Roche präsentiert an ASCO Daten zu Phase-I-Studien mit Tumor-Wirkstoff CEA-TCB

(Meldung um Analystenkommentare und Aktienkurs ausgebaut) - Roche hat für den Anfang Juni anstehenden Onkologie-Fachkongress ASCO erste Daten aus zwei Phase-I-Studien mit CEA-TCB (CEA CD3 TCB) angekündigt. Dabei handle es sich um einen neuen T-Zell-bispezifischen Antikörper, der zur Bekämpfung von soliden Tumoren eingesetzt werden soll, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag.
18.05.2017 11:04

Die Daten gäben Aufschluss über Wirksamkeit und Sicherheit dieses neuartigen Ansatzes in der Immun-Onkologie. So sei die klinische Aktivität etwa in der Behandlung von metastasierendem Darmkrebs ermutigend gewesen, nachdem zuvor mindestens zwei Chemo-Therapie-Ansätzen gescheitert waren.

Im Rahmen dieser Studien habe CEA-TCB sowohl als Mono-Therapie sowie auch in Kombination mit dem bereits zugelassenen Tecentriq ermutigende Wirkung gezeigt, heisst es in der Mitteilung weiter.

UNEINHEITLICHE ANALYSTEN-REAKTIONEN

Erste Analystenkommentare klingen durchwachsen. So sind die ersten Daten, die Roche liefert, für den UBS-Analysten Jack Scannell eher dürftig. Es sei schwer, aus diesen ersten Daten Indikationen für die Zukunft abzuleiten.

Etwas optimistischer klingen da die Bewertungen etwa von Eric Le Berrigaud von Bryan Garnier. Zwar sei das Ziel der Studie gewesen, zunächst die Sicherheit des Antikörpers festzustellen, dabei habe sich aber auch die Wirksamkeit als ermutigend erwiesen. Er gehe nun davon aus, dass der Konzern eine Phase-III-Studie ins Auge fassen werde.

Bei der ZKB äussert sich Analyst Michael Nawrath ebenfalls lobend zu den Daten. Das neue experimentelle Krebsmedikament CEA-TCB gehöre zur Klasse der bi-spezifischen Antikörper, die in der forschenden Pharmaindustrie derzeit ein ganz heisses Gebiet darstellt, schreibt der Experte. "Mit solchen Antikörpern, die simultan an Immunzellen (T-Zellen) und an die Krebszellen binden, könnte man eleganter die T-Zellen direkt gegen den Krebs aktivieren." Dieser Ansatz sei durch Injektionen eines Antikörpers einfacher durchzuführen als die CART-Zelltherapie, die in ähnlicher Weise T-Zellen gegen Krebszellen aktiviert, erklärt Nawrath weiter.

APHINITY-DATEN STEHEN IM VORDERGRUND

Trotz der zum Teil lobenden Worte bleibt aber das Fazit von Experten wie Scannell von der UBS, dem Bryan-Garnier-Fachmann und auch den zuständigen Analysten von Morgan Stanley und JPMorgan, dass vor allem die detaillierten Daten der Aphinity-Studie zum Brustkrebsmittel Perjeta das alles überragende Thema für den Kongress sind. Die Einzelheiten werden auch erst dann veröffentlicht.

An der Börse werden die Daten zunächst ignoriert. Vielmehr gehören die Genussscheine von Roche gegen 10.50 Uhr mit einem Minus von 0,9% in einem insgesamt schwachen Markt (SMI: -0,65%) zu den grössten Verlieren.

hr/tp

(AWP)