenn sie ihren Job verlieren, unabhängig von ihrem Potenzial. In solchen Fällen zeigt sich Lardi überzeugt: "Viele arbeitslose Arbeiter wären durchaus bereit, beim Lohn auch Abstriche in Kauf zu nehmen." (NZZaS S. 10; siehe separate Meldung)

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(AWP)