Reyl & Cie und François Reyl appellieren gegen Urteil im Fall Cahuzac

Genf (awp) - Die Genfer Bank Reyl und ihr CEO François Reyl appellieren gegen die Verurteilung durch ein Gericht in Paris im Fall des ehemaligen französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac. Ein Sprecher der Bank bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Le Temps". Die Frist für eine Berufung gegen das Urteil war am Montagabend abgelaufen. Ein zweiter Prozess könnte bis im Jahr 2018 über die Bühne gehen.
20.12.2016 11:07

Das französische Gericht hatte vor knapp zwei Wochen die Bank zu einer Busse von 1,875 Mio EUR und den CEO François Reyl zu einer bedingten Gefängnisstrafe von einem Jahr und zu einer Busse von 375'000 EUR verurteilt. Es war zum Schluss gekommen, dass die Bank Reyl als "Instrument für die Verschleierung von Guthaben" von Cahuzac gedient habe.

Die Bank wollte den Entscheid, in Berufung zu gehen, nicht weiter kommentieren. Gemäss "Le Temps" ist die Entscheidung der Bank nicht leicht gefallen, bedeute es doch einen Rechtsstreit weiterzuführen, der auf der Reputation des Institutes laste.

Am Strafprozess hatte die Verteidigung der Schweizer Bank den ehemaligen Minister Cahuzac als einen Kunden unter vielen dargestellt. Sie hatte zudem betont, keinerlei schweizerisches Recht gebrochen zu haben. François Reyl betonte vor den Richtern zudem die "Transparenz" seines Finanzinstituts.

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(AWP)