Psychisch kranker Mann hat Gewalttat in Bramois VS begangen

(Meldung durchgehend ausgebaut)
30.12.2016 17:20

Sitten (awp/sda) - Die Gewalttat am Weihnachtstag bei der Einsiedelei Longeborgne in Bramois VS ist aufgeklärt. Ein 32-jähriger Portugiese, der an psychotischen Störungen litt, hat drei Personen teils schwer verletzt. Danach stürzte er aus ungeklärten Gründen 130 Meter in die Tiefe.

Die Tat stellte die Behörden vor Rätsel. Am Sonntag gegen 9 Uhr war eine 73-jährige verletzte Frau in der Notfallstation des Spitals in Sitten erschienen. Ihre Wunden stammten von einer Stichwaffe. Aufgrund ihrer Aussagen suchte die Polizei den Tatort auf: den Pilgerweg zur Einsiedelei Longeborgne in Bramois VS.

Dort stiessen die Beamten auf zwei weitere mit einer Stichwaffe verletzte Personen - zwei Männer im Alter von 69 und 33 Jahren. Bei einer genaueren Suche wurde gleichentags am Nachmittag in einem Bachbett ein weiterer 32-jähriger Mann leblos gefunden.

Am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft nun mit, dass es sich bei dem 32-Jährigen um den mutmassliche Täter der Gewalttat handelt. Der in Siders geborene Mann war wegen psychotischen Störungen mit Wahnvorstellungen in Behandlung. Er war nicht vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft hat keine Hinweise, dass noch weitere Personen an den Ereignissen beteiligt gewesen sein könnten.

Mann nach Sturz tot

Nach bisherigen Erkenntnissen waren der Mann und sein 33-jähriger Onkel am Weihnachtstag auf dem Pilgerweg zur Einsiedelei Longeborgne unterwegs. Der Onkel verliess den Weg, um eine Felswand auf der rechten Flussseite zu besteigen, als er aus rund 15 Metern auf den Boden stürzte und auf dem Weg liegen blieb.

Der mutmassliche Täter griff laut Angaben der Staatsanwaltschaft danach einen 69-jährigen Mann, der auf dem Weg zur Einsiedelei war, mit einem Küchenmesser an. Danach griff er auch eine 73-jährige Frau an, bevor er den Onkel mit mehreren Messerstichen am Hals verletzte.

Anschliessend ging der mutmassliche Täter in die Schlucht, durchquerte den Fluss und begab sich auf den Gipfel eines Felsens, von wo er ungefähr 130 Meter in die Tiefe stürzte. Er wurde tot auf dem linken Flussufer gefunden. Ob er gestürzt ist oder Suizid beging, ist unklar.

Opfer ausser Lebensgefahr

Der Onkel ist laut Staatsanwaltschaft zwar noch hospitalisiert, aber befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. Die 73-jährige Frau konnte das Spital am Donnerstag verlassen, der 69-Jährige schon am Dienstag.

(AWP)