Roche-Kursverlust belastet Schweizer Börse

Die Schweizer Börse ist nach den jüngsten Kursgewinnen am Mittwoch auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt.
10.05.2017 17:38

Der Markt schlage sich insgesamt gut, könnten sich doch die meisten Aktien auf einem nur leicht tieferen Niveau halten, hiess es am Markt. "Das ist eine gesunde Entwicklung. Es kann ja nicht nur in eine Richtung gehen", sagte ein Händler. Schwer wog allerdings der Kurssturz von Index-Schwergewicht Roche. Der SMI sank vor allem deswegen um 0,3 Prozent auf 9086 Punkte. Am Dienstag war der Leitindex auf den höchsten Stand seit August 2015 gestiegen.

Die Marktteilnehmer verhielten sich vorsichtig, verunsichert auch durch die überraschende Entlassung von FBI-Chef James Comey durch US-Präsident Donald Trump. Es sei nicht absehbar, ob der Schritt auf Trump zurückschlagen könnte, sagte ein Händler. Günstige konjunkturelle Aussichten und mehrheitlich positive Firmenergebnisse bildeten laut Händlern aber eine gewisse Stütze.

Unter Druck standen die Titel von Roche mit minus 1,8 Prozent. Der Pharmakonzern muss mit seiner ersten Krebs-Immuntherapie Tecentriq einen Rückschlag einstecken. In einer spätklinischen Phase-III-Studie verfehlte die Arznei das angepeilt Hauptziel. Die Behandlung brachte bereits behandelten Blasenkrebs-Patienten im Vergleich zu einer Chemotherapie keine Überlebensvorteile.

Die Aktien des Roche-Rivalen Novartis dagegen machten frühe Gewinne mehr als wett und notierten leicht höher. Nestle, das dritte SMI-Schwergewicht, grenzte die Verluste auf 0,3 Prozent ein. Die Anteile des Lebensmittelkonzerns waren jüngst auf ein Rekordhoch geklettert.

Zyklische Werte holten im Verlauf die Einbussen mehr oder weniger auf. Die Aktien des Elektrokonzerns ABB und des Chemiekonzerns Clariant notierten eine Spur höher. 0,5 Prozent im Minus waren die Titel der Sanitärtechnikfirma Geberit. Die Papiere von Adecco legten rund ein Prozent zu. Das am Dienstag veröffentliche Quartalsergebnis des Personaldienstleisters kam im Markt gut an. Kepler Cheuvreux, JPMorgan und Barclays hoben die Kursziele an.

Die Aktien von Swatch kletterten nach einem anfänglichen Minus um 0,2 Prozent. Händler sagten, zunächst habe die Umsatzwarnung des US-Uhrenbauers Fossil die Anleger aufgeschreckt. Fossil stürzten um 20 Prozent ab, weil der Umsatz stärker als geschätzt zurückging und auch im Gesamtjahr ein Minus resultieren dürfte.

Die Papiere des breiter aufgestellten Luxusgüterkonzerns Richemont gewannen 0,5 Prozent. Der Genfer Konzern veröffentlicht am Freitag den Jahresbericht. Analysten erwarten einen Gewinnrückgang um 40 Prozent.

Syngenta zogen um 0,2 Prozent an. Am 11. Mai startet die Nachfrist für das Übernahmeangebot von ChemChina. Die Aktionäre können ihre Aktien noch bis am 24. Mai andienen. Der chinesische Staatskonzern hält bereits rund 82,2 Prozent der Aktien des Agrarchemiekonzerns.

Finanzwerte legten meist zu. Die Titel von Swiss Life aber verloren 1,9 Prozent. Der Lebensversicherer ist verhalten ins Jahr gestartet. Die Prämieneinnahmen sanken im ersten Quartal um zwei Prozent auf 6,54 Milliarden Franken.

Die Titel von Zurich Insurance stiegen am Tag vor der Quartalsbilanz um 0,3 Prozent.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse zogen um 0,6 Prozent an, die der UBS ebenfalls.

Am breiten Markt legten die Aktien von Airopack vier Prozent zu. Der Sprühdosenhersteller hat die Konsumgüterkonzerne Procter & Gamble, Beiersdorf und Edgewell als Kunden für seine Produktlinie ATG gewonnen.

Die Myriad-Titel stiegen um 0,8 Prozent. Die Mobiltelefonsoftware-Firma will Out-of-Band-Authentifizierungsdienste auf den Markt bringen, mit denen Online-Transaktionen bestätigt werden könnten.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Kudelski, Bobst, Schmolz+Bickenbach und Dottikon um rund zwei Prozent und mehr. "Wir raten unseren Kunden, bei Nebenwerten, die gut gelaufen sind, Gewinne mitzunehmen und den Erlös in den grosskapitalisierten Aktien zu parkieren", sagte ein Händler.

(Reuters)