Presseschau vom Wochenende 7 (15./16. Februar)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
16.02.2020 17:14

CREDIT SUISSE: Bei der Grossbank Credit Suisse gibt es laut der "SonntagsZeitung" einen Streit über den Bonus von Ex-Konzernchef Tidjane Thiam. Der unlängst zurückgetretene CEO hatte vergangenen Donnerstag ein Ergebnis mit einer Gewinnsteigerung von 69 Prozent vorgelegt. Allerdings bestand dieses Plus von rund einer Milliarde Franken fast vollständig aus Sondereffekten. Diese würden normalerweise bei der Bestimmung des Bonus herausgerechnet, genauso wie einmalige Abschreiber oder Bussen. Nicht so in diesem Fall, schreibt die Zeitung. Ohne Aufwertungsgewinn wäre das Ziel bei der geforderten Kapitalrendite nicht erreicht worden und die übrigen Kennzahlen wären tiefer ausgefallen. Vergangenes Jahr erhielt Thiam einen fixen Lohn von 3,35 Millionen Franken. Sein Bonus, der zu zwei Dritteln auf den genannten Kennzahlen beruht, belief sich allerdings auf 9,5 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat sei aber nicht bereit, Thiams Berechnung vorbehaltlos zu akzeptieren, so der Bericht. Die CS teilte der Zeitung mit, dass das Kompensationskomitee entscheide, was bei den bereinigten Zahlen inkludiert werde und was nicht. (SoZ, 16.02., S. 35)

UBS: Nachdem bereits in der vergangenen Woche die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise über ein Ausscheiden von UBS-CEO Sergio Ermotti noch im Laufe des Jahres spekuliert hatte, wurde das Thema auch in der Schweizer Wochenendpresse aufgegriffen. Ermotti wolle das Urteil im Pariser Berufungsprozess abwarten, berichtet der "Tagesanzeiger" (15.02.) unter Berufung auf "verschiedene Quellen". Das Berufungsverfahren im Strafprozess wegen Geldwäsche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Frankreich sei für den Juni angesetzt. In einem ersten Urteil war die UBS im vergangenen Jahr zu einer Busse von umgerechnet rund 4 Milliarden und einer Entschädigung von 800 Millionen Franken verurteilt worden. Ermotti hoffe auf einen Freispruch oder zumindest eine Reduktion der Busse, um danach die UBS "besenrein" an einen Nachfolger zu übergeben, wie die Zeitung weiter schreibt. (TA, 15.02., S. 10, siehe auch separate Meldung)

NESTLÉ: Umweltthemen sollen bei Nestlé schon bald Einfluss auf den Lohn des Topmanagements nehmen. "Wir arbeiten für den Verwaltungsrat einen Vorschlag aus, um in absehbarer Zeit messbare ökologische Ziele als Kriterium für die Entschädigung der Geschäftsleitung einzuführen", wird David Frick, Leiter Governance und Compliance, in einem Artikel der "SonntagsZeitung" zitiert. Noch sei nicht klar, an welchen harten Umwelt-Kennzahlen die Konzernleitung gemessen werden soll. Konzernchef Mark Schneider habe versprochen, klare Ziele auf dem Weg zu der für das Jahr 2050 angestrebten CO2-Neutralität bekannt zu geben. Diese Meilensteine wären ein möglicher Massstab. Voraussichtlich werde die neue Lohnkomponente für das Geschäftsjahr 2021 eingeführt, wie aus dem Hauptsitz von Nestlé verlautet. Darüber entscheiden werde der Verwaltungsrat, so der Artikel weiter. (SoZ, 16.02., S. 40)

SWISSCOM: Swisscom-Chef Urs Schaeppi schliesst personelle Konsequenzen nach der Panne in der vergangenen Woche nicht aus. Es sei inakzeptabel, dass Notrufnummern ausfallen, sagte er im Interview mit der "SonntagsZeitung". Mit den Notfalldiensten sollen Möglichkeiten für zusätzliche "Rettungsschirme" geprüft werden. Er selber habe nicht an Rücktritt gedacht. Aber es sei ihm bewusst, dass er als Firmenchef letztlich die Verantwortung dafür trage. "Meine Aufgabe ist es, die richtigen Lehren aus den Vorfällen zu ziehen und die nötigen Massnahmen umzusetzen", sagte er weiter. Der Firmenchef verwies auf Ausfallabsicherung bei den Notfallnummern und eine zweite Rückfallebene, die in einigen Kantonen den Ausfall verhindert habe. Insgesamt werde aber noch mehr Sicherheit benötigt. "Wir werden uns deshalb mit den Notfalldiensten zusammensetzen und prüfen, wie wir gemeinsam weitere Rettungsschirme einbauen können." (SoZ, 16.02., S. 37, siehe auch separate Meldung)

CORONAVIRUS: Durch den Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit in China drohen auch in der Schweiz Lieferengpässe und Preissteigerungen. Die Konsumgüterbranche würde Lieferprobleme zuerst zu spüren bekommen, schreibt die NZZ am Sonntag. "Es ist anzunehmen, dass es wegen der durch die Engpässe benötigten Alternativen bei der Produktion zu Preiserhöhungen kommen wird", wird etwa ein Sprecher der Modekette Tally Weijl zitiert. "Die Migros-Gruppe hat einen Krisenstab gebildet", sagt Mediensprecher Marcel Schlatter gegenüber der Zeitung. Dieser würde intern Vorkehrungen zur Bewältigung einer möglichen Pandemie in der Schweiz treffen. Auch hier werde nach Lösungen für die erwartenden Probleme in der weltweiten Logistik gesucht. (NZZaS, 16.02. S. 32)

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(AWP)