Roche erzielt Erfolg in Phase-III-Studie mit Blutermittel Hemlibra

(Ergänzt um Analystenkommentar und Aktienkurs) - Roche hat positive Studienergebnisse für sein Blutermittel Hemlibra im New England Journal of Medicine veröffentlicht. So reduziere die vorbeugende Behandlung die Risiken von Blutungen bei Patienten, die an Hämophilie A ohne Faktor VIII-Inhibitoren leiden, deutlich gegenüber keiner prophylaktischen Behandlung, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag mit.
30.08.2018 09:17

So habe Hemlibra in der HAVEN-3-Studie bei wöchentlicher oder zweiwöchiger Verabreichung das Risiko von Blutungen um bis zu 97 Prozent gesenkt gegenüber Patienten, die keine Prophylaxe erhalten hatten. Zudem hätten 55,6 Prozent der Patienten mit Hemlibra keine zu behandelten Blutungen aufgewiesen, in der Vergleichsgruppe ohne Behandlung sei dies in keinem Fall gelungen.

Mit einer statistisch signifikanten Reduktion der Blutungen um 68 Prozent in einer Vergleichsstudie mit Patienten, die zuvor den Gerinnungsfaktor VIII erhalten hatten und dann auf Hemlibra wechselten, sei Hemlibra das erste Mittel, dass eine höhere Effizienz aufweise als die bisherige Standardtherapie - die alleinige vorbeugende Gabe des Blutgerinners Faktor VIII. Zudem habe es keine unerwarteten Nebenwirkungen gegeben.

Hemlibra bei Hämophilie A ohne Faktor VIII-Inhibitoren erhielt Anfang Juni von der US-Gesundheitsbehörde FDA den Status für eine beschleunigte Zulassung. Für die prophylaktische Behandlung von Patienten mit Hämophilie A und Faktor VIII-Inhibitoren ist Hemlibra in den USA bereits zugelassen.

Zulassung im Oktober?

Analyst Michael Nawrath von der ZKB rechnet nach dieser starken Datenlage mit einer Zulassung im Oktober. Mit der bereits erfolgten Zulassung für die Blutergruppe mit Inhibitoren, die nur 30 Prozent der Patienten ausmache, habe Roche im ersten Halbjahr rund 57 Millionen Franken Umsatz generiert. Ab dem vierten Quartal rechnet Nawrath dann mit einer anziehenden Umsatzdynamik, bis 2024 erwartet er Spitzenumsätze von 3 Milliarden Franken. Mehr sei im recht trägen Blutermarkt wohl nicht möglich.

Der Markt habe zudem diese Meldung bereits erwartet, so der ZKB-Experte weiter. Daher sei sie nur leicht positiv. An der Börse lagen die Roche-Bons zum Start mit 0,3 Prozent im Minus und entwickelten sich damit im Einklang mit dem Gesamtmarkt.

dm/rw

(AWP)