Presseschau vom Wochenende 5 (4./5. Februar)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
05.02.2017 17:44

UBS-BLESSING: Der neue UBS-Schweiz Chef Martin Blessing erwartet, dass die UBS-Schweiz in den nächsten Jahren Stellen streicht. Der Abbau wird sich gemäss Blessing jedoch in engen Grenzen halten. Es seien keine grossen Abbaumassnahmen geplant, sagte Blessing in einem Interview der "SonntagsZeitung". "Ich denke aber, dass unsere Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren leicht abnehmen wird." Blessing geht davon aus, dass die UBS-Schweiz im laufenden Jahr das Rekordergebnis des letzten Jahres nicht wiederholen kann. Mit 1,8 Mrd CHF hatte die Grossbank im Schweizer Geschäft den höchsten Gewinn seit 2008 erzielt. Eine Abspaltung des Schweizer Geschäfts analog zu den CS-Plänen würde für die UBS "keinen Sinn" machen und sei auch nicht im Sinn der Aktionäre, zeigte sich Blessing auf eine entsprechende Frage überzeugt. "Eine teilweise an der Börse kotierte Tochtergesellschaft macht vieles komplizierter." (SoZ, S. 36)

UBS-ERMOTTI: UBS-CEO Sergio Ermotti, wirbt für eine Zusammenlegung von "Backoffice"-Funktionen der Schweizer Banken, um Kosten zu sparen. "Ich sehe ein deutliches Momentum für Bankenkooperationen, aber es wird Zeit brauchen, um so etwas zu entwickeln und voll zu implementieren", sagte Ermotti in einem Interview mit der Liechtensteiner Zeitschrift "Wirtschaft Regional". Ein grosser Teil der Kosten im Bankensektor falle im "Backoffice" an, betonte Ermotti. Eine gemeinsame effiziente "Backoffice"-Organisation könnte die Branche vom Kostendruck entlasten und gleichzeitig Mittel für Innovationen freisetzen, so der UBS-Chef. (Wirtschaft Regional, S. 6)

SWATCH: Der Uhrenkonzern Swatch entwickelt gemeinsam mit dem Neuenburger Zentrum für Elektronik und Mikroelektronik (CSEM) gemäss einem Artikel der "NZZ am Sonntag" ein eigenes Betriebssystem für "Smartwatches". Das Betriebssystem sei im Unterschied zu bisherigen Lösungen nicht auf Mobiltelefone oder Computer sondern spezifisch für Armbanduhren ausgerichtet, wird CSEM-Chef Mario El-Khoury zitiert. Der Ansatz von CSEM und Swatch soll sich durch einen ultratiefen Energieverbrauch auszeichnen - das Betriebssystem und ein für dieses Projekt entwickelter Prozessor soll Geräte ermöglichen, die über ein Jahr ohne Aufladung durchhalten. Rund 30 Leute sollen an dem Projekt mitarbeiten, die Investitionen sollen "mehrere Mio CHF" betragen. (NZZaS, S. 30)

MIRABAUD: Die Genfer Privatbank Mirabaud hat wegen der Einführung des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) nur "relativ wenige" Kunden verloren, wie Teilhaber und Präsident Yves Mirabaud in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" erklärte. Die Schweizer Banken unterstützten die Teilnahme am AIA, sagte Mirabaud, der auch die Vereinigung Schweizerischer Privatbanken präsidiert. In der EU seien die Schweizer Banken weiterhin eingeschränkt, sagte Mirabaud weiter. "Die Schweiz sollte über einen Marktzugang verhandeln, entweder multilateral mit der EU oder bilateral." Die Schweiz sei liberal und gewähre ausländischen Banken den Zugang zu ihrem Markt, ohne dass das Gegenrecht bestehe. "Das ist eine inakzeptable Situation." (NZZaS, S. 33)

HANDELSKAMMER CH-USA: Der Direktor der Handelskammer Schweiz-USA, Martin Naville, sieht Schweizer Unternehmen nicht unmittelbar durch die Politik des US-Präsidenten Donald Trump bedroht. "Natürlich wisse man nie, in welche Richtung Trump tweetet", sagte Naville in einem Interview der "Zentralschweiz am Sonntag". Aber übermässig bedroht seien Schweizer Firmen sicher nicht. Denn Trump wähle sich für solche Attacken ganz bewusst publikumsträchtige Ziele wie zum Beispiel die Autoindustrie aus. Auch die Schweizer Pharmaindustrie sieht Naville nicht in Gefahr. Trump hat zwar wegen den Medikamentenpreise diese Industrie harsch kritisiert. "Doch auch hier stehen Schweizer Firmen nicht zuvorderst." Viele seien nämlich seit Jahrzehnten in den USA aktiv und produzierten zum grossen Teil im Land selbst. (Zentralschweiz am Sonntag)

RAIFFEISEN: Die Raiffeisen-Bank ist mit ihrem Plan, die Anforderungen für Hypotheken zu lockern, bei der Finanzmarktaufsicht FINMA aufgelaufen. Die Idee werde nicht so wie geplant umgesetzt werden, sagte Raiffeisen-Chef Patrik Gisel der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Gisel wollte die Regeln zur Tragbarkeit lockern. Der starre Berechnungsgrundlage - die Zinskosten dürfen bei einem fiktiven Zinssatz von fünf Prozent nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens betragen - wollte er "flexibilisieren". Im Blick hatte er dabei junge Familien, die so eher zu einem Eigenheim kommen sollten. FINMA und Nationalbank warnten aber vor einer Preisspirale nach oben, einer möglichen Blase und Risiken für Familien. Die FINMA hat Gisel nun "in intensiven Gespräche" vom Vorhaben abgebracht. (SaS, S. 19)

HIGHLIGHT COMMUNICATIONS: Die Auseinandersetzung zwischen der deutschen Constantin Medien und dem Schweizer Highlight-Grossaktionär Bernhard Burgener erreicht laut einem Medienbericht nun auch die Schweizer Justiz. Nach einer Strafanzeige durch die Constantin habe die Zürcher Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen Martin Hellstern und weitere Personen aus dem Umfeld von Burgener eröffnet, schreibt die "NZZ am Sonntag". Hintergrund sei ein Darlehen von Hellstern an Constantin Medien über rund 40 Mio CHF. Dabei seien Aktien der Highlight Communications als Sicherheit verpfändet worden. In der Strafanzeige gehe es nun um die bereits im vergangenen Jahr fällige Rückzahlung des Darlehens und um die Rückführung der Aktien, heisst es in der NZZaS. (NZZaS, S, 30).

STADLER RAIL: Der CEO von Stadler Rail, Peter Spuhler, bekräftigt seine Anfang Jahr gemachten Äusserungen hinsichtlich der Börsenpläne für das Bahnunternehmen. "Es steht überhaupt noch nichts fest, auch wenn für den Gang an die Börse einiges sprechen würde", sagte Spuhler in einem Interview mit der "NZZ" vom Samstag. Gleichzeitig verwies er darauf, dass er seit zehn Jahren einen Börsengang als Möglichkeit für Stadler Rail bezeichne. Einerseits für den Fall, dass Kapital für eigene Projekte oder Akquisitionen fehle, was derzeit aber nicht der Fall sei, und andererseits für seine Nachfolgeregelung. (NZZ, S. 33)

tp

(AWP)