Schweizer Bundesanwaltschaft klagt Ex-UBS-Banker an

Bern (awp/sda) - Im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kundendaten der UBS an deutsche Steuerermittler hat die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen Ex-Angestellten der Grossbank beim Bundesstrafgericht eingereicht. Dem Mann wird unter anderem die Verletzung des Bankgeheimnisses vorgeworfen.
06.09.2016 17:35

Zudem wirft die Bundesanwaltschaft (BA) dem einstigen Banker wirtschaftlichen Nachrichtendienst, Geldwäscherei, verbotenen Munitionsbesitz und die Verletzung des Geschäftsgeheimnisses vor. Dies teilte die Behörde am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zu einem entsprechenden Bericht der Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Der Bund" mit. Die Klage wurde Ende Juli eingereicht.

Der Ex-UBS-Banker soll gemäss den Zeitungsberichten Informationen über schwerreiche Kunden der Grossbank im Jahre 2012 ans deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen verkauft haben. Mit den Daten konnten offenbar 772 Stiftungen mit Kontoverbindungen zur UBS und weitere 550 Privatpersonen identifiziert werden, wie es weiter hiess.

300 MILLIONEN BUSSE FÜR UBS

Nordrhein-Westfalen hat in der Vergangenheit immer wieder Datenträger mit Insiderinformationen über Steuerhinterzieher gekauft. Wie die Daten zeigten, hatten zahlreiche Steuersünder Gelder bei Schweizer Banken versteckt. Rund 22'000 von ihnen zeigten sich selbst an.

Allein in Nordrhein-Westfalen fielen als Folge der Datenkäufe über fünfeinhalb Jahre Mehreinnahmen des Fiskus von rund 2,1 Mrd EUR an. Gemäss früheren Angaben von Finanzminister Norbert Walter-Borjans hat das Bundesland allein von der UBS Bussenzahlungen von 300 Mio EUR erhalten. Von der Credit Suisse waren es 150 Mio EUR, von der Bank Julius Bär 50 Mio EUR.

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(AWP)