Presseschau vom Wochenende 5 (30./31. Januar)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
31.01.2016 16:17

CREDIT SUISSE: Die Grossbank, die am kommenden Donnerstag ihr Jahresergebnis präsentiert, steht gemäss Recherchen der "SonntagsZeitung" vor einem Milliarden-Verlust. Dazu beigetragen habe eine Goodwill-Abschreibung in der Grössenordnung von 4 Mrd CHF. Dabei geht es um Altlasten aus dem Jahr 2000, als die CS für die US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ) einen Kaufpreis zahlte, der nun weit über dem Buchwert liege. Belastend wirkten auch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, Wertverluste bei Unternehmensanleihen aus dem Ölsektor und hohe Restrukturierungskosten. Laut der Zeitung würde es nicht überraschen, "wenn unter dem Strich ein Verlust von weit über einer Milliarde Franken resultiert". (SonntagsZeitung, S. 33f, siehe separate Meldung).

CREDIT SUISSE: Der Anlageskandal rund um einen betrügerischen Genfer Kundenberater der Grossbank erreicht immer neue Höhen. "Es geht um mindestens 200 Millionen Franken", zitiert die "Schweiz am Sonntag" einen mit der Sache vertrauten Bankkadermann. "Le Temps" und "Tages-Anzeiger" hatten vor rund zehn Tagen über eine Deliktsumme von "deutlich mehr als 50 Mio CHF", respektive "nahezu 100 Mio CHF" geschrieben. Die Credit Suisse versuche nun "mit Hochdruck", einen Vergleich mit den geschädigten Kunden zu schliessen. Bei den geprellten Kunden soll es sich, wie bereits früher berichtet, um den ehemaligen georgischen Premier Bidzina Ivanishvili handeln, sowie um zwei weitere Kunden mit einem Bezug zu Russland. (Schweiz am Sonntag, S. 23)

JULIUS BÄR: Zum Deal der Bank Julius Bär rund um die angestrebte Lösung des Steuerstreits mit den USA gehört, dass zwei Angestellte, die 2011 in den USA angeklagt wurden, nächste Woche in New York vor Gericht aussagen. Die Privatbank habe den Gerichtstermin bestätigt, schreibt die "SonntagsZeitung". Anders als ihre Konkurrenten habe sich die Bank nie von ihren in den USA angeklagten Angestellten distanziert. (SonntagsZeitung, S. 36).

LAFARGEHOLCIM: Beim Zementkonzern geht man gemäss der "SonntagsZeitung" davon aus, dass VR-Präsident Wolfgang Reitzle vor dem Absprung zu seinem früheren Arbeitgeber Linde ist und beruft sich auf "gut informierte Kreise". Bei Linde kann Reitzle Aufsichtsratschef werden. Aber nur, wenn er andere Posten aufgibt, berichtete das "Handelsblatt" vergangene Woche. Reitzle ist derzeit Verwaltungsrats-Co-Chef bei LafargeHolcim, Chefkontrolleur bei Continental sowie unter anderem in den Aufsichtsgremien von Axel Springer und dem Weinhändler Hawesko vertreten. (SonntagsZeitung, S. 35).

SIKA: Im Übernahmestreit um den Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika ist nach Einschätzung der "Schweiz am Sonntag" eine neue Eskalationsstufe erreicht. Sika-Erbe Urs Burkard sei bei Investoren vorstellig geworden, mit dem Ziel, ihnen die Risiken einer Übernahme durch Saint-Gobain für den Aktienkurs vor Augen zu führen. Burkard habe Druck gemacht, sich von den Sika-Aktien zu trennen, wird ein angegangener Gesprächsteilnehmer zitiert. Hintergrund: Ein steigender Aktien-Kurs, wie im letzten Jahr gesehen sei ein schlechtes Signal für den verkaufswilligen Sika-Erben. Er habe vielmehr Interesse daran, dass der Markt glaube, die Übernahme komme in seinem Sinne zustande. (Schweiz am Sonntag, S. 22)

BARRY CALLEBAUT: Der weltgrösste Schokoladenhersteller will seine Produkte schon bald via 3-D-Druck verkaufen. Im Interview mit der "SonntagsZeitung" sagte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique: "Für einen Confiseur eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, wenn er seine Torten und Kuchen mithilfe von 3-D-Druck verzieren und formen kann. Diesbezüglich sind wir bereits im Versuchsstadium. Das Schokolade-Matterhorn aus dem Drucker wird vielleicht bald Realität." De Saint-Affrique spricht sich ferner gegen die Spekulationsstopp-Initiative aus, über die das Volk am 28. Februar abstimmt. (SonntagsZeitung, S. 39, siehe separate Meldung).

INTERSPORT: Dem Sportartikelhändler Intersport befürchtet Einbussen bei Fussball-EM diesem Sommer in Frankreich. Sollten Fanzonen wegen Terrorgefahr geschlossen werden, würden 15 Mio EUR gehen verloren, schreibt die "SonntagsZeitung". Und im Gegensatz zu anderen in den Fanzonen präsenten Sponsoren wie Carlsberg, McDonald's und Coca-Cola - die ihre Lebensmittel weitgehend anderswo verkaufen könnten, würde Intersport hingegen auf der Ware sitzen bleiben, wird Intersport-Chef Franz Julen zitiert. Denn die Produkte seien nur während der EM gefragt. (SonntagsZeitung, S. 37).

LEODAN: Gegen die Zürcher Leodan Privatbank ist ein sogenanntes Enforcement-Verfahren der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma im Gange. Die Bank hatte letzte Woche die Bereinigung im US-Steuerstreit bekanntgeben und gleich daraufhin die Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit angekündigt. Laut "SonntagsZeitung" dürfte das Finma-Verfahren dürfte in Zusammenhang stehen mit einem Strafverfahren den Bundesanwaltschaft gegen den Bankchef und den operativen Leiter wegen Verdachts auf Geldwäscherei. Die BA werfe den beiden vor, dem deutschen Financier Florian Homm geholfen zu haben, Millionen vor geschädigten Anlegern und der Justiz zu verstecken. Gegen Homm laufen in der Schweiz und in den USA umfangreiche Ermittlungen. (SonntagsZeitung, S. 34).

HORIZON 2020: Forschungsprojekte, an denen Schweizer Firmen beteiligt sind, werden im Kampf um EU-Gelder im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms "Horizon 2020" offenbar benachteiligt. Das sagte Philipp Langer, Leiter EU-Rahmenprogramme beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) der "NZZ am Sonntag". Verbundprojekte mit Schweizer Beteiligung werden schlechter bewertet, weil die wirtschaftliche Auswirkung ausserhalb des EU-Raumes in einem Drittstaat anfällt. In der Bewertung durch die EU-Kommission fehlten dann zwei Punkte, die in der Regel entscheidend seien. Langer befürchtet, dass das über längere Zeit zu einem häufigeren Ausschluss von Schweizer Partnern aus Forschungskonsortien führen könnte. (NZZ am Sonntag, S. 15)

ra

(AWP)