Roche-Aktien für Forschungsrückschlag bei Eli Lilly in Sippenhaft genommen

Bern (awp) - Die Genussscheine von Roche tauchen am Mittwochnachmittag vorübergehend in die Nähe der Mehrjahrestiefstkurse von Anfang November. Die Valoren werden an der Börse für einen Produkt-Rückschlag des Rivalen Eli Lilly mit dem Alzheimerwirkstoff Solanezumab in Sippenhaft genommen. Händlern zufolge forscht auch der Pharma- und Diagnostikkonzern aus Basel auf diesem Gebiet.
23.11.2016 15:18

Um 15.04 Uhr verlieren die Genussscheine von Roche noch 1,3% auf 220,90 CHF. Zeitweise fiel das Indexschwergewicht sogar auf unter 220 CHF, was den Gesamtmarkt (SMI) sichtlich belastet. Letzterer steht aktuell bei 7'722,12 Punkten und damit um 0,25% unter dem Schlussstand vom Vortag. Beobachter berichten sowohl in den Basiswerten als auch in zahlreichen Derivaten von regen Handelsaktivitäten.

Wie der amerikanische Rivale Eli Lilly einräumen musste, zeigt der Alzheimerwirkstoff Solanezumab bei Patienten mit einer leichten Form der Demenzerkrankung nicht die erhoffte Wirksamkeit. Ursprünglich waren erste Ergebnisse aus der Phase-3-Studie frühestens für Ende Dezember erwartet worden.

Händlern zufolge ist auch Roche auf dem Gebiet der Alzheimerbehandlung tätig. Das Unternehmen aus Basel habe zwei Produktkandidaten in der Entwicklung, welche auf demselben Ansatz wie Solanezumab von Eli Lilly abgestützt seien, so heisst es.

Wie aus dem Berufshandel zu hören ist, kommt der produktseitige Rückschlag bei Eli Lilly für Roche und andere europäische Pharmaunternehmen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Dabei wird auf die schon seit Wochen zu beobachtenden Umschichtungen aus den hiesigen Pharmawerten verwiesen. Bei Kursen unter 220 CHF ist bei den "Bons" von Roche gemäss Händleraussagen aber gutes Kaufinteresse auszumachen.

lb/hr

(AWP)